weather-image
25°
Schwekendiek zeigt, wie’s geht / Kochwettbewerb der Dewezet

Vom leeren Kühlschrank zum Vier-Gänge-Menü

Hameln (ch). „Die Schildkröten sind tabu“, ist das erste, was Anke Rettkowski, Produzentin der Musicals Rats und Münchhausen, sagt, als sich Achim Schwekendiek, Chefkoch des Schlosshotels Münchhausen, in ihrer Wohnung suchend nach etwas zu essen umblickt. Der vielfach ausgezeichnete Gourmetkoch will anhand des spärlich gefüllten Kühlschranks der Tanzpädagogin und Choreografin zeigen, dass sich auch aus sehr wenig noch viel zaubern lässt. Wer steht nicht manchmal vor dem nur mäßig gefüllten Kühlschrank und greift in Ermangelung einer Idee dann doch zu einem Fertiggericht oder Nudeln mit Tomatensoße? Wer hingegen glaubt, das würde er auch hinbekommen und ein tolles Rezept für eine Vorspeise, ein Hauptgericht oder einen Nachtisch hat, mit dem er eine Jury, in der unter anderem Achim Schwekendiek sitzt, überzeugen kann, der sollte dies beim Dewezet-Koch-Wettbewerb „KüchenZeilen“ unter Beweis stellen. Wie es geht, zeigt der Profi.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:21 Uhr

270_008_5782128_hm111_3008.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Salat ist für die Schildkröten, der Rest steht zur freien Verfügung. Ein Blick genügt, zielstrebig holt Schwekendiek ein paar Tomaten, Paprika, eine kleine Zucchini, Parmesan und geriebenen Käse aus dem Kühlschrank und legt sofort los. Messer, Brettchen, „gibt es einen Mixer?“ „Ja“, Anke Rettkowski jubelt, „gibt es.“ Beim Blick in die Schränke finden sich sogar noch eine Zwiebel, Knoblauch und Lasagneplatten. Schwekendiek schneidet die Zwiebel in kleine Stücke, das angebliche Profi-Tupper-Gerät, das ihm Rettkowski fröhlich entgegenhält, weist er zurück, auch das Ofenthermometer – „der Ofen hält die Temperatur nicht“ – braucht er nicht: „Kein Problem, ich mach das nach Gefühl.“ Ungerührt von Fotoblitzen, häufigen Nachfragen und Besuchen von Nachbarn, die kurz vorbeischauen, um dem Spitzenkoch einmal hautnah zu erleben, schnippelt, rührt und dekoriert er in der wenige Quadratmeter großen Küche auf einem Meter Arbeitsfläche vollkommen gelassen. Dabei steht zu Beginn nicht einmal genau fest, wie die vier Gänge aussehen sollen. „Ich fang’ mal mit dem Hauptgang an und schau dann, was übrig bleibt.“ So entsteht zunächst eine Zucchini-Moussaka mit Paprika. Dann wieder ein Blick in den Kühlschrank. Mithilfe einer Gurke, Basilikum aus dem Garten, Gewürzen und Tomaten entsteht ein Gazpacho, der mit kleingeschnittenen Gurkenwürfeln und einer Basilikumspitze angerichtet wird. Mithilfe einer selbst gebastelten Spritztüte aus Backpapier und zitroniger Crème fraîche entsteht auf dem Teller eine grün-weiß-rote Blüte. „Unglaublich, das muss ich mir aufschreiben, wie ging das?“ Anke Rettkowski versucht, sich alles genau zu merken. „Worin wurden die Bananen geschwenkt, wann müssen die Karotten dazu und wie hast du den Käse so hinbekommen?“ Schwekendiek lächelt, antwortet, durchsucht die Schränke nach Gewürzen und Töpfen und kocht vier Gänge parallel. Als zweiten Gang gibt es ein Petersilien-Risotto mit Karotten und Parmesan und als Dessert Crêpes auf karamellisierten Bananen mit Schokoladensauce. Dafür wird dann auch mal das schokoladige Geschenk, das der Koch eigentlich hatte mit nach Hause nehmen sollen, geopfert. Schließlich sind alle Zutaten erlaubt, die sich im Haus befinden, und Improvisation erwünscht.

„Ich hätte mir selbst einen Salat mit einer fertigen Sauce gemacht“, gibt Rettkowski zu. Von Schwekendieks „Rettkowskis Kühlschrank-Menü“ ist sie restlos begeistert, jeder Gang wird mit einem passenden Begriff aus dem Bereich des Tanzens betitelt. Eifrig beobachtet sie jeden Schritt, schreibt mit, um alles nachkochen zu können. Schließlich gibt es kein fertiges Rezept dafür.

Leser, die meinen, ein Rezept für ein ähnlich tolles Menü oder auch nur eine Vorspeise, Hauptgang oder einen Nachtisch zu haben, können dies beim Koch-Wettbewerb „KüchenZeilen“ der Dewezet per E-Mail einreichen unter kuechenzeilen@dewezet.de oder per Post an die Dewezet, Stichwort „KüchenZeilen“, Osterstraße 15-19, 31785 Hameln. Auch in der Kategorie „Tischkultur“ kann dabei durch eine schöne Deko gepunktet werden.

270_008_5782124_hm110_3008.jpg
  • „Ménage à trois“ (Zuccini-Mussaka mit drei Frühlingszwiebeln).
270_008_5782113_hm103_3008.jpg
  • „Pirouetten-Crêpes“ (Crêpes mit Bananen und Schokosauce).
270_008_5782121_hm108_3008.jpg
270_008_5782118_hm106_3008.jpg
270_008_5782134_hm112_3008.jpg
  • „Sidewalk der Gemüse“ (Tomaten-Gurken-Gazpacho).
270_008_5782124_hm110_3008.jpg
270_008_5782113_hm103_3008.jpg
270_008_5782121_hm108_3008.jpg
270_008_5782118_hm106_3008.jpg
270_008_5782134_hm112_3008.jpg

Einsendeschluss ist der 10. September. Die Rezepte bitte mit Foto des Gerichts sowie vollständiger Anschrift nebst Telefonnummer einsenden. Die drei Gewinner werden dann zum Live-Kochen bei der Firma KüchenART eingeladen und erhalten jeweils einen tollen Preis im Wert von 100 Euro.

Auf knapp einem Meter Arbeitsfläche bereitet der Gourmetkoch Achim Schwekendiek das Gemüse für das Tomaten-Gurken-Gazpacho vor. Die Zucchini für die Mussaka liegen schon bereit, auf dem Herd schmoren Paprika mit Zwiebeln und Knoblauch (oben). Anke Rettkowski (unten) wirft einen skeptischen Blick in ihren Kühlschrank.

Fotos: ch

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare