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„Schlagerlegende“ Michael Holm über eine kleine Stadt in Kalifornien und seine Karriere

Waren Sie schon mal in Mendocino?

Waren Sie schon mal in Mendocino, Herr Holm?

veröffentlicht am 22.02.2016 um 07:51 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

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Ja, schon dreimal.

Was reizt Sie daran?

Zum einen war das Lied der Beginn meiner Karriere. Mendocino ist ein kleiner, ganz malerischer Ort. Das kleine Mendocino schmiegt sich in eine Senke an der steilen kalifornischen Pazifikküste. 100, 200 Häuser, zwei drei Hotels und ein paar Andenkenläden. Es ist nicht viel los, aber es gibt beeindruckende Natur. Mendocino hat seinen ganz eigenen hippiesken Ruf in Amerika.

Sind Sie denn da schon Ehrenbürger?

Nein. (lacht) Beim ersten Mal, das war Anfang der 90er Jahre, sagte ich in einer Bar zu dem Barkeeper: „There is a song about your village, that made all over the world.“ („Es gibt da ein Lied über Ihr Dorf, das ist überall auf der Welt bekannt.“ Anm. der Redaktion) Und dann sagte der: „How interesting.“ Das bedeutet in Amerika soviel wie: Hör bloß auf damit. Aber am zweiten Tag saß ich in der gleichen Bar und da saß ein langhaariger Mensch – und wir beide haben zusammen das Lied gesungen. Da sah uns der Barkeeper etwas entgeistert an.

Wie geht Ihnen das mit anderen Hits wie „Tränen lügen nicht“. Nervt es Sie, wenn Sie immer wieder das gleiche singen müssen?

Nein, das sind dann ja die ganz gewissen Highlights, die einem Künstler passieren können. Dass man große Erfolge hat, an denen man sein Gesicht und seinen Namen festmachen kann. Die halten das Interesse an meiner Person aufrecht. Wenn ich diese Hits nicht gehabt hätte, würden Sie mit mir bestimmt kein Interview führen. Und natürlich wäre ich dann auch nicht bei der „Schlagerlegenden“-Tournee dabei.

Vermissen Sie heute die Stimmung der 60er ein bisschen?

Manches vermisst man natürlich. Die heißeste, kreativste und schönste Zeit ist natürlich die der Jugend, weil alles offen und möglich ist. Ja, ich denke besonders gern an die 70er Jahre zurück, denn da war ich besonders erfolgreich als Interpret. „Mendocino“ war ja erst 1968.

Sie haben zwischendurch auch mal ein Kontrastprogramm gehabt – als Sie die Musik zum Horrofilm „Hexen bis aufs Blut gequält“ komponiert haben.

Das war Anfang der 70er. Das ist jetzt so ne kultartige Musik geworden. Ich kann da nix dafür. (lacht) Das hat mich ganz unschuldig der damalige Regisseur gefragt, ob ich das machen würde. Ich hatte damals schon eine Filmmusik gemacht für „Regina Maris“. Ein Film ist ja nicht gerade viel – aber egal. Dafür war ich mit meinem Instrumentalprojekt „CUSCO“ dreimal Grammy-nominiert.

Was hören Sie denn privat gerne für Musik?

Von Country über Rock bis zur Klassik. Auch bei Grönemeyer gibt es einige Titel, das sind großartige Lieblingstitel von mir. Auch mal Volksmusik, Klassik sowieso. Da gibt es für mich keine Beschränkung. Jazz höre ich gern in Clubs, da bewundere ich die Musiker. Aber ich setze mich nicht abends mit einer Jazz-Platte hin. Es gibt schlecht gemachte und gut gemachte Musik – ich versuche, mich auf letztere zu konzentrieren.

Zu Ihrer Bühnenfigur gehörte immer das seidene Halstuch – war das Ihre Idee?

Nein, ich hatte damals eine ganz entzückende Lebenspartnerin. Die hat mich eingekleidet. Ich hatte da wie die meisten Jungs nicht so ein Händchen. In den 70ern war ja alles sehr, sehr schrill und geschmacklos und übertrieben. Das war ein Hingucker. Ich hatte einen goldenen Satin-Anzug, der mit Pailletten bestickt war und eng geschnitten. Da sind die ersten Reihen erblindet. Das war ein Hingucker.

Welches Ihrer Lieder singen Sie denn noch gerne selber vor sich hin?

„Wir haben die Zigaretten geteilt.“ Eine bittersüße Ballade, eine Erinnerung an die 60er Jahre in Berlin, wo ich am Anfang noch kein Geld und keinen Erfolg hatte. In der Zeit war ich mit einer Krankenschwester liiert – und wir haben unsere Zigaretten geteilt, unseren Wein, unser Bett. Wir haben alles geteilt.

Wenn Sie nicht erfolgreicher Schlagersänger geworden wären, hatten Sie einen Plan B?

Tja, mein Plan A war eigentlich, Jura zu studieren. Eigentlich wäre ich dann vor Gericht aufgetreten. Ich weiß nicht, ob ich ein guter Anwalt geworden wäre – ich hab’s ja nicht ausprobiert.

Interview: Andrea Tiedemann

Termin: Die „Schlagerlegenden“ kommen am Samstag, 27. Februar, um 19.30 Uhr live in die Rattenfänger-Halle nach Hameln – unter anderem mit Michael Holm. Der Entertainer, bekannt aus der ZDF-Hitparade, war zwischen 1969 und 1981 mit über 20 Titeln in den deutschen Charts.



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