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Tunnelbau verursacht monatelanges Verkehrschaos

Vor 50 Jahren: Riesiges Loch in der Münsterbrücke

veröffentlicht am 13.09.2016 um 16:05 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Angeschoben wurden die umfangreichen Baumaßen im Rathaus. Die Stadt ließ an der Klütseite verlaufenden Weserpromenade einen Fußgängertunnel unter der Fahrbahn bauen. 16 Meter lang, 2,40 Meter hoch und mit einer lichten Breite von 3,60 Metern für ein sicheres Unterqueren der Weserbrücke. Rudolf Meyer, damaliger Leiter des Tiefbauamts, sprach in der Zeitung von 110 000 DM Baukosten.

Anlass für das Straßenbauamt, sich mit ins Boot zu setzen und im gleichen Atemzug die Übergangskonstruktion und eine Kammerwand der nach dem Krieg gebauten Stahlbeton-Verbundbrücke zu erneuern. So bremste eine riesige Baugrube auf der Klütseite den Verkehr aus, der wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt wurde.

Obwohl: Allzu viele Autos waren in den 60er-Jahren noch nicht vorhanden. Statistisch gesehen hätte der gesamte bundesdeutsche Fahrzeugbestand von 1966 bei heutiger Verkehrsbelastung die Weserbrücke innerhalb von 15 Monaten einmal passieren müssen. Aktuell rollen täglich rund 25 000 Fahrzeuge über die Brücke, 1966 waren in Deutschland „erst“ 10 302 000 Pkw und 915 000 Lastkraftwagen zugelassen – weniger als ein Viertel der momentan zugelassenen Fahrzeuge.

Inzwischen wurde die damalige Brücke durch den Neubau ersetzt. Foto: Dana

„Lass dein Auto ein paar Wochen zu Hause“, lautete dann auch ein Rat aus der Stadtverwaltung. Ein Tipp, der heute wohl hämisch kommentiert würde. Pendler wurden gebeten, Fahrten über die Brücke zu Spitzenzeiten zu vermeiden. Und – durch die aktuelle Vollsperrung der B 83 am Ohrberg wieder aktuell – sollten aus Richtung Bad Pyrmont und Emmerthal kommende Autofahrer bereits in Kirchohsen über die Valentinibrücke fahren und Umleitungsstrecken nutzen.

Die Hamelner Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) setzte zusätzliche Busse ein. In der Dewezet hieß es, dass ein mäßig besetzter Bus die Autoschlange an der Brücke um rund 25 Fahrzeuge verkürzen würde. Nicht nur Bauarbeiter, auch Polizisten hatten während der zweimonatigen Bauzeit alle Hände voll zu tun. Ein Verkehrsposten steuerte ständig den Verkehr auf der Mühlenstraße. Auf der Brücke selbst waren im Schnitt zwei bis drei Beamte tätig, die dort mit Handzeichen für einigermaßen flüssigen Straßenverkehr sorgten.

„Es war keine komplette Sanierung, nur ein Teilbereich wurde instandgesetzt. Damals sind die Übergangskonstruktion und eine Kammerwand erneuert worden. Beim Bau des Tunnels kam man an die Brückenteile gut heran“, erzählt Markus Brockmann, Chef des Geschäftsbereiches der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Arbeiten an der Brücke sind in einem Brückenbuch festgehalten und nachzulesen. „Der Übergang ist der Bereich, wo sich die Brücke ausdehnen kann“, erklärt Brockmann. Dort habe es früher geklappert. Stahl wurde herausgestemmt und neu eingesetzt, so der Verkehrsexperte. Und die Kammerwand sei ein halb unter der Brücke liegender Hohlraum, von wo aus die Lager der Brücke vernünftig inspiziert werden konnten.

Die alte Stahlbeton-Verbundbrücke ist inzwischen Geschichte. „Das ist die, die wir jüngst abgerissen haben“, sagt der Behördenleiter. Über die Höhe der Kosten für die Baumaßnahme konnte Brockmann im Brückenbuch nichts finden.



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