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Berhane Berhane im Hamelner Lalu

Vom Schuhverkäufer zum Bühnenstar

HAMELN. Er wird als neues „Licht auf Deutschlands Comedy-Bühnen“ gefeiert, sammelt bei Wettbewerben Pokale wie Bayern München Meisterschaften, und weckt schon mit seinem Namen Interesse: Berhane Berhane. Nun gastierte der dunkelhäutige Schlacks mit dem ewigen Lächeln im Lalu.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 09.11.2017 um 18:24 Uhr

Berhane Berhane im Hefehof. Foto: Henner E. Kerl

Autor:

Henner E. Kerl
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Sein Soloprogramm „Helden sind immer unterwegs!“ machte nur bedingt deutlich, warum der gebürtige Äthiopier so hoch gelobt wird. Denn nur mühsam kam er in Schwung, und erst spät sprang der Funke über: Zu lange präsentierte sich Berhane Berhane mehr als charmanter Entertainer denn als Comedian.

Schade, denn gewiss steckt in dem Heidelberger in der Tat wirklich mehr als nur die Gabe, überaus charmant, witzig und gestenreich zu plaudern. Doch das bewies er nur nach der Pause, als sein Programm Tempo aufnahm, Berhane auch als Tänzer glänzte und schauspielerisches Talent offenbarte. So, als er in die Rolle diverser Diskotänzer schlüpfte und gekonnt die „Kettensäger“, Technofreaks und „Handysucher“ imitierte. Auch wenn das alles nicht neu war („Matze erklärt Technotanz“), es brachte endlich Stimmung in die Traumfabrik und ließ den Auftritt des Comedians doch noch zu einem Erlebnis werden.

Aus der Schar der Comedy-Artisten hebt sich Berhane angenehm hervor, und das machte dieser Abend im Hefehof ganz deutlich, wenn er aus einem eigenen Leben erzählt, sich dabei selbst auf die Schippe nimmt, nach dem Motto „Ich will Spaß haben“ skurrilste alltägliche Begebenheiten zu Geschichten macht und dabei schließlich auch dem Namen seines Programms mit den Helden gerecht wird.

Denn zu erzählen hat Berhane viel. Vor allem rund um seinen Namen, seine ersten Jahre in Deutschland und seinen beruflichen Aufstieg vom Schuhverkäufer bis hin zum Bühnenstar. Weil er bei seiner Ankunft in Deutschland keinen Nachnamen hatte, wurde sein Vor- auch sein Nachname, und das schreit geradezu nach Irritationen und merkwürdigsten Anekdoten beim Zoll beispielsweise, im Passamt oder bei Begegnungen mit der Polizei: Dunkelhäutig und dann diese Namen, wenn das nicht die Sicherheitsbehörden auf den Plan ruft!

So bleibt nach diesem Abend in der Lalu-Traumfabrik die Erinnerung an einen Comedian, der wirklich zu einem „neuen Licht auf den Comedy-Bühnen“ werden kann, wenn er noch kräftig an seinem Programm feilt, Plattitüden meidet und den Spannungsbogen nicht nur zum Finale hochhält.

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