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VierMillionen Euro reichen nicht für Modernisierung des Museums

veröffentlicht am 08.09.2009 um 20:16 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

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Hameln (ni). Die Rechnung für die Modernisierung des Hamelner Museums geht nicht mehr auf. Vier Millionen Euro waren für das Projekt veranschlagt; jetzt soll die Politik weitere 258 000 Euro bewilligen.
 2,5 Millionen Euro Umbaukosten und 1,5 Millionen für die Neukonzeption der Dauerausstellung zur Hamelner Stadtgeschichte sowie für die Herrichtung einer Fläche für Sonderausstellungen – so sah die inzwischen vier Jahre zurückliegende ursprüngliche Kalkulation aus. Bei den vorab berechneten Baukosten scheint die Stadt bis heute noch richtig zu liegen. Wie die Verwaltung auf Nachfrage der Redaktion erklärt, deutet sich nach den Ausschreibungen für Rohbau, Elektroinstallation und Heizung jedenfalls an, dass der Kostenrahmen eingehalten werden kann. Anders sieht für den Komplex Ausstellung aus. Hier schlagen nach Aussagen der Stadt „erhebliche allgemeine Kostensteigerungen“ ins Kontor. So würden beispielsweise Vitrinen für die Präsentation der Exponate teurer, weil der Glaspreis deutlich angezogen habe. Die Honorare für Gestalter, die an der Umsetzung des neuen Konzeptes beteiligt werden, seien ebenfalls nicht mehr auf dem Stand von 2005. Genauso gestiegen seien auch die Kosten für die wissenschaftlichen Vorarbeiten zur Präsentation des 20. Jahrhunderts, das bislang nicht im Museum vertreten war.
 Und was vor vier Jahren noch niemand abzusehen und bei der Kalkulation deshalb auch nichr berücksichtigen konnte: dass die archäologischen Grabungen im Leisthaus für die Stadtgeschichte interessante Funde und bauhistorische Befunde ans Tageslicht beförderten. Die Funde sollen in der neuen Dauerausstellung ihren Platz finden und benötigen Extra-Vitrinen. Die Befunde – wie zum Beispiel das Gewölbe im ehemaligen Putzmittelraum oder das gotische Fenster, das hinter einer Nische des ehemaligen Vorzimmers verborgen lag, sollen für die Besucher sichtbar gemacht und ebenfalls in die Ausstellung integriert werden.
 Für die Umsetzung des neuen Ausstellungskonzeptes fallen nach den neuen Berechnungen der Stadt Mehrkosten in Höhe von rund 220 000 Euro an. Weitere 70 000 Euro werden fällig für die Einrichtung des Depots in der Außenstelle, in der das Museum mitsamt Inventar während der Umbauphase untergebracht ist. Dieser Betrag sollte ursprünglich vom Ausstellungs- Budget abgezapft werden. Doch nachdem offensichtlich wurde, dass die 1,5 Millionen nicht mal ausreichen, um das neue Konzept zu realisieren, wurden die 70 000 Euro jetzt extra ausgewiesen und sollen aus den städtischen Etat beglichen werden.
Morgen befasst sich der Schul- und Kulturausschuss in öffentlicher Sitzung (ab 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses) mit dem Thema.  Im Vorfeld der Sitzung äußerten sich sowohl CDU-Fraktionschef Claudio Griese als auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ursula Wehrmann, kritisch zu dem Papier, dass ihnen die Verwaltung als Entscheidungsgrundlage für die Bewilligung weiterer Mittel vorgelegt hat. Die darin abgelieferte Begründung für die Mehrkosten sei zu allgemein und darum nicht wirklich nachvollziehbar, bemängeln beide. Und beide wollen beim Museum „nicht das gleiche erleben, wie bei der Fußgängerzone“: nämlich dass sich das Projekt durch häppchenweise „Nachbesserungen“ immer weiter von der Vier-Millionen-Marke entfernt.

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