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Nach Preisverleihung: Elisabeth-Selbert-Schule erhält Besuch von Experten aus ganz Deutschland

Von der besten Schule wollen alle lernen

HAMELN. Seit dem die Elisabeth-Selbert-Berufsschule (ESS) – wie berichtet – vor einem halben Jahr zu Deutschlands bester Schule 2017 gekürt wurde, geben sich dort die Besucher die Klinke in die Hand. „Wir haben viel Besuch“, sagt Schulleiterin Gisela Grimme, „insofern macht die Auszeichnung viel Arbeit.“

veröffentlicht am 28.11.2017 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 28.11.2017 um 17:40 Uhr

Die Elisabeth-Selbert-Schule am Langen Wall: Der Preis macht Deutschlands bester Schule viel Arbeit. Foto: dpa

Schulexperten aus dem gesamten Bundesgebiet wollten sich darüber informieren, wofür die ESS den Deutschen Schulpreis erhalten hat. „Die wollen hören und sehen, was wir hier machen“, sagte Grimme. „Insofern macht die Auszeichnung viel Arbeit“, so die Schulleiterin.

Aber der Preis mache auch die Schülerschaft und das Kollegium weiterhin stolz. „Die Schülerinnen und Schüler freuen sich, dass sie hier zur Schule gehen“, sagte Grimme. Viele wollten am liebsten auf ihr Zeugnis einen Stempel mit dem Aufdruck „Beste Schule Deutschlands“ haben.

Am 29. Mai dieses Jahres hatte die Berufsschule die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin aus den Händen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalten. Der von der Robert-Bosch-Stiftung verliehene Preis gilt als einer der wichtigsten dieser Art in Deutschland. Gewürdigt wurden unter anderem die vorbildlichen Unterrichtskonzepte und die Ausbildungserfolge der ESS.

Die Schule wird von gut 2000 jungen Menschen aus mehr als 30 Nationen besucht. Sie werden in Fächern wie Agrarwirtschaft, Gesundheit und Pflege oder Sozialpädagogik unterrichtet und können jede Art von Schulabschluss nachholen – bis hin zum Abitur. Ein Beratungsteam aus Lehrern, einer Pastorin und einem Sozialarbeiter bietet auch außerhalb des Unterrichts Hilfestellung, egal ob für minderjährige Mütter, inhaftierte Jugendliche oder junge Menschen mit Fluchterfahrung, die in Sprachförderklassen unterrichtet und in den Schulalltag integriert werden.

Als Europa-Schule pflegt die ESS zudem Austauschprogramme mit Schulen in gut einem Dutzend Ländern. Die Jury des Schulpreises hatte festgestellt: „Durch das dichte Geflecht aus passgenauer pädagogischer Förderung und Fürsorge erzielen die Schüler hier Erfolge, die an anderen Schulen kaum jemand für möglich hielt.“

Trotz des zusätzlichen Schwungs, den die Auszeichnung gebracht habe, sei sie zwischendurch immer wieder wütend, sagte Grimme. Und zwar, wenn sie in Sonntagsreden davon höre, was alles für die Bildung getan werde oder getan werden solle. Dabei gebe es auch in Deutschlands bester Schule wegen Lehrermangels eine schlechte Unterrichtsversorgung. Zudem fehle es an Räumen und sonstigen Ressourcen. „Es ist zum verrückt werden“, sagte Grimme. „Ich weiß nicht, warum dieses Land es nicht versteht, wie wichtig Bildung ist.“

Das Preisgeld für den Schulpreis sei noch nicht ausgegeben, so die Leiterin. Es solle in einen besonderen Raum investiert werden, wenn die ESS, wie geplant, in einigen Jahren in einen Neubau auf dem Gelände der früheren britischen Garnison umzieht.

dpa



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