weather-image
Was von der Drei-Tage-Party in Hameln bleibt

Von Absagen bis Wetter - die Bilanz zum Pflasterfest

HAMELN. Die Schrecksekunde bei der Recherche: Oh ja, stimmt, um ein Haar hätte es das Pflasterfest nicht gegeben. Die Stadt hatte nämlich eigentlich eine Sondernutzungsgebühr von 5 Euro pro Quadratmeter erheben wollen. Das wäre das Aus gewesen, hatte die Hameln Marketing- und Tourismus GmbH angekündigt. Am Ende stand eine Änderung der Gebührensatzung – und Hameln konnte: feiern! Die Bilanz in einem Wort: Hammer. Und in mehreren (Stich-)Worten kommt sie hier:

veröffentlicht am 22.08.2016 um 16:50 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

270_0900_10583_hm807_Pflasterfest_Wal_2208.jpg

Autor:

Birte Hansen

Absagen: Ursprünglich sollten 85 Bands auftreten. Zwei sagten ab, so waren’s (nur) noch 83. Dafür gab es eine Bühne mehr.

Arbeit: Gab es reichlich. Geschätzte 375 Menschen haben auf dem Pflasterfest nicht nur ihren Spaß gehabt, sondern nebenbei oder hauptsächlich dort gearbeitet. Gleiches gilt für ungefähr 410 Künstler. Bei der HMT sind übrigens gerade mal drei Leute mit der Planung und Umsetzung betraut.

Feedback: Nicht nur in den sozialen Medien gibt es Feedback, Stadtmanager Dennis Andres, bekommt auch per E-Mail und telefonisch reichlich Lob. „Wir wollten nur mal Danke sagen …“, ist so eine Mail. Und eine Truppe, die laut Andres jedes Jahr aus Ostfriesland anreist, weil deren Stadtfest so schlecht sei, habe sich auch schon wieder gemeldet: „So toll.“ Auch von den Bands habe es bislang gute Rückmeldungen gegeben. „Fresh Music Live“ beispielsweise hätten seit 15 Jahren nicht mehr auf einem Stadtfest gespielt, erzählt Andres. Deren überliefertes Urteil: „Is’ das geil.“

270_0900_10582_hm832_Pflasterfest_Wal_2208.jpg
  • Die Band Fresh Music Live begeisterte das Hamelner Publikum. Foto: Wal
270_0900_10584_hm808_Pflasterfest_Wal_2208.jpg
  • Die Begeisterung war gegenseitig: Dem Pflasterfest-Publikum gefielen die Bands. Foto: Wal

Fotos: Ungezählte wurden gemacht. Selfies, Fotos von Bands, von Freunden, von Sängern, von Kindern – alleine unser Dewezet-Fotograf Matthias Waldeck (Wal) hat über 1000 Fotos gemacht. Zu sehen in den Bildergalerien auf dewezet.de

Geld: Immerhin die schwarze Null ist laut Stadtmanager in diesem Jahr erreicht worden. 120 000 Euro hat der Spaß gekostet. Dass aber Gewinne mit der Riesenparty eingefahren werden, sieht Andres nicht. Zwar hätten sie eine ganze Menge mehr Einnahmen gehabt, doch „je größer man wird, desto mehr braucht man“: Überfahrhilfen für die Kabel, Feuerwehrleute, Sicherheitsdienst, Bühnen, Erfüllung der Band-Ansprüche hinsichtlich Technik, … Gewinn zu machen, sei aber auch nicht das Ziel – „wir machen was fürs Image der Stadt.“ Dennoch profitieren einige von dem Fest: Cafés, Hotels, Restaurants, Tankstellen, Einzelhändler. Der Tagestourist an sich lasse im Schnitt 25 Euro in Hameln – „das dürfte bei den Pflasterfestbesuchern noch mehr sein“, kalkuliert Andres. Nebenbei bemerkt: Über weitere Sponsoren würden sich Andres und seine beiden Mitstreiter nicht beklagen.

Glockenspiel: Spielt. Mit Rattenfängersage um 13.05 Uhr, 15.35 Uhr, 17.35 Uhr, auch, wenn nebenan eine Band spielt. „Unser Ziel ist es, dass das Glockenspiel spielt, wenn nebenan gerade keine Band spielt“, sagt Andres. Das entsprechend zu takten, sei aber gar nicht so einfach.

Höher, schneller, weiter: „Unser Ziel ist schon, uns zu vergrößern“, sagt Stadtmanager Dennis Andres, „da gibt es noch Luft“. Zum Beispiel Richtung Weser, oder am City-Bahnhof. Doch beides ist fernere Zukunftsmusik und noch nicht fürs nächste Jahr vorgesehen. Trotzdem ist die Devise für das fünfte Pflasterfest 2017: „Wir wollen nochmal richtig angreifen.“ Als Hebel sieht Andres Lichteffekte und die Musik – wer ihm da als potenzielle Acts im Kopf herumspukt, behält er noch für sich. Auf dem Pferdemarkt sei außerdem noch Luft für schöne Stände. Die Planungen für das nächste Fest haben schon begonnen.

Müll: Lästig und wohl unvermeidbar – zwar hat die HMT nach eigener Aussage schon 20 blaue Tonnen zusätzlich aufgebaut, doch die kleinen städtischen Mülleimer stoßen bei 32 Essensständen schnell an ihre Grenzen und quellen hässlich über. „Nächstes Jahr stellen wir noch mehr Tonnen auf“, kündigt Andres an.

Musikinstrumente: Waren dabei, ja. Von der HMT geschätzt: 320. Gitarren, Bässe, Banjos, Schlagzeuge, Triangeln, Pennywhistles… 38 Verstärker waren ebenfalls im Einsatz.

Online: 20 400 Ergebnisse liefert Google beim Suchbegriff „Pflasterfest“ , 11300 Ergebnisse „Pflasterfest Hameln“. Die offizielle Facebookseite erhielt 3074 Likes. Ein paar ausgewählte Kommentare: „Nächtliches Tanzfieber zu heißen Rhythmen. Ich bin das in unserer ruhigen Stadt nicht gewöhnt.“ *** „Es war einfach alles grandios: Publikum, Wetter, Sound!“ (Musiker Nick March) *** „ABGEHHZZZ PARTYROCK IN THE HOUSE TONIGHT“ ***„Metal-Coverband „Jawbreaker“ – richtig geil“ *** „Wishing Well ist so geil“***„As always, Royal guitar Club played an incredible set on the Rockline stage today.“

Sitzgelegenheiten: Klar, die Leute sollen tanzen. Und dann, für eine Pause, zunächst mal in die Cafés gehen. Und dann … Dem Bedürfnis zu sitzen, sei man zwar schon nachgekommen, indem die Standbetreiber Bierbänke aufgestellt hätten, doch über weitere Sitzgelegenheiten hier und dort wolle man für nächstes Jahr nachdenken, so Andres.

Sorge I: „Terror“ war bei den Planungen ein Thema. Einen Veranstaltungsort wie die Innenstadt abzuriegeln und Kontrollen einzuführen – „bei einem Stadtfest kaum zu machen mit so vielen Eingängen“, sagt Andres. Die Polizei ist mit 20 Mann Streife gegangen, der Sicherheitsdienst war von acht auf 14 in Spitzenzeiten aufgestockt worden. „Ein friedliches Fest“, lautet Andres Urteil. Sorge II: Die „Stars for free“ traten am Samstag in Hannover auf, darunter Nena und Milow und hätten zum Publikumsphishing führen können – so die Befürchtung der Veranstalter. In Hameln waren dennoch genug. Toiletten: An acht Stationen. Und an einem Streifenwagen …

Wetter: Wird für nächstes Jahr wieder so bestellt. Vielleicht mit noch weniger Regen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt