weather-image
22°
17. Börsennacht mit einem der bekanntesten Hirnforscher als Gastreferenten

Warnung vor der digitalen Flut

Hameln. Niedrige Zinsen und strenge Regulierung machen den Banken zu schaffen. Im schwierigen Fahrwasser versuchen die Sparkassen Weserbergland und Hameln, seit Anfang dieses Jahres fusioniert zur Sparkasse Hameln-Weserbergland, auf Kurs zu bleiben. Ihre Bilanzen hatten die beiden Sparkassen bereits vergangene Woche vorgestellt (wir berichteten) und konnten nach Aussage von Alois Drube, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes, mit „ordentlichen Ergebnissen“ aufwarten. Die Fusion und damit die Bündelung der Kräfte biete „Chancen für die Zukunft“, betonte Drube im Rahmen der 17. Börsennacht im Weserbergland-Zentrum, zu der erstmals die neue Sparkasse eingeladen hatte.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 23:22 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:19 Uhr

270_008_7834774_hm109_S_Nacht_Dana_1702.jpg
Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

Autor

Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Jenseits der Zahlen, Zinsen und Renditen gibt es noch eine andere Welt, die unser Leben bestimmt – und zwar wesentlich tiefer und nachhaltiger: der digitale Kosmos. Dessen Risiken und Nebenwirkungen erforscht seit Jahren der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer und mit ihm konnte für die Börsennacht ein prominenter Gastreferent gewonnen werden. Pointiert, überaus unterhaltsam und anschaulich illustrierte der Hirnforscher und Bestsellerautor im Theater Hameln seine These an immer neuen Beispielen und wissenschaftlichen Studien, wonach ein dauerhafter Konsum von Internet, Facebook & Co. uns ins geistige Nirwana versetzt. Mit anderen Worten: Wer jeden Tag surft, simst und daddelt, läuft Gefahr, von „digitaler Demenz“ bedroht zu sein. Und das umso stärker je früher der Medienkonsum beginnt. „Wenn Eltern ihren Kindern eine Playstation schenken, verschenken sie schlechte Noten!“, so Spitzer, der mit zugespitzten Formulierungen brillierte. Die negativen Auswirkungen auf Konzentration, Gedächtnis sowie sprachliche und geistige Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen seien gravierend. Die schöne neue Welt, die uns von „Konzernen wie Google und Amazon“ aus Gründen des Profits vorgegaukelt wird“ – sie hat auch ihre Kehrseite, wie Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, nicht müde wurde zu betonen. Denn, so sein Argument, was wir früher mit dem Kopf gemacht haben, erledigen heute Computer, Smartphones und Tablets. Indes habe die dauerhafte Entlastung durch Medien immense Gefahren. Wenn die Kopfarbeit konsequent ausgelagert wird, wir permanent Suchmaschinen nutzen, dann lässt das Gedächtnis nach, die so wichtige Vernetzung der Gehirnzellen nimmt ab. Umgekehrt gilt: „Je mehr man als Jugendlicher gelernt hat, desto mehr kann man auch im Alter lernen!“ Und desto länger lässt sich die „Demenz“, der „geistige Abstieg“, hinauszögern.

Werden digitale Medien exzessiv und schon im Vorschulalter oder gar noch früher eingesetzt – so werden bereits Babytoilettensitze mit fest installiertem Notebook angeboten – dann schaffen wir damit nach Spitzer „seelenlose Zombies“, denen „Empathie“ und die Fähigkeit zu sozialen Kontakten abgeht. Das Smartphone geißelte der Wissenschaftler als „den größten Seelenkaputtmacher“. Zudem gibt es nach Spitzer keine Studie, die beweise, dass der Einsatz moderner Medien in der Schule die Kinder zu besseren Schülern mache.

Möglicherweise sorgten die Ausführungen bei dem einen oder anderen Börsennachtbesucher für einen anschließend eher schuldbewussten Blick aufs Smartphone mit seinem Sucht- und Gefährdungspotenzial. Spitzer selbst hat übrigens ein Smartphone.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt