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Historische Hitzewelle leitet den meteorologischen Sommer ein / Wasserknappheit wird nicht befürchtet

Wärme und Trockenheit bis Ende Juni

HAMELN. Auf den heißesten April aller Zeiten folgte ein Mai, der alle bisherigen Wärmerekorde brach. Zum meteorologischen Sommeranfang am Freitag bleibt es heiß – und 25 bis 28 Grad werden uns auch im Juni begleiten. Grund zur Sorge, dass das Wasser bei uns knapp wird, bestehe allerdings nicht.

veröffentlicht am 30.05.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 30.05.2018 um 19:30 Uhr

Auf den heißesten April aller Zeiten folgte ein Mai, der alle bisherigen Wärmerekorde brach – und sorgte für Sonne satt. Foto: Dana

Autor:

Wiebke Kanz und Reinhard Zakrzewski
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Eine für Norddeutschland historische Hitzewelle toppt alle bisherigen Mai-Wärmerekorde. Das gilt sowohl für das Monatsmittel, die Tageshöchstwerte, als auch für die Anzahl der Tage mit 25 bis 30 Grad und mehr.

Wegen der anhaltenden Hitze riefen am Dienstag erste Trinkwasserverbände und Wasserversorger in Niedersachsen zum Wassersparen auf (wir berichteten). In einigen Kommunen ist es inzwischen untersagt, Blumen und Gärten zu bewässern, private Pools zu befüllen und Autos zu waschen; die Harzwasserwerke meldeten, sie würden derzeit rund 50 Prozent mehr Wasser verkaufen als sonst um diese Jahreszeit. Auch Hannover meldete Rekordwerte beim Wasserverbrauch.

„Grund zur Sorge, dass das Wasser bei uns knapp werden könnte, besteht nicht“, sagt Natalie Schäfer von den Stadtwerken Hameln. Der monatliche Durchschnittsverbrauch im Wasserversorgungsgebiet (also in der Kernstadt Hameln inklusive aller Ortsteile außer Klein Berkel, Welliehausen und Unsen) sei im Mai zwar um 18,7 Prozent im Vergleich zu den Vormonaten gestiegen. Naturgemäß sei der Verbrauch in den Sommermonaten aber immer etwas höher als in den Wintermonaten. So förderten laut Schäfer die Stadtwerke Hameln durchschnittlich rund 275 000 Kubikmeter Wasser pro Monat. Im Februar dieses Jahres waren es allerdings nur 243 147 Kubikmeter Wasser, im Mai hingegen 308 674 Kubikmeter. „Auf den Jahresverlauf gesehen ist die Schwankung nach oben in diesem Mai also im Rahmen des Üblichen“, so Schäfer weiter. Im vergangenen Jahr seien im Monat Mai ebenfalls mehr als 300 000 Kubikmetern Wasser gefördert worden.

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Rasensprenger im Bürgergarten: „Grund zur Sorge, dass das Wasser bei uns knapp werden könnte, besteht nicht.“ Foto: Dana

Ursache für den traumhaft sonnigen und warmen Mai ist die großräumige Luftdruckverteilung im atlantisch-europäischen Raum, die schon seit Wochen eine große Erhaltungsneigung zeigt. Immer wieder kann sich im Seegebiet südlich von Grönland ein großes Tiefdruckgebiet etablieren. Auf seiner Ostseite wird ein Hochdruckrücken gestützt, der überwiegend in Richtung Nordeuropa weist. Von ihm lösen sich einzelne Hochdruckzellen ab, die über Skandinavien nach Osten wandern und Norddeutschland bis zu den Mittelgebirgen den anhaltenden Frühsommer bringen.

Bei Höchstwerten von 25 Grad bis 28 Grad wird auch die kommende Woche vor allem durch Sommer, Sonne, Badespaß und Dürre geprägt sein. Die gewöhnlich zwischen dem 10. und 20. Juni auftretende Schafkälte dürfte eher harmlos ausfallen. Folgt man den Klimatrends des amerikanischen Wetterdienstes NOOA, werden sich Wärme und Trockenheit bis Ende Juni halten und könnten sich – ein Horrorszenario für Natur und Landwirtschaft – sogar bis in den Juli hinziehen.

Wer diesen noch weit entfernten Glaskugelbereich anzweifelt, muss sich bis zum Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni (Siebenschläfertag) bis etwa 10. Juli gedulden. Denn der Wettercharakter dieser zwei Wochen ist in acht von zehn Jahren schon ein gutes Abbild des Hochsommers.

Erfahrungen und Statistiken zeigen: Nach viel zu warmen April- und Maimonaten im Doppelpack – wie diesmal – schlägt das Pendel im Sommer meisten deutlich zurück. Bestes Beispiel dafür ist das Jahr 1993, als auf einen superwarmen April und Mai ein kühler Regensommer folgte. Einziger Gegenentwurf war das Jahr 1947: Damals zog der Sommer nach einem sehr schönen Frühjahr bis September voll durch.



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