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Hans Arend vom Nabu Hameln-Pyrmont gibt Tipps zur richtigen Verpflegung von wildlebenden Vögeln im Winter

Vogelfütterung – Samen und Früchte geben Energie

Hameln (jbr). Als Alina und Reiner Treike am Morgen aus dem Fenster ihres Hauses in Klein Berkel schauen, wundern sie sich nicht schlecht, wer da an den Apfelstückchen knabbert, die sie auf ihrer Terrasse eigentlich für kleine Drosseln ausgelegt hatten – ein Fasan hatte die Leckerbissen entdeckt und sich sogleich darüber hergemacht. Jetzt fragt sich das Ehepaar, ob es überhaupt gut ist, Vögel im Winter zu füttern. „Auf jeden Fall“, sagt Hans Arend, Pressesprecher des Naturschutzbundes (Nabu) Hameln-Pyrmont. „Bei Schnee und Eis haben die Tiere einen sehr hohen Energiebedarf, den sie in unserer ausgeräumten Landschaft kaum mehr decken können.“ Damit dabei keine Fehler passieren, gibt Arend Tipps, worauf bei der Winterfütterung von wildlebenden Vögeln zu achten ist.

veröffentlicht am 15.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:21 Uhr

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„Es dürfen auf keinen Fall Speisereste verfüttert werden“, sagt er. Nur artgerechtes Vogelfutter gehöre in die Futterstellen. Arend: „Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet.“ Dazu zählen unter anderem Hafer, Sonnenblumenkerne, Maisflocken, ungesalzene Erdnüsse und Haselnüsse. Ganz wichtig laut Arend: „Die Mischung macht’s.“ Damit zum Beispiel Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollte die Fütterung nicht nur mit einer Futtersorte erfolgen. Auch Fettblöcke und -kolben seien hervorragende Energiebomben für Meisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil. Arend: „Auch Futterringe sind sehr gut, denn sie verfügen neben Fett über einen hohen Saatanteil.“ Eine gute Vitamingabe, die besonders gern auch von Amseln genutzt werde, seien zudem getrocknete und ungeschwefelte Rosinen und Apfelhälften, die einfach auf den Boden gelegt werden. „Beim Vogelfutter unbedingt auch darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist“, mahnt der Nabu-Mitarbeiter.

Bei der Einrichtung der Futterplätze sei es wichtig, dass keine Massenfutterplätze entstehen. Denn die begünstigen die Verbreitung von Krankheiten, weiß Arend: „Besser als große Futterhäuser sind Säulen und Trichter, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist.“ Zudem sollten, laut Arend, mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander angebracht werden, damit möglichst viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Wenn etwas auf dem Boden landet, sei das auch kein Problem, denn: „Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das heruntergefallene Futter“, sagt Arend. Für Fasane, Rebhühner und Co. können sogenannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht. „Es ist möglich, diese auch an Feldhecken und Waldrändern zu installieren“, so der Tierschützer. „An ihnen sammeln sich oft Mäuse – wiederum eine willkommene Nahrung für „hungernde“ Greifvögel und Eulen.

Bei der Einrichtung der Futterstellen sei darauf zu achten, dass sie katzensicher angelegt sind. Zudem sei es laut Arend ratsam, die Futtertrichter und -häuser bereits am Abend zu füllen – das hat einen einfachen Grund: „Vögel sind schon in den frühen Morgenstunden aktiv und haben dann einen großen Energiebedarf.“ Natürlich müssen Futterstellen auch regelmäßig gereinigt werden. „Dazu aber nur warmes Wasser und gegebenenfalls eine Bürste benutzen – niemals Seife oder Chemikalien verwenden“, empfiehlt der Experte.

Die beste aller Vogelfütterungen sei allerdings die „vorausschauende Winterfütterung“, nämlich ein naturnaher Garten. Arend: „Unter altem Laub finden Vögel im Winter viele Insekten und Spinnen.“ Zudem würden Beeren und Früchte einen willkommenen und vor allem lange gedeckten Tisch gewährleisten.

Übrigens: Am Freitag, 4. Januar, startet der Naturschutzbund bundesweit die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“. Bis Sonntag, 6. Januar, kann sich jeder an der Aktion beteiligen und die Vögel zählen, die er von seinem Balkon oder in seinem Garten sieht. Auch die Vögel in den öffentlichen Parks sollen erfasst werden, so dass auch hier gezählt werden darf. Mit der Aktion möchte der Naturschutzbund Aufschluss erhalten über Qualität und Quantität des Vogelbestandes in der gesamten Bundesrepublik.

Ein Fasan hat sich auf der Terrasse des Ehepaars Treike in Klein Berkel über die ausgelegten Apfelstücke hergemacht. Foto: pr



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