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Trauer um eine Automobil-Ikone

Walter Treser im Alter von 81 Jahren gestorben

HAMELN. Eine Ikone der Automobilbranche hat die Straße des Lebens verlassen. Walter Treser war nicht nur Rennfahrer und Motorsportchef sowie genialer Ingenieur, Tuner und Autobauer. Im Alter von 81 Jahren ist er nach schwerer Krankheit verstorben.

veröffentlicht am 17.11.2021 um 07:00 Uhr

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Reporterin

Der Ehrenpräsident des Hamelner Treser Clubs, der am 18. April 1940 in Bad König geboren wurde und die letzten 17 Jahren fast unerkannt in Hameln lebte, war vor allem eines: ein Visionär, dessen Ideen und Patente seit den 80er Jahren Generationen von Autobegeisterten verehren und die noch heute unsere automobile Mobilität nachhaltig prägen.

Walter Treser war ein Kämpfer mit großer Disziplin, bis zuletzt. Seinen letzten und schwersten Kampf hat er nach schwerer Krankheit am Abend des 13. November im Alter von 81 Jahren verloren.

Walter Treser gilt als der Vater und Namensgeber des Audi Quattro und damit als Wegbereiter des Allradantriebs in Pkw. Seine schwarzen Rückleuchten sind bis heute legendär und kaum ein Cabriofahrer mag das elektrisch versenkbare Hardtop-Klappdach missen, das ein Patent von Treser ist. Genauso wie das erste ergonomisch geformte Lenkrad, richtungsbezogene TRX-Turbinenfelgen und weitere Innovationen im Tuningbereich bis hin zum legendären Sportwagen TR 1 der eigenen Automarke Treser.

Walter Treser vor einem Audi Quattro. Er gilt als Vater und Namensgeber des Allradwagens.Foto: ag

Die Liebe zum Motorsport hatte ihn früh gepackt. Vom Taschengeld kaufte er sich eine Zugfahrkarte nach Le Mans, lebte unterwegs von hartgekochten Eiern, um seine Helden beim 24-Stunden-Rennen zu sehen. Später sitzt er selbst im Rennwagen, noch später wird er Motorsportchef bei Audi. Auch hier hat er Visionen. Mit „seinem“ Audi Quattro erringt 1981 bei der Rallye San Remo Michèle Mouton als erste Frau den Gesamtsieg bei einem Rallye-Weltmeisterschaftslauf.

Nach der Phase als Tuner und Autobauer entwickelt Walter Treser Autositze, bevor Opel ihn in den 90ern als Sportchef holt. Bei Opel arbeitete Treser auch in der Vorausentwicklung, schaffte Autos für die Zukunft mit wenig Gewicht und nur noch geringen Emissionen.

Er blieb bis zum Ruhestand und weit darüber hinaus ein Visionär, dem die Welt viel zu verdanken hat. Wie viel, zeigte sich immer wieder bei Besuchen der bedeutendsten Automobilhersteller Europas, wo sein Name die heiligsten Türen öffnete und ihm und uns als seine Begleiter vom Treser Club der rote Teppich ausgerollt wurde. Mögen seine schwarzen Rückleuchten ewig leuchten!



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