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Stadt und Landkreis verständigen sich auf Regelung, die weniger bürokratisch sein soll

Volle Teller für bedürftige Hamelner Kinder

Hameln (red). Bedürftige Kinder sollen beim Mittagessen in der Schule nicht mehr leer ausgehen. In einem Spitzengespräch haben sich Stadt und Landkreis auf eine Regelung verständigt, die für volle Teller in den Schulmensen sorgen soll. „Alle Beteiligten haben mitgezogen und das Wohl der Kinder im Blick gehabt“, lobt Hamelns Stadträtin Gaby Willamowius.

veröffentlicht am 29.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

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Bislang hatten sich vier Hamelner Schulen geweigert, die vom Landkreis geforderten Abrechnungen für das subventionierte Mensaessen zu leisten, und begründeten dies mit dem hohen Verwaltungsaufwand. Folge: Die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket kamen bei den betroffenen Schülerinnen und Schülern nicht an. Die Teller in den Mensen blieben leer.

Das soll sich ab 1. Oktober ändern. Am Albert-Einstein-Gymnasium, an der Sertürner Realschule, der IGS und der Pestalozzischule soll ab diesem Stichtag ein vereinfachtes Verfahren getestet werden, auf das sich die Schulexperten der Stadt mit dem Jobcenter, dem Sozialamt des Landkreises und den Schulleitern geeinigt haben. Danach gehen Sozialamt und Jobcenter künftig davon aus, dass alle Schülerinnen und Schüler, die eine Lernmittelbefreiung erhalten, auch im Sinne des Bildungs- und Teilhabepakets als „bedürftig“ gelten und damit einen Anspruch auf ein vergünstigtes Mittagessen haben.

Ohne einen Antrag wird es auch in Zukunft nicht gehen – aber auch hier sollen nach Darstellung der Stadt keine bürokratischen Hürden im Weg stehen: Der Antrag auf Lernmittelbefreiung soll einfach um eine Passage ergänzt werden. Die Eltern müssen ein Kreuzchen für „Mittagessen“ setzen, den Schulen entstehe dabei kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Kleiner Wermutstropfen: Weil die Anträge auf Lernmittelfreiheit für das kommende Schuljahr bereits gestellt sind, werden die Eltern in diesem Jahr noch separat angeschrieben.

Auch das Abrechnungsverfahren zwischen Schulen und Sozialamt beziehungsweise Jobcenter soll vereinfacht werden: Die Schulen nehmen künftig von den Schülern den geforderten Eigenteil von einem Euro pro Essen ein – am Ende genügt dann eine Strichliste, die die Zahl der ausgegebenen Mahlzeiten dokumentiert und die die Schulen vierteljährlich oder zum Ende eines Schulhalbjahres an das Sozialamt beziehungsweise das Jobcenter schicken.

Nach Angaben des Landkreises ist es denkbar, das Verfahren an sämtlichen Schulen im Kreisgebiet einzuführen, sollte der Test an den vier Hamelner Schulen erfolgreich verlaufen. Stadträtin Gaby Willamowius und Landrat Rüdiger Butte freuen sich, dass „der Knoten durchgeschlagen“ und eine Regelung erarbeitet wurde, die die Bedürfnisse der betroffenen Kinder berücksichtige.

„Wir freuen uns über die Lösung im Sinne der Kinder“, sagt Ratsherr Peter Kurbjuweit (Die Linke). „Auch wenn unser Ziel, die Schulspeisung ab dem 1. Schultag in trockenen Tüchern zu haben, nicht realisierbar war, sind wir erfreut über das Ergebnis.“ Auch der Kreistagsabgeordnete Frank Pook, der sagt, er habe auf die Lösung des Problems beim Landkreis gedrängt, zeigt sich zufrieden: „Das Bildungs- und Teilhabepaket kommt jetzt da an, wo es soll.“



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