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Umbau zum Wohnprojekt geht voran / Bank stimmt Finanzplan zu

Walke befindet sich im Wandel

HAMELN. Das Wohnprojekt Walkemühle schreitet voran: Für den Brandschutz wurde eine Lösung gefunden, der Garten wurde auf Vordermann gebracht und auch die Finanzierung ist konkreter und um ein Standbein sicherer geworden.

veröffentlicht am 31.08.2018 um 16:47 Uhr

Foto: Dana
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Unruhige Nächte wegen strenger Brandschutzvorgaben gehören zum Alltag vieler Projektverantwortlicher. Auch Kerstin Philipp und ihre Mitstreiter des Wohnprojekts Walkemühle in Hameln sind mit dem Thema bestens vertraut. Ursprünglich hatte das zuständige Bauamt auf Maßnahmen bestanden, die den Umbau des Gebäudes um 100 000 Euro teurer als geplant gemacht hätten, so der Hausverein Walke. Ein Bestandteil der Lösung, die am Ende eines langen Planungsprozesses und etlichen Überlegungen steht: ein zusätzlicher Fluchtweg in Form einer Spindeltreppe, die in den Garten führen soll.

Über die geplante Spindeltreppe könnten die künftigen Bewohner nicht nur im Brandfall fliehen, sondern hätten auch an sonnigen Tagen einen direkten Zugang zum gemeinschaftlich genutzten Garten, erklären Sönke Jockwer und Kerstin Philipp, Mitglieder der Baugruppe des Projekts. „Durch diesen zusätzlichen Rettungsweg müssen die Decken geringere Anforderungen erfüllen und wir sparen letztlich über 70 000 Euro“, so die Vereinsmitglieder.

Im Garten, in den die Treppe führen soll, haben die Aktiven bereits kräftig geschuftet. Unrat „aus Jahrzehnten“ weggeräumt, das Dickicht aus jungen Robinien entfernt und Neues geschaffen: Gemüsebeete wurden angelegt, ein Gewächshaus gebaut, Wäscheleinen‚ Slackline und Kinderspielzeug zeugen von der Nutzung des Gartens.

Auch die Finanzierung des Wohnprojekts ist konkreter und um ein Standbein sicherer geworden: „Die Bank trägt unser Finanzkonzept mit“, sagt Kerstin Philipp. Dem sind nach ihrer Schilderung eine Achterbahnfahrt der Gefühle und mehrere Telefonkonferenzen vorausgegangen. Über das Modellprogramm „Gemeinschaftlich Wohnen – selbstbestimmt leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt es ebenfalls Geld für das in Hameln bislang einzigartige Proiekt, bei dem die Mieter ihren Wohnraum selbst verwalten und das Haus den Mietern gehört. Wohnen und Kultur unter einem Dach zu vereinen ist Ziel, denn auch der Freiraum – Anlaufstelle für politisches und kulturelles Engagement – ist Bestandteil des Konzepts.

Zum Finanzierungskonzept gehören außerdem Direktkredite, die auch von Privatleuten gegeben werden können. „Direktkredite brauchen wir eigentlich immer, auch nach dem Umbau“, sagt Charlotte Günther, Mitinitiatorin des Projekts. Ein großer Teil der lnvestitionssumme werde darüber finanziert – ab 250 Euro können diese Kredite gegeben werden. Durch die künftigen Mieteinnahmen können die Kredite über die Jahre zurückgezahlt werden. Die Kaltmiete ist mit höchstens 5,50 Euro pro Quadratmeter angesetzt, allerdings denkt der Verein auch über Möglichkeiten nach, die Mietkosten sozialer zu berechnen, z.B. gemäß dem Einkommen der Mieter. Die sechs bis acht Wohneinheiten sollen eine Größe zwischen 50 und 225 Quadratmetern haben. Die momentane Altersspanne der Bewohner gibt der Verein so an: 2 bis 69 Jahre.

Noch gibt es nicht für alle Wohneinheiten Interessenten. Wer sich vorstellen könnte, ab 2019 in die „Walke“ einzuziehen und sich die entstehenden Wohnungen und Gemeinschaftsräume angucken möchte, kann per Mail Kontakt aufnehmen: kaufinitiative@freiraum.de Wer außerdem gerne mit anpacken möchte, kann sich ebenfalls per Mail an den Verein wenden“.

bha/red



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