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Teppichwerke bauen Standort Hameln aus – und schließen dafür Werk in Geesthacht

Vorwerk investiert Millionen

Hameln. Nach dem Personalwechsel an der Spitze wollen die Vorwerk Teppichwerke mit ihrer neuen Chefin Kirstine Seitzberg mehrere Millionen Euro in den Standort Hameln investieren, ihn damit dauerhaft erhalten und die traditionsreiche Teppichproduktion an der Weser ausbauen.

veröffentlicht am 10.12.2015 um 09:50 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Hameln. Nach dem Personalwechsel an der Spitze wollen die Vorwerk Teppichwerke mit ihrer neuen Chefin Kirstine Seitzberg mehrere Millionen Euro in den Standort Hameln investieren, ihn damit dauerhaft erhalten und die traditionsreiche Teppichproduktion an der Weser ausbauen. In Abstimmung mit der Eigentümerfamilie hat die neue Geschäftsführung einen Fünf-Punkte-Plan ausgearbeitet, mit dem Vorwerk der allgemeinen Krise in der Teppichindustrie trotzen und das eigene Geschäft weiter steigern will.

Das Fünf-Punkte-Programm sieht neben den Hamelner Investitionen „im hohen einstelligen Millionenbereich“ auch den Ausbau des internationalen Marktes, die Entwicklung neuer Produkte, ein neues Vermarktungskonzept und die Konzentration der Teppichproduktion am Standort Hameln vor. Der seit über 130 Jahren in der Teppichbranche tätige Vorwerk-Konzern will sein Hamelner Stammwerk stärken und „die Produktionsanlagen zu den innovativsten der gesamten Branche ausbauen“. Bei diesem Plan gibt es allerdings auch einen Verlierer: Das Teppichwerk in Geesthacht wird geschlossen und geht im Stammwerk Hameln auf. Dort bekommen 80 Mitarbeiter ihre Kündigung. Wesentliche Produkte und Großhandelskollektionen, die bisher in Geesthacht produziert werden, sollen künftig aus Hameln kommen. Das Werk in Geesthacht wird seine Produktion Ende Oktober 2016 einstellen.

Vorwerk hatte erst Anfang 2014 die dortige Norddeutsche Teppichfabrik mit der Marke Nordpfeil übernommen und sein Geschäft damit um ein Drittel vergrößert. Die Norddeutsche Teppichfabrik sollte unter der Vorwerk-Führung einen wirtschaftlichen Neustart wagen: Die Teppichfabrik hatte im August 2013 Insolvenz anmelden müssen. Vorwerk übernahm – und investierte südöstlich von Hamburg einen guten Millionenbetrag in die Produktion, die Arbeitsprozesse, die Verwaltung und die IT der neuen Konzerntochter.

Die Produktion von Teppichböden hat in Hameln Tradition. Vorwerk will nun den Standort an der Weser ausbauen und dafür auch kräftig investieren. Archiv

Über die nun angekündigte Neuausrichtung von Vorwerk hatte es offenbar Differenzen zwischen der Eigentümerfamilie und dem bisherigen Geschäftsführer Johannes Schulte gegeben. Auch deshalb kam es zum Wechsel, seit kurzem lenkt Kirstine Seitzberg die Vorwerk-Geschicke in Hameln. Sie soll nun bis Mitte des kommenden Jahres den Fünf-Punkte-Plan mit Leben füllen. „Seit der Gründung 1883 stehen die Vorwerk Teppichwerke für höchste Qualität, innovative Trends und faszinierendes Design. Im Rahmen der Wachstumsstrategie werden wir gezielt in den Aus- und Aufbau unserer starken Marktstellung investieren – und zwar in textilen und ausgewählten nichttextilen Marktsegmenten, sowohl in Deutschland als auch in attraktiven, internationalen Märkten“, sagt Seitzberg. Großbritannien und der Mittlere Osten sind zwei Regionen, in denen Vorwerk Marktanteile zulegen will.

Derzeit beschäftigt Vorwerk in Hameln 320 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2014 haben die Teppichwerke einen Umsatz von 88 Millionen Euro erwirtschaftet – „und dabei ein leichtes Plus erzielt“, wie Marketingchef Florian Bausch sagt. Aktuell macht Vorwerk 60 Prozent seiner Teppichgeschäfte im Inland. Da „das Marktumfeld aber sehr schwierig“ sei, müsse das Markenprofil geschärft werden. Mit einer Zwei-Marken-Strategie aus einem Werk wollen sich Seitzberg und Bausch künftig auf das Stammwerk in Hameln konzentrieren und von hier aus „das Geschäft dauerhaft ausbauen“.



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