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Vertreter der Metropolregion beraten in Hameln über Digitalisierung und E-Autos

„Vorbereiten auf Jobs, die es heute noch gar nicht gibt“

HAMELN. Die Zukunft spielt sich digital ab. Das ist den 150 Teilnehmern der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg klar, die sich am Montag in Hameln getroffen haben. Die Kernthemen, um die es in Hameln ging: Digitalisierung, zukunftsfähige Mobilität und die europäische Zusammenarbeit.

veröffentlicht am 03.09.2018 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 03.09.2018 um 17:50 Uhr

Im Weserbergland-Zentrum trafen sich die Teilnehmer der Konferenz. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Mit zwölf Jahren hat sie die meisten ihrer Freunde kennengelernt – über das Internet. Heutzutage hat Marina Weisband hingegen Schwierigkeiten, ihre Nachbarn auf der Straße anzusprechen – in Internetforen ist das schließlich etwas anderes, sagt sie, da falle ihr die strikte Einhaltung der Privatsphäre einfach nicht so schwer.

Das Internet und ihr Smartphone versteht die 30-Jährige als Hauptkommunikationsmittel. Das habe auch ihre Großmutter erfahren müssen. Die habe nämlich erst kürzlich „Twitter gelernt, weil ich sie nie angerufen habe“, erzählt Weisband am Montag im Weserberglandzentrum.

Dort waren rund 150 Teilnehmer zum Treffen der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg zusammengekommen. Die Metropolregion ist ein Verbund von rund 60 Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie Unternehmen, Verbänden und Hochschulen. Die Kernthemen, um die es in Hameln ging: Digitalisierung, zukunftsfähige Mobilität und die europäische Zusammenarbeit.

Marina Weisband war einst als politische Geschäftsführerin Gesicht der Piraten-Partei, aufgewachsen mit dem Smartphone, vernetzt in den sozialen Medien. Als „digital native“ würde man sie bezeichnen. Heute arbeitet sie als Publizistin und an einem Projekt namens „Aula“, das die Mitbestimmung von Schülern bei der Gestaltung des schulischen Umfeld zum Ziel hat – selbstverständlich funktioniert das zu weiten Teilen online, im Internet. Künftig will sie den Grünen mehr bei den Themen Digitalisierung und Netzpolitik helfen.

Ein Großteil ihrer Zuhörer im Internet wird wohl die Freunde nicht im Internet, sondern eher auf den Schulhöfen, auf Spielplätzen und Wiesen gefunden haben. Weisband sagte: „Wir müssen unsere Kinder auf Berufe vorbereiten, die es heute noch gar nicht gibt.“ Herausforderungen, denen sich wohl alle Mitglieder der Metropolregion in den Städten und auf dem Land stellen müssen.

Ähnliches gilt für die Elektromobilität: Die Metropolregion als Verbund hat ehrgeizige Ziele. Wie Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister Hildesheims, in einer Podiumsrunde erklärte, sei das Ziel ab 2020 alle Fahrzeugflotten der Metropolkommunen mit Elektroantrieben auszustatten. Doch Zweifel daran sind angebracht.

Meyer schränkte selbst ein, dass dies für Kommunen „wirtschaftlich darstellbar“ sein müsse. Die Zielerreichung stehe unter Vorbehalt. Ein weiteres Problem: Es gebe derzeit gar nicht genug Fahrzeugmodelle, die eine Umstellung auf alleinige Elektromobilität zuließe.

„Hameln – Paris – Barcelona“ – so lautete das Motto der Veranstaltung. In einem Atemzug genannt mit Millionenstädten – für die Rattenfängerstadt klingt das gewiss ambitioniert.

Doch genau genommen soll das Motto laut den Verantwortlichen der Metropolregion den europäischen Kontext und die internationale Ausrichtung betonen und bezieht sich vor allem auf die noch kommenden Aktivitäten: Nach dem Treffen in Hameln will die Metropolregion nach eigenen Angaben im Oktober auf dem Pariser Autosalon und im November in Barcelona auf dem Smart City Expo World Congress aktiv werden.



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