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Von Liedervätern und Rekordjägern

Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder (vermutlich vom Volksmund abgewandelte Strophe eines Gedichts von Johann Gottfried Seume). Und in der Tat hat der Schriftsteller recht, was am vergangenen Samstag mal wieder unter Beweis gestellt wurde. Da feierte der Hamelner Friedrich Isermann mit vielen Gästen seinen 90. Geburtstag, und zwar in Form einer „Kreuzfahrt, die nach Bodenwerder und zurück führte. Auf Geschenke hatte der langjährige „Liedervater“ der Liedertafel Hameln dabei verzichtet und stattdessen um eine Spende für die SOS-Kinderdörfer gebeten. Nachahmenswert. Und einen herzlichen Glückwunsch auch noch von dieser Stelle!

veröffentlicht am 11.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:41 Uhr

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Er firmiert gern unter dem Namen „Gebäudereinigung Rattenfänger“ und hat neben dem Langstreckenlauf ein großes Hobby: das Sammeln von Guinness-Büchern der Rekorde, in denen er als „Roadrunner“ bereits dreimal vertreten ist. Und einen vierten Eintrag peilt der 74-jährige Walter Bähre ebenfalls an, diesmal allerdings nicht mit Sport. Vielmehr möchte der selbst ernannte Rattenfänger dieses Ziel erreichen mit – ausgerechnet dem Sammeln von Guinness-Büchern! Etwa 300 verschiedene Ausgaben im Taschenformat oder als Beilage aus Nutella-Gläsern nennt er privat bereits sein Eigen, manche auf Englisch, andere auf Polnisch, die meisten aber auf Deutsch. Den Rekord hält zurzeit übrigens ein Engländer mit 353 verschiedenen Exemplaren des „Guinness Book of Records“, Bähre will ihn dieses Jahr aber noch einholen. Und eventuell einen kleinen Laden im Hefehof mieten, um dort eine Art Museum für die Bücher einzurichten.

Ein herzliches Wiedersehen gab es in dieser Woche im Medien-Raum der Dewezet, und zwar zwischen Bürgermeisterin Ursula Wehrmann und der ehemaligen Zwangarbeiterin Olga Barbesolle. Die 90-Jährige aus Frankreich, die in der Ukraine geboren und von dort aus während des Zweiten Weltkrieg von den Nazis in die Rattenfängerstadt verschleppt worden war, las in Hameln aus ihrem Buch „Les Sans-Amour – Die Ungeliebten“. Und die grüne Bürgermeisterin, die sich erinnerte, die Französin bereits 2009 schon einmal in der Rattenfängerstadt begrüßt zu haben, erwarb nicht nur das Buch mit den Erinnerungen der quicklebendigen Seniorin (samt Widmung), sondern entdeckte beim anschließenden Blättern zu Hause auch sich selbst auf einem Foto im Anhang. Übrigens: Bereits vor sechs Jahren hatte sich die Lokalpolitikerin in ihrem Grußwort gegen jegliche Form von Rassismus ausgesprochen – ein Thema, aktueller denn je!

„Ameland ist etwas ganz Besonderes. Das kann man nicht mit Worten beschreiben – das ist wie ein Virus ohne Gegenmittel.“ So jedenfalls heißt es bei der Katholischen Jugend Hameln, die übers Pfingstwochenende zum 50-jährigen Jubiläum dieser Ferienfreizeit mit einem bunten Programm einlädt. Einer der Männer (respektive Kinder) der ersten Stunde und selbstverständlich auch jetzt dabei: der Hamelner Dr. Burkhard Nowotny, heute wohnhaft bei Bonn. Nowotny, früherer Schüler des Schiller-Gymnasiums, hat übrigens bei der Dewezet volontiert und später als Journalist praktisch die ganze Welt bereist. Die kleine holländische Insel Ameland aber hat in seinem Herzen einen besonderen Platz:1967 war er erstmals als Gruppenleiter mit in Buren auf Ameland, dann 1968 erneut und dann wieder 1973, als er auch seine spätere Frau Gerda kennenlernte. Ende 1973 fand die Verlobung statt, inzwischen sind die beiden 40 Jahre verheiratet.

4 Bilder

christa.koch02@gmail.com

„Liedervater“ und „Kreuzfahrer“: Friedrich Isermann wurde 90. geb

Das Archivbild vom 9. September zeigt Walter Bähre vor dem Nordertor in Flensburg vor dem Start zu einer Tour rund um Deutschland. dpa

Dieses Foto von 2009 entdeckte Bürgermeisterin Ursula Wehrmann in dem Buch von Olga Barbesolle. In Hamelns Buchhandlungen war der Band gestern übrigens vorerst nicht mehr zu haben.Dana



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