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Der mit dem Körper spricht: Coach und Bestsellerautor Stefan Verra eröffnet Dewezet-Vortragsreihe

Von eindeutigen und versteckten Signalen

Hameln. Mit nach vorn geneigtem Oberkörper und großen, schnellen Schritten, die auf dem Boden laut widerhallen, kommt er auf Martin zu. Und der schaltet instinktiv auf Abwehr, hält ihn sich vom Leib – bis hierher und nicht weiter. Die Signale sind eindeutig. Körpersprache. Und auf die versteht sich Stefan Verra. Martin hat er sich auf die Bühne geholt, um zu untermauern, was er sagen und zeigen will. Das funktioniert problemlos, auch ohne Absprache. Und zwar mit jedem, den Verra gestern Abend im Maxx-Kino spontan als Partner erwählt und ins Rampenlicht holt. Keiner, der nicht mitspielt, wenn der quirlige Österreicher Wissenstransfer als Show inszeniert und dabei die Lacher auf seiner Seite hat.

veröffentlicht am 09.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Zum Auftakt der Dewezet-Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit Sparkasse Weserbergland, Stadtwerken, Mediamarkt und Sprecherhaus wird Körpersprache analysiert: „Was sagt mein Körper und warum weiß ich nichts davon?“, fragt Verra – und hat natürlich die Antworten parat. Im interaktiven Spiel mit dem Publikum, das interessiert, gebannt und amüsiert seine Ausführungen und Darstellungen verfolgt, kristallisieren sich nicht nur typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensmuster heraus, sondern nehmen sich die Zuschauer plötzlich auch selbst wahr: Warum stehe ich so, wie ich stehe? Was mache ich mit meinen Händen? Wie begrüße ich andere mit Handschlag? Wie wirke ich überhaupt?

Innehalten. Nachdenken. Zunächst mal über sich selbst. Und dann erst über andere. Verra warnt vor allzu leichtfertiger Pseudopsychologie und vorschnellen Urteilen. Ob ein Händedruck lasch, fest, forsch, zupackend oder zurückhaltend ausfällt – es geht, macht der Coach und Bestsellerautor klar, zunächst nur um die Übermittlung von Informationen, um die Art und Weise, wie der andere mit uns kommunizieren will. Wer lernt, auf die Körpersprache anderer zu achten, kann auch sensibler auf sie reagieren. Oder sich besser gegen sie wehren. „Wenn jemand zur Tür hereinkommt, entscheiden wir in Millisekunden, ob wir uns vor ihm schützen müssen oder entspannen können.“ Ein schneller, forscher Gang, große, laute Schritte, der Oberkörper nach vorn geneigt – Achtung, aggressiv! Die Hände auf dem Rücken vermitteln Arroganz und Überheblichkeit. Wer breitbeinig dasteht und dabei das Becken provokativ nach vorn schiebt, kommt nicht sympathisch rüber. Verra muss das nicht erklären: Er fragt das Publikum. Und das findet zu jeder Körperhaltung selbst die richtigen Antworten; denn eigentlich wissen wir das ja, bekommen es aber selten so unterhaltsam und nachdrücklich vorgeführt.

Erstaunlich, wie Verra die Körpersprache von drei verschiedenen Menschen analysiert, die er sich auf die Bühne holt und dann nacheinander auf sich zugehen lässt. Blitzschnell hat er sich Bild gemacht und scheint damit auch richtig zu liegen. Die Probanden bestätigen seine Analysen.

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„Wie ich im Hinblick auf Körpersprache so rüberkomme – vielleicht wird Stefan Verra noch etwas dazu anmerken“, hatte Verleger Günther Niemeyer eingangs in seiner Begrüßung gesagt. Verra merkte nichts dazu an. Musste er auch nicht; denn jeder im Saal hat an diesem Abend wohl selbst Antworten für sich gefunden.

Eine Bildergalerie gibt’s im Internet unter www.dewezet.de

Körpersprache – unterhaltsam rpäsentiert: Der Coach nimmt sein Publikum mit. Fotos: Wal

Stefan Verra macht’s vor: Hände auf dem Rücken wirken überheblich.

Luftige Gesten signalisieren Aktivität. Je höher dabei die Arme gehen, umso euphorischer die Wirkung.

Eine typisch weibliche Haltung...

...und eine typisch männliche, aber wenig sympathische, erklärt Stefan Verra.

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