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Die Sport-Gala naht – und Profi André Arras verrät, welche Tanzfehler man vermeiden sollte

Von falschen Schritten und faulen Ausreden

Hameln. „Wir tanzen Arm in Arm und Blick in Blick, immer ein’n Schritt vor und zwei zurück…“, sang einst Ulla Meinecke. Seufz, wenn’s doch nur so einfach wäre! Klar, es gibt sie – die begnadeten Tänzer. Aber wetten, dass sie immer gerade woanders sind, wenn man selbst Lust hat, eine Runde zu drehen. Und wetten, dass man garantiert an den Mann gerät, für den Takt und Rhythmus Fremdwörter sind. Das gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall. Wenn jetzt der Ball der Bälle vor der Tür steht, die große Sport-Gala am Samstag in der Rattenfänger-Halle, dann gibt es ein paar „No Goes“ fürs Parkett, die Er und Sie beherzigen sollten. Die fünf schlimmsten Fehler – André Arras, Chef der Tanzschule „Für Sie“, hat sie aufgelistet:

veröffentlicht am 02.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Ekel-Faktoren: Mundgeruch, Schweiß, aufdringliches Parfum. Mundgeruch macht auf der Tanzfläche einsam: „Der Partner geht instinktiv auf Abstand“, sagt Arras. Und schon haut’s mit der Optik und den Schritten nicht mehr hin. Das Gleiche gilt für zu viel Parfum. Wer will schon in einer Wolke übers Parkett segeln? „Und das Sakko ablegen und die Dame dazu zwingen, ihre Hände auf das schweißnasse Hemd zu legen, geht gar nicht“, so Arras: „Die Etikette schreibt vor, dass der Herr zum Tanzen das Sakko trägt.“

Führungsschwäche: Der Mann führt. Das haben wir alle in der Tanzstunde gelernt. „Er führt selbst dann, wenn er nicht tanzen kann und sie eindeutig besser ist“, sagt Arras. Der Grund: die Haltung. „Er hat sie im Arm – auch wenn sie ihn sonst im Griff hat“, erklärt der Profi.

Mobilmachung: Er und Sie sind adrett gekleidet und in schönster Tanzlaune. Da vergisst der Herr im Überschwang seiner Tanzeuphorie leicht, dass Sie in der großen Robe nicht nur eine gute Figur macht, sondern auch viel Fuß zeigt – in hochhackigen Sandaletten oder Peep-Toes, die den Blick auf frisch lackierte Zehen freigeben. „Beim Tanzen einfach drauflosstürmen und der Dame auf die Füße treten – das geht gar nicht“, sagt Arras. Das gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall, nur sieht man da die blauen Flecken nicht so schnell. Und den Schmerz zu unterdrücken hat man(n) ja hoffentlich gelernt …

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Rücksichtslosigkeit: Wenn zu fortgeschrittener Stunde der Alkoholpegel steigt und die Hemmungen fallen – dann tummeln sie sich wieder, die Paare, die für ihre ausschreitenden Bewegungen eindeutig mehr Raum brauchen, als ihnen zur Verfügung steht. Rücksicht auf andere Tänzer? Fehlanzeige. Klarer Verstoß gegen die Etikette: „Die Dame mit einer wilden Drehung ins Nachbar-Paar zu schleudern“, rügt Arras.

Selbstüberschätzung: Eigentlich beherrschen beide nur Disco-Fox. Jetzt aber stimmt die Kapelle Tango an. Oder Cha-Cha-Cha. Und danach den schwungvollen Wiener Walzer. Reichen dafür die Disco-Fox-Grundschritte? „Nein, da sollte man sich besser in Tanz-Abstinenz üben“, empfiehlt Arras. Es sei denn, man will als Witzfigur für Heiterkeit sorgen. Oder die Tanzfläche ist so überfüllt, dass man sich ohnehin nicht bewegen kann.

Wie aber lehne ich galant ab, wenn ich zum Tanzen keine Lust habe? Die Liste fauler Ausreden ist so lang wie blöd. Will man es mit der Dame, die es mit Macht aufs Parkett zieht, nicht ganz verderben, sollte man sich charmant aus der Affäre ziehen – und ihr zum Beispiel anbieten: „Ich möchte Ihre Gesundheit nicht gefährden, aber darf ich Sie zu einem Getränk einladen?“ Wenig ratsam ist es, ihr anzuvertrauen, dass man aus „religiösen Gründen“ nicht tanzt. Das könnte intellektuelle Diskussionen nach sich ziehen, auf die man bei einem Tanzvergnügen ja nun wirklich gern verzichtet. Und die üblichen Ausreden wie „Oh, schade, aber mein Meniskus“ oder „Ich habe gerade eine Knie-Operation hinter mir“ sind so ausgelutscht, dass sie nicht mehr ziehen. Bleibt noch die Möglichkeit, sich einen Button ans Revers zu pinnen, der auch ohne Worte klar macht: „Ich tanze nicht.“ Als Spaßbremse kann man aber auch schnell sehr einsam sein.

Wie wär’s stattdessen mit der Flucht nach vorn: Nicht erst auf den Walzer warten, sondern die Dame schon vorher fragen: „Darf ich Sie zum Thekenwalzer bitten?“ Das klappt bei der Sport-Gala garantiert problemlos: Schließlich gibt’s da ja neun (!) Bars zur Auswahl…

Sie hat zu viel Parfum aufgetragen oder ist ihm beim Tanzen gerade auf die Zehen getreten – beides gehört zu den schlimmen Fehlern auf dem Parkett. André Arras, Chef der Tanzschule „Für Sie“, und die angehende Tanzlehrerin Julia Wolter wissen, was man auf dem Parkett vermeiden sollte. Und ein Tanzmuffel-Button macht auf einem Ball garantiert einsam.

Fotos: Dana



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