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Unterrichtsraum mit Bühne

Vikilu: Deutsch-Leistungskurs im improvisierten Klassenzimmer

HAMELN. Der Wasserschaden in der Vikilu-Außenstelle Hermannstraße zwingt die Schule weiter zum Improvisieren. Seit vergangenen Montag können zwar die Fünft- und Sechsklässler in der Hermannstraße unterrichtet werden, allerdings mussten die Elftklässler eine temporäre Bleibe finden. Aus der Not heraus entstand der „Weser-Campus“. Die Hochschule Weserbergland, die Paritätische Lebenshilfe und die Sumpfblume stellen dem Vikilu jeweils zwei Räume zur Verfügung. Wir haben uns eine Doppelstunde Deutsch in der Sumpfblume angeschaut.

veröffentlicht am 18.08.2017 um 20:35 Uhr

Deutschunterricht im großen Saal der Sumpfblume: „Nathan der Weise“ ist Abi-Pflichtlektüre. In der Sumpfe kann der Kurs das Drama praktisch angehen gehen. Foto: jj
Johannes Jordan

Autor

Johannes Jordan Reporter
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Allmählich füllt sich der Große Saal der Sumpfe. Deutschlehrer Marc Ende steht im Foyer und wartet bis sich sein Deutsch–Leistungskurs im improvisierten Klassenzimmer eingefunden hat.

Das Lessing–Drama „Nathan der Weise“ steht auf dem Lehrplan. „Oft sterbenslangweilig, wenn man es nur liest. Dramen wurden für die Aufführung geschrieben. In der Sumpfblume habe ich die Möglichkeit das Thema praktisch aufzuziehen.“, erklärt Deutschlehrer Marc Ende.

Die Stunde startet. Ende lehnt an der Bühne. Der Kurs sitzt auf bunten Stühlen davor. „Heute habt ihr die Möglichkeit eure Mini–Dramen – aus der letzten Stunde – erneut zu üben und später aufzuführen, die Gruppe, die letzte Stunde fertig wurde, darf dann kurz Pause machen.“, umreißt Ende den Plan für die heutige Doppelstunde.

Dramen sind nicht nur zum Lesen da: Lehrer Marc Ende baut praktische Theaterübungen auf der Sumpfe-Bühne in den Unterricht ein. Foto: jj

Der Deutschlehrer arbeitet gerne praktisch, doch demnächst muss das Schreiben geübt werden, denn bald steht die erste Klausur an. „Eine Szenenanalyse“ kündigt Ende an, vereinzelt verdrehen Schüler die Augen oder ächzen leidend. Auf sowie vor der Bühne wird praktisch gearbeitet. Die Schüler sollen in der Doppelstunde erste Einblicke in die Inszenierugsarbeit bekommen, um „Nathan der Weise“ als Drama besser verstehen zu können.

Der „Weser–Campus“ erhält viel Lob seitens der Schülerschaft: „Die Standorte sind die besten in Schulnähe. Auch die Busverbindungen hierher sind gut.“, meint der 16-jährige Julian Schnell aus Ohr. „Hier herrscht eine lockere Atmosphäre, eine schöne Abwechslung im Schulalltag.“ Die gleichaltrige Charlotte Griese aus Aerzen stört das Pendeln zwischen dem „Weser-Campus“ und dem Vikilu. „Glücklicherweise haben die Lehrer Verständnis und beenden die Stunde oft fünf Minuten früher“, relativiert die Schülerin.

Die 15-jährige Emma Dierkes erklärt: „Ich mag die Räume des ‚Weser-Campus‘. Besonders die der Hochschule Weserbergland und der Paritätischen sind groß und geräumig.“ Die Ausstattung sei zwar nicht in allen Räumlichkeiten optimal, allerdings sei „das wichtigste Medium für gelungenen Unterricht der Lehrer“, stellt Ende klar.

Den Schülern gefällt der Unterricht. Viele sind mit Spaß dabei, bei einer Impro-Übung am Stundenende wird viel gelacht. Marc Ende ist zufrieden: „Das Grundlegende haben die Schüler verstanden.“, lautet sein Fazit.

Fünf vor Eins beendet er die Stunde: „Danke, das war’s für heute.“



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