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Afferder will mit neuem Projekt Vorbild für andere Anbieter sein

Vom Resthof zum Seniorenzentrum

veröffentlicht am 09.09.2016 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:53 Uhr

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Michael Zimmermann

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Sollte aber die Genehmigung vom Bauamt rechtzeitig kommen, wird hier schon ab Oktober gebaut.

Die Häusliche Krankenpflege-Station GmbH (HKS) plant, den Hof umzubauen, zu sanieren und hier eine Kombination aus Wohnen, Pflege und Betreuung für Senioren einzurichten.

Aus dem 90 Quadratmeter großen Anbau soll eine Begegnungsstätte mit Seniorencafé werden, daneben entsteht auf 400 Quadratmetern im Untergeschoss eine Tagespflege für bis zu 20 Personen, darüber sollen langfristig für betreute Wohnungen gebaut werden, genauso wie in zwei Scheunen mit 350 und 180 Quadratmetern Fläche, zu Preisen „leicht über der ortsüblichen Miete“, wie es heißt.

Ins Fachwerkhaus werden der ambulante Pflegedienst und die Verwaltung einziehen, auf der Grünfläche um die Gebäude herum wird ein großer Garten für die Bewohner der Anlage und die Kunden der Tagespflege angelegt – alles barrierefrei, versteht sich.

Mehr als eine Million Euro investiert die HKS in den Umbau, eine eher langfristige Investition: Auf 15 bis 20 Jahre sei die Finanzierung angelegt. Getragen werden soll diese vor allem durch Mieteinnahmen und die Tagespflege. „Wir hätten sicher auch Räume für unser Projekt mieten können“, sagt Sascha Hartwig, der das Vorhaben betreut. „Das wäre aber bei der Größe der Fläche nicht sinnvoll gewesen.“ Schon seit 1993 sitzt der ambulante Pflegedienst in Afferde, nicht weit vom zukünftigen Standort. Auf der Suche nach geeigneten Räumen fuhr Hartwig darum oft am Resthof vorbei, der in vielen kleinen Einheiten vermietet war. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer war der Kauf beschlossene Sache.

„Besonders bei älteren, alleinlebenden Menschen besteht die Gefahr der Vereinsamung und Isolierung“, sagt Hartwig. „Wir wollen wir hier Isolation und Ausgrenzung im Alter verhindern.“ Die Mieter der Wohnungen bekämen Unterstützung im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen. Vor allem im Seniorencafé und bei der Tagespflege sollen die Menschen mit anderen in Kontakt treten und Veranstaltungen besuchen können.

Möglichst viele Menschen ab 65 sollen in der Region vom Angebot profitieren, die meisten Leistungen der Einrichtung könnten unabhängig von der Pflegebedürftigkeit oder des Hilfebedarfs in Anspruch genommen werden.

Die Kombination von altengerechtem Wohnen, tagesstrukturierenden Angeboten, und der Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit an einem Standort sei im ländlichen Raum noch nicht weit verbreitet, sagt Hartwig, der von einer „Vorbildfunktion für andere Anbieter“ spricht. Auf lange Sicht wollen die Betreiber mit weiteren Pflegediensten und Ärzten in der Region zusammenarbeiten.

Das Konzept überzeugte offenbar auch das Land Niedersachsen: Aus dem Förderprogramm Wohnen und Pflege im Alter der Landesregierung gibt es 100 000 Euro. Dieses Programm fördert „Neu- und Umbauten zur Schaffung einer alters- und pflegegerechten Wohnumfeld- beziehungsweise Quartiersinfrastruktur“, damit ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können und nicht in ein Pflegeheim ziehen müssen.„Von 138 Antragstellern bekamen zehn in diesem Jahr die Förderung bewilligt“, sagt Hartwig nicht ohne Stolz.

Schon im März sollen die ersten Gebäude fertig sein – bis dahin ist auch der Motorradclub in sein neues Domizil in einem angrenzenden Haus umgezogen.



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