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Busfahrer klagen über zugeparkte Standstreifen am Bahnhof

Wann kommt die „Kiss-and-Ride“-Zone?

HAMELN. Hamelns Busfahrer sind verärgert, weil immer wieder Autofahrer den Standstreifen am Bahnhof vor dem Maxx-Kino zuparken. Angeblich handelt es sich bei den parkenden Fahrzeugen um Lieferverkehr. „Aber für mehrere Stunden?“ Das Problem: Den Standstreifen nutzen die Busfahrer für ihre Pausen, können ihn aber häufig nicht anfahren. Ein neuer Parkplatz könnte Abhilfe schaffen - auch für Reisende.

veröffentlicht am 05.02.2018 um 12:44 Uhr

Das Schild ist eindeutig, der Pkw hält hier trotzdem: Am Bahnhof kommen sich immer mal wieder Autos und Busse in die Quere. Foto: pr
Wiebke Kanz

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Wiebke Kanz Reporterin zur Autorenseite
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Auf den Zufahrtsstraßen zum Kreisel am Bahnhof gibt es Stau – mal wieder. Auf den Gehwegen rund um den Bahnhofsvorplatz halten Autos, um Bahnreisende abzusetzen oder abzuholen, Gepäck ein- oder auszuladen – trotz Halteverbot. Zwischen Bussteig und Bahnhofsgebäude überqueren Passagiere eilig die breite Fahrbahn, um ihre Züge nicht zu verpassen. Ein ganz normaler Morgen am Hamelner Bahnhof – und mittendrin: die Busfahrer der Öffis.

Nachdem diese ihre Fahrgäste am Bahnhof abgesetzt haben, können sie meist eine kurze Pause einlegen, 15 Minuten, das reicht für einen Kaffee und etwas frische Luft. Eigentlich. Denn auf dem Standstreifen vor dem Maxx-Kino, auf dem die Busfahrer zwischen den Fahrten kurze Pausen einlegen, stehen zwei Autos. Die Busfahrer müssen also noch eine Runde drehen. Und danach vielleicht noch eine – solange, bis ein Platz frei ist. Natürlich könnten die Fahrer ihre Busse zum Depot am Hastenbecker Weg lenken, dort ist immer ein Platz frei. Doch, so ein Fahrer: „Wenn man nur 15 Minuten Pause hat, verbringt man die dann aber mit der Fahrt hin und zurück.“

Aus diesem Grund hat sich der Busfahrer an die Dewezet gewendet: „Ich kann verstehen, wenn Lkw-Fahrer hier halten und sich kurz etwas vom Bäcker holen, die können ja sonst nirgendwo parken“, sagt er. „Die sind ja auch immer schnell wieder weg.“ Der Busfahrer ärgert sich aber über Autos, die den Standstreifen zuparken – und das, wie er sagt, „nicht nur für ein paar Minuten, sondern für mehre Stunden“. Angeblich handelt es sich bei den Fahrzeugen um Lieferverkehr. „Aber für mehrere Stunden?“

„Von der Theorie her sind die Flächen für unsere Busse vorgesehen“, sagt Öffi-Chef Arne Behrens, „man muss aber natürlich auch mal etwas anliefern können“. Dass es am Bahnhof Probleme mit Autos gibt, die länger auf dem Standstreifen parken, bestätigt er: Die Öffis stehen, so Behrens, deswegen mit dem Ordnungsamt in Kontakt. Der Öffi-Chef sehe allerdings „kein generelles Problem“.

Zugeparkte Gehwege allerdings, vor allem sonntagabends sowie zu den Stoßzeiten, sind schon ein generelles Problem. Um die Verkehrssituation am Bahnhof zu entschärfen und mehr Platz zum Parken, zum Absetzen von Pendlern, Be- und Entladen zu schaffen, haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr das Gelände des früheren Wesertal-Busdepots am Hastenbecker Weg gekauft. Das 7017 Quadratmeter große Gelände soll neu überplant werden, hieß es im Sommer, nach dem Abriss der Fahrzeughallen sollen neben den Bussen auch Autos dort abgestellt werden können.

Derzeit würde ein Unternehmen aus Hannover eine Marktanalyse vornehmen, sagt Stadtwerke-Chefin Susanne Treptow. Die Stadtwerke wollen so ermitteln lassen, wie viele Stellplätze am Bahnhof überhaupt benötigt werden. „Im März sollen Ergebnisse vorliegen“, sagt Treptow. Davon hänge dann die weitere Planung ab – etwa, ob lediglich ein neuer Parkplatz oder gar ein Parkhaus unweit des Bahnhofs entstehen soll. An die Bauarbeiten dürfte es aber wohl erst 2019 gehen.

Doch ob nun ein neuer Parkplatz oder ein Parkhaus: Die bisherigen Stellplätze rechts vom ZOB – der Vorplatz ist Angelegenheit der Stadt Hameln – könnte dann wohl in eine sogenannte Kiss-and-Ride-Zone umgewandelt werden, die bislang am Hamelner Bahnhof fehlt. Die Gehwege rund um den Busbahnhof müssten so endlich nicht mehr als Ausweichparkplätze herhalten.

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