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Erst zu trocken, nun weicher Boden

Vorsicht! Im Stadtwald stürzen die Bäume

HAMELN. Vor einem halben Jahr wurden längs der Holtenser Landstraße aus Sicherheitsgründen 170 Bäume gefällt. Während die Nutzer der Kreisstraße damit vor herabfallenden Ästen oder querliegenden Stämmen besser geschützt sind, müssen Wanderer oder Radfahrer im benachbarten Deipensiek offenbar mit allem rechnen.

veröffentlicht am 25.08.2021 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 25.08.2021 um 18:40 Uhr

Marc Fisser

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Reporter zur Autorenseite

Mehrere Bäume sind in jüngster Zeit über den sehr idyllischen und entsprechend beliebten Waldweg gestürzt, der an Schliekers Brunnen beginnt. Auf Anfrage der Dewezet bestätigt Rathaussprecher Thomas Wahmes nach Rücksprache mit den städtischen Forstfachleuten: „Von den Baumschäden ist nicht nur ein eingegrenzter Bereich wie an der Holtenser Landstraße betroffen. Die Schäden sind im gesamten Stadtwald zu erkennen.“

So neigten Buchen dazu, trockene Äste ohne erkennbaren Anlass, etwa einen Sturm, abzuwerfen. Ebenso sei es möglich, dass diese Bäume wegen einer Vorschädigung plötzlich umfallen. In diesem Sommer hat es viel geregnet – an sich gut für den Wald –, sodass erkrankte Bäume im weichen Boden leichter den Halt verlieren. Auch das „Eschentriebsterben“ sei weiter ein Problem: Ein Pilz schädigt dabei die Blattspindel, den Trieb und die Wurzeln. „Die Gefahr durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste ist im gesamten Stadtwald gestiegen“, erklärt Wahmes.

Im vergangenen Jahr war der Finkenborner Weg wegen der Gefahren zeitweise gesperrt. Aktuell setzt die Stadt auf die regelmäßige Kontrolle der Waldstraßen und -wege. Jeder Nutzer müsse wissen, dass das Betreten des Waldes auf eigenes Risiko erfolgt. „Tote Äste und umstürzende Bäume sind waldtypische Gefahren“, sagt Wahmes, „deshalb empfehlen wir, bei Sturm oder unmittelbar nach einem Sturm den Wald nicht zu betreten.“

Die Waldbenutzung erfolgt auf eigenes Risiko, betont die Hamelner Stadtverwaltung.

Wie werden die Stadt- und Forstverwaltung langfristig vorgehen, falls klimabedingt immer mehr Wald-Bäume nicht mehr standsicher sein sollten? „Orte, an denen sich regelmäßig Menschen aufhalten, wie Gebäude, Straßen und Parkplätze, werden stärker kontrolliert, Gefahrenbäume werden entnommen“, heißt es dazu. „Waldränder vor allem an stark befahrenen Straßen werden ,stabiler’ gestaltet werden müssen, indem Bäume zweiter Ordnung gefördert und instabile Bäume entnommen werden.“

Die Gefahr in den Wäldern werde sich durch den Klimawandel erhöhen. Die Förderung ökologischer Vielfalt, wobei viel Totholz in den Wäldern bleibt, bringe Strukturreichtum und am Ende mehr Stabilität. Wahmes: „Daher bitten wir um Verständnis, dass wir nicht jeden trockenen Baum oder Ast entfernen können. Der beste Schutz ist Achtsamkeit: Nicht unter Bäumen mit trockenen Ästen parken oder sich lange dort aufhalten.“



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