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Rammstein-Cover und viel Pyrotechnik

Völkerball begeistert 1500 Besucher in der Rattenfängerhalle

HAMELN. „Drei, zwei eins …“ lautstark und erwartungsvoll skandierte das Publikum den Countdown zum Start des Konzerts von Völkerball in der mit rund 1500 Besuchern voll besetzten Rattenfängerhalle. Und mit einem lauten Knall ging es gleich in die Vollen. Mit dem brachialen Rammstein-Song „Ramm 4“ und den im Publikum gut bekannten Zeilen. „Hier kommt die Sonne, das alte Leid / Der Meister singt: Seid Ihr bereit? Mein Herz brennt, Feuer frei.“ Es brauchte keine Aufforderung an die Menge, die Arme hochzureißen – die szenetypische Pommesgabel aus Zeige- und kleinem Finger inklusive.

veröffentlicht am 14.04.2019 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 15.04.2019 um 14:30 Uhr

„Hier kommt die Sonne, das alte Leid / Der Meister singt: Seid Ihr bereit? Mein Herz brennt, Feuer frei“, rezitierte René Anlauff die Band Rammstein. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Vor gigantischen, mehrstöckigen Bühnenaufbauten erlebte Hameln ein Konzert der „neuen deutschen Härte“, geboten von einer oder der besten Rammstein-Coverband(s) Deutschlands. Neben Frontmann René Anlauff mit der markant dunklen, sonoren Stimme überzeugten auch die weiteren Musiker Dirk Oechsle (Drums), Tobias Kaiser (Gitarre), Björn Müller (Gitarre), Andreas Schanowski (Keyboard) und Tilmann Carbow (Bass), auf ganzer Linie. Mithilfe der dem Original nachempfundenen Requisiten schlüpfte die Formation perfekt in die Rollen ihrer großen Vorbilder.

Doch etwas war anders bei diesem Konzert zum Vorjahr. Beim Eintritt in die Halle traf der verwunderte Blick zunächst auf eine leere Gegenwand ohne Bühne. Doch das klärte sich rasch, denn in diesem Jahr war die Bühne seitlich angeordnet. Konzertorganisator Adis Bajric, der bereits zum achten Mal das Völkerball-Konzert in der Rattenfängerhalle ausrichtete, erklärte die neue Anordnung: „Durch die seitliche Bühne ist der Raum für die Hallenbesucher länger und schmaler. Dadurch stehen sie in einem besseren Winkel zur Bühne, sehen und hören alles besser. Das war schon länger geplant und wir wollten es dieses Jahr einfach mal testen.“ Die überwiegend schwarz gekleidete Menge fand das sicherlich gut, während sie zu den Klängen von „Feuer frei“ oder „Stein um Stein“ mit eindrucksvoller Pyrotechnik zu den dunklen harten Klängen wogte.

Auf der Tribüne sah das Bild jedoch anders aus. Matze (62) aus Bodenwerder fand die Anordnung nicht so klasse. „Ich finde es blöd für alle, die Sitzplätze haben, denn bei gestiegenen Ticketpreisen muss ich mir gegenüber den Vorbesuchen nun den Hals verrenken. Leider muss ich wegen eines künstlichen Kniegelenks sitzen und kann nicht in die Halle“. Aber der eingefleischte Rammstein- und Völkerball-Fan hat die gute Laune nicht verloren und freut sich über das Konzert. Matzes Tochter Anne (22) kennt die Bands über Freunde und natürlich den Vater und ist gespannt, denn sie ist das erste Mal dabei.

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Zufriedene Gesichter von Matze und Tochter Anne. Foto: hx

Begeistert ist das Publikum, als Keyboarder Andreas die obligatorische Hallenrundfahrt im Schlauchboot zum Song „Haifisch“ unternimmt. Tausende Hände tragen das Boot mehrere Runden durch die Halle, während die Band in Anlehnung an Kurt Weills und Berthold Brechts „Mackie Messer“ aus der „Dreigroschenoper“ singt: „Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht / Doch der Haifisch lebt im Wasser, so die Tränen sieht man nicht.“ Damit schlägt der 2009 veröffentlichte Song eine Brücke von der neuen deutschen Härte zur deutschen Kultur des Jahres 1928. Auch damals ging es um finstere Typen und das schwere Leben in einer dunklen Zeit.

Politisch wurde es dann nach einem beeindruckenden Konzertabend, an dem sich Highlight an Highlight reihte, mit dem Song „Bück dich“ bei dem Donald Trump persifliert wurde – und der Saal war sich wohl darin einig, „Ja, das passt“.

Und um nach diesem Abend voller Emotionen die Fans wieder auf ein normales Level zu bringen, schloss die Band mit dem etwas ruhigeren Titel „Engel“ ein Programm von dem Matze sagt: „Die sind schon verdammt nah dran am Original“.



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