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Was die Bäume zum Weihnachtsfest unterscheidet / Nordmanntanne und Blaufichte liegen vorn

Von weichen Nadeln und dem Duft des Waldes

Hameln (kar). Fichte? Douglasie? Nordmanntanne? An der Frage, wie der perfekte Weihnachtsbaum auszusehen hat, scheiden sich die Geister. Für manche ist es eine Herzensangelegenheit, getreu dem Motto „Bei uns wird immer eine Blaufichte gekauft“. Für andere eine Frage des Geldbeutels. Denn der Preis pro Meter ist je nach Baumart unterschiedlich. „Für eine zwei Meter hohe Nordmanntanne muss man rund 40 Euro bezahlen, die Blaufichte ist ein Drittel günstiger“, sagt Axel Karrasch, der beim Gasthof Schultheiß am Ilphulweg Tannenbäume verkauft: „Ganz frisch geschlagen, und die meisten stammen aus Bad Münder.“ Ökologisch gesehen ein dickes Plus: bei Bäumen aus der Region entfallen lange Transportwege.

veröffentlicht am 14.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 11:41 Uhr

Bäume fürs Fest – aus der Region: Axel Karrasch berät am Ilphulweg Peter Docheaty.  Foto: Wal
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Zwischen 23 und 25 Millionen Bäume standen 2009 in deutschen Wohnzimmern. Auch in diesem Jahr wollen die meisten nicht darauf verzichten. Ganz vorn in der Gunst der Hamelner liegen – in Übereinstimmung mit dem Bundestrend – die Nordmanntanne und die Blaufichte. „Beide halten sich in etwa die Waage“, erklärt Karrasch, „Douglasie oder Nobilistanne biete ich gar nicht erst an, da fragt keiner nach.“

Wer jetzt seinen Baum kauft, hat die größte Auswahl, sollte aber ein paar Regeln beachten, um ihn frisch zu halten. „Den Baum möglichst draußen in der Feuchtigkeit liegen lassen“, empfiehlt Karrasch. Aber auch eine kühle Garage oder Kellerräume seien für die Übergangszeit geeignet. Während der Lagerung sollte der gekaufte Baum im Netz bleiben. „Aber man holt ihn schon einen Tag vor dem Schmücken rein“, sagt Karrasch, „damit er seine Zweige ausrichten kann.“ Von seinem Netz befreit man den Baum, indem man ihn hinlegt und „von unten nach oben das Netz aufschneidet“, rät Karrasch: „Danach den Baum um 180 Grad drehen und das Netz wegziehen, dann bricht auch kein Zweig ab.“ Sobald der Baum im Zimmer aufgestellt wird, sollte der Fuß mit Wasser immer feucht gehalten werden. „Ein Anspitzen des Stammes ist nicht nötig“, weiß Karrasch, denn: „Der Baum zieht Wasser über die Rinde.“ Versteht sich, dass man ihn nicht zu nah an der Heizung platzieren sollte, damit er möglichst lange seine Nadeln behält. Ob ein paar Löffel Zucker im befeuchteten Ständer oder ein Blumenfrischhaltemittel Wunder bei der Lebensverlängerung des Tannengrüns bewirken, ist nicht sicher.

Die Nordmanntanne steht ganz hoch im Kurs: Sie ist nadelfest und nimmt es nicht so krumm, wenn sie mal zu wenig Wasser hat. Im warmen Zimmer übersteht die Tanne gut und gern zehn Tage. Außerdem pieksen ihre weichen Nadeln nicht. Der Meter kostet nach Angaben der deutschen Weihnachtsbaumerzeuger je nach Qualität zwischen 16 und 20 Euro.

Die Fichte besticht durch kräftiges Tannengrün und intensiven Duft: Noch in den 70er Jahren war die Blaufichte (auch Blautanne genannt) sehr populär. Heute liegt sie im Bundesdurchschnitt auf Rang 2 hinter der Nordmanntanne. Ihre Nadeln sind zäh, stechend, vierkantig und gekrümmt. Der Wuchs der Bäume ist selten gerade. Ein Meter kostet von neun bis zwölf Euro. „Wenn man statt einer Lichterkette lieber echte Kerzen anbringen möchte, ist die Blaufichte der richtige Baum“, sagt Karrasch, „weil hier die Abstände zwischen den Zweigen größer sind.“

Die Douglasie, die man nicht überall bekommt, gilt in Deutschland als die wichtigste „fremdländische“ Baumart. Der „Einwanderer“ stammt aus Nordamerika, hat weiche, dünne Nadeln und duftet intensiv. Mit neun bis zwölf Euro pro Meter ist er etwas günstiger als die Blaufichte.

Die Nobilistanne ist außer Mode gekommen und selten geworden, obwohl sie ein echter Dauerbrenner ist. Kein anderer Baum hält sich so lange im warmen Zimmer: Vier Wochen ohne zu nadeln, ist für diese Tanne völlig normal. Dafür gewinnt sie keinen Schönheitswettbewerb: Sie wächst ungleichmäßig und unsymmetrisch, duftet aber herrlich nach Wald. Der Meter kostet 17 bis 22 Euro.

Privat bevorzugt Axel Karrasch die Nordmanntanne: „2,50 Meter hoch und frei stehend.“ Für das Schmücken des Baumes ist seine Frau zuständig – und die mag die Deko schön bunt und üppig.



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