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Rattenfänger-Halle schreibt dickes Defizit

Vom Handball-Tempel zum Sorgenkind

Hameln (wft). Sie sollte für einige Jahre der Handball-Tempel in Hameln sein, die 1988 ihrer Bestimmung übergebene Rattenfänger-Halle. Handball hat nach dem finanziellen Absturz der VfL-Bundesligamannschaft dort lange nicht mehr stattgefunden, was sich zumindest in der bevorstehenden Saison wieder ändern soll: Die HF Springe wird in diesem Jahr drei ihrer Spiele und 2015 fünf weitere Begegnungen in der Halle austragen und damit das Vermarktungsergebnis der für die Rattenfänger-Halle zuständigen HMT ein wenig stärken.

veröffentlicht am 07.08.2015 um 16:53 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:21 Uhr

Außen blühende Wiesen, innen gähnende Leere. Die Rattenfänger-Halle hat zu wenig Zulauf. Foto: Dana
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Hameln (wft). Sie sollte für einige Jahre der Handball-Tempel in Hameln sein, die 1988 ihrer Bestimmung übergebene Rattenfänger-Halle. Handball hat nach dem finanziellen Absturz der VfL-Bundesligamannschaft dort lange nicht mehr stattgefunden, was sich zumindest in der bevorstehenden Saison wieder ändern soll: Die HF Springe wird in diesem Jahr drei ihrer Spiele und 2015 fünf weitere Begegnungen in der Halle austragen und damit das Vermarktungsergebnis der für die Rattenfänger-Halle zuständigen HMT ein wenig stärken.
 Was auch nötig scheint, denn bei der gemeinsamen Vermarktung der Halle und des Weserbergland-Zentrums (WBZ) entstehen jährlich erhebliche Defizite. Nach Angabe von HMT-Geschäftsführer Harald Wanger waren es im Jahr 2012 rund 84 000 Euro, 2013 noch 48 000 Euro und ein Jahr später wieder 55 000 Euro. Wobei das WBZ schwieriger zu vermarkten sei als die Rattenfänger-Halle, betont Wanger, kann aber eine differenzierte Bilanz nicht vorlegen. „Das ist auch nicht unsere Aufgabe“, verteidigt er diese Tatsache, obwohl die Stadt bei der Frage nach Kosten und Erlösen für die Rattenfänger-Halle ausdrücklich auf die HMT verweist. Die Defizite muss die HMT als Pächter ausgleichen – entweder durch Quersubventionierung aus ihren anderen Geschäftsfeldern Stadtmarketing und Tourismus sowie der Veranstaltung der Musicals oder aus dem Gesellschaftskapital, was in den vergangenen beiden Jahren dazu führte, dass die HMT-Bilanz im Minus abschloss. „Das geht natürlich nicht auf Dauer“, weiß Wanger. Ziel müsse sein, eine „schwarze Null“ zu erwirtschaften.
 Dass sich die Vermarktungslage wenigstens für die Rattenfänger-Halle in den vergangenen Jahren verbessert hat, kann Wanger anhand der Mietumsätze nachweisen. Sie stiegen demnach von 2012 mit 148 600 Euro über 162 200 Euro (2013) im Jahr 2014 auf 176 900 Euro. „Das war bislang unser stärkstes Jahr“, bilanziert Wanger. „Für 2015 rechnen wir einem Umsatz von 165 000 Euro.“
 Den Ausgaben der Stadt in Höhe von durchschnittlich 168 000 Euro – der Mittelwert der vergangenen drei Jahre – unter anderem für Bauunterhaltung (113 000 Euro), Strom, Heizung, Wasser und Abwasser (37 000 Euro), Nutzungsentschädigungen (38 000 Euro), Grundsteuer (25 000 Euro), Reinigung (18 000 Euro) und nicht abzugsfähiger Vorsteuer (20 000 Euro) stehen nach Auskunft der Verwaltung „Einnahmen in ähnlicher Höhe aus Vermietung/Verpachtung und der Erstattung von Nebenkosten entgegen, ohne dies aber genauer darzulegen.
 Der energetische Zustand der Halle wird von der Verwaltung zwar nicht bewertet, aber darauf verwiesen, dass der Heizwärmeverbrauch pro Quadratmeter Fläche deutlich unterhalb des Vergleichswertes der Energieeinsparungsverordnung für Mehrzweckhallen liege. Eine energetische Erstberatung sei im Jahr 2011 von der Klimaschutzagentur durchgeführt worden. Entsprechende Vorschläge technischer und organisatorischer Art zur Minimierung des Stromverbrauchs für Heizung und Beleuchtung seien durch Schulungsmaßnahmen und den Austausch von Heizungsumwälz- gegen Hocheffizienzpumpen umgesetzt worden. Einen Investitionsstau für die Halle kann die Stadt nicht erkennen, denn jährlich würden 20 000 Euro für die laufende Bauunterhaltung und 80 000 Euro für Instandhaltungen und Wartungsmaßnahmen in den Haushalt eingestellt.



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