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Einzelhändler hoffen auf starke letzte Tage

Warten aufs Weihnachtsgeschäft

HAMELN. Sieben Shopping-Tage bis Weihnachten. Der Handelsverband rechnet mit Rekordumsätzen zu Weihnachten: 94,5 Milliarden Euro wird als Summe ausgegeben. Laut Holger Wellner, Vorsitzender des Einzelhandelverbandes Hameln/Bad Pyrmont, kommt es nun nochmal auf die letzten Tagen an. Dabei zeichnet sich schon jetzt ein Trend ab - vor allem der Online-Handel profitiert erheblich vom Weihnachtsgeschäft.

veröffentlicht am 15.12.2017 um 20:46 Uhr
aktualisiert am 15.12.2017 um 22:15 Uhr

Auch in der Stadt-Galerie geht das Weihnachtsgeschäft in den Endspurt. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Verbleibende (Verkaufs-)Zeit bis Heiligabend, in diesem Moment: 8 Tage, 13 Stunden, 44 Minuten und 16, 15, 14 … Sekunden. Während Sie das lesen, ist es natürlich längst weniger, und die Uhr auf der Internetseite des Handelsverbands Deutschland zählt weiter unaufhaltsam runter; ein Countdown fürs geliebte und stressige Weihnachtsgeschäft. „Die erste Woche war stärker als die zweite“, sagt Holger Wellner, Vorsitzender des Einzelhandelverbandes Hameln/Bad Pyrmont, über die Frequenz und die Umsätze, die Anfang Dezember im Hamelner Einzelhandel getätigt wurden.

Vor einigen Tagen war bereits verkündet worden, dass der Handelsverband mit Rekordumsätzen zu Weihnachten rechnet: 94,5 Milliarden Euro wurde als Summe ausgegeben. Was davon in Hamelns Kassen bleibt, lässt sich nicht sagen. Doch Trends, die überregional gültig sind, schlagen sich nach Wellners Aussagen auch in Hameln nieder. Die Rahmenbedingungen: Wirtschaft gut, Arbeitsmarkt gut, die Menschen in Konsumlaune. Mit einem Umsatzplus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr wird gerechnet. Aber.

Das große Aber: Vor allem der Online-Handel profitiert erheblich vom Weihnachtsgeschäft. Dort wird mit einem Zuwachs von etwa zehn Prozent ausgegangen. Außerdem bekämen eher die Großen etwas von dem Kuchen als die Kleinen. Und in den Großstädten eher als in den Mittel- und Kleinstädten.

Sieben Shopping-Tage also noch bis Weihnachten. Diese Woche sei noch wichtig für den Einzelhandel, der Nichtessbares im Programm hat. Die kommende Woche aber, schätzt Wellner, wird vorrangig den Lebensmitteleinkäufen dienen. Ohnehin, wie bereits in den vergangenen Jahren, rennen die Menschen den Geschäften im Dezember nicht mehr die Türen ein. „Viele kaufen schon im November für Weihnachten ein.“

Doch auch das ist offenbar von Branche zu Branche, von Geschäft zu Geschäft unterschiedlich. Jens Laparose, Inhaber des Hamelner Traditionsgeschäfts „Warnecke“ setzt auf die verbleibenden siebenkommaetwas Tage. Die dritte und vierte Woche vor Weihnachten seien in seinem Wäsche- und Bademodengeschäft erfahrungsgemäß die stärksten. Auch kurz vor knapp am Heiligabend werde sonst gerne noch hier ein Dessous, da ein Pyjama oder Nachthemd und Socken gekauft. Das fällt dieses Jahr aus, weil Heiligabend am Sonntag ist. „Wie der Samstag davor ist, müssen wir abwarten“, so Laparose. In diesem Jahr hat das Wetter dem Handel bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir ertrinken ja im Wasser“, sagt Laparose und stellt „da draußen“ weniger Frequenz fest. Vor allem der Wintereinbruch zum Wochenbeginn habe für einen Einschnitt gesorgt.

Fette-Beute-Gutscheine für Hameln laufen saugut

Michael Boyer, Mitarbeiter der HMT

Auch Felix Mönkemeyer „hofft, dass es am Wetter liegt“, dass das Weihnachtsgeschäft mit Lederwaren und Co. bislang eher „geht so“ sei. „Wir hoffen auf die nächsten Tage.“ Eines allerdings war nach Mönkemeyers Schilderungen richtig gut: Die Mystische Nacht am 2. Dezember. Da habe alles gepasst – vielleicht auch, weil es Anfang des Monats war und das erste Adventswochenende nicht wie sonst auf Ende November fiel, wo für viele auch das Ende des Geldes erreicht ist.

Für Cornelie von Blum habe dagegen das Weihnachtsgeschäft sehr wohl bereits im November gut begonnen, erzählt die Buchhändlerin, so dass sich die kaufmännische Vorweihnachtszeit, anders als von vielen erwartet, nicht nur auf die gut drei Adventswochen vor Heiligabend reduziert. Und nicht der halbe 24., sondern der 23. sei für ihr Geschäft immer der stärkste – was ja dank eines Samstags auch diesmal der Fall sein kann. Bislang sei es ein gutes Jahr gewesen, erzählt von Blum, auch, weil es nicht nur den einen Renner gebe, der anderen Werken Aufmerksamkeit abgrabe (wie ein Harry Potter es oft getan hat), sondern viele gute Bücher. Hinzu kommt, dass sich der stationäre Einzelhandel beziehungsweise die dahinterstehenden Lieferanten kraftvoll gegen den Online-Handel stemmten mit schnellen Lieferzeiten. „Was bei uns am Samstag bis 18 Uhr bestellt wird, ist am Montag da.“ Schneller kann online es auch nicht.

„Größer“ allerdings kann online manchmal besser. Die Erfahrung machen Heidi Schneeweiß und ihr Team bei „Spielholz“. Bei großen Spielwaren ist die Konkurrenz aus dem Netz stark – „große Puppenwagen zum Beispiel“, sagt Heidi Schneeweiß, ließen sich einfach bequemer am Computer und direkt nach Hause liefern. Bei Kleidung dagegen mache sich der Online-Handel das Geschäft „gar nicht“ bemerkbar. Während der Betrieb im Laden an den Wochentagen eher überschaubar sei, liefen die Samstage richtig gut. Davon gibt es ja noch zwei.

Und dann sind da noch die Sonntage. „Ich hätte den Wunsch an die Landesregierung“, dass sie die Regeln für die Öffnungszeiten lockern, sagt Selma Oberlies-Wanger vom Kindermodengeschäft „Carl und Lotta“, angesprochen darauf, wie das Weihnachtsgeschäft läuft. NRW ziehe Kunden ab, sagt sie, weil „die uns da voraus sind“. Statt sonntags in Hameln zu shoppen, seien dann Bielefeld oder Herford gefragt. Auch eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes würde sie begrüßen, „das würde uns Einzelhändlern helfen“.

Zurück zu allgemeinen Entwicklungen. Nach wie vor gibt es laut Holger Wellner auch noch die klassischen Weihnachtsbranchen: Parfüm, Schmuck, die „20 bis 30 Prozent des Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit machen“, sowie Unterhaltungselektronik und Technik. Außerdem: Gutscheine. Seit Jahren sind die auf dem Vormarsch. Auch die Hameln Marketing und Tourismus GmbH spürt den Trend: Ihre „Fette Beute“-Gutscheine à zehn Euro, die in vielen und ausschließlich Hamelner Geschäften eingelöst werden können, laufen ohnehin „saugut“, wie Michael Boyer es formuliert, jetzt in der Vorweihnachtszeit sei der Absatz noch einmal „ein bisschen“ angezogen. Unter anderem hätten Firmen „das für ihre Kunden und Mitarbeiter“ als Geschenk entdeckt.



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