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Talkin’ Wire präsentiert nach 15 Jahren Pause neues Album

Vier Urväter der Szene rocken mit ihren Kindern

Hameln. Was lange währt, wird endlich CD: Nach fast 15-jähriger Studiopause legt die Hamelner Rockband Talkin’ Wire mit „Believe“ ein neues Album vor, das seine Vorgänger locker in den Schatten stellt. Vor der Release-Party heute Abend in der Sumpfblume (ab 20.30 Uhr) sprach Cord Wilhelm Kiel mit den Talkin’-Wire-Musikern „Oscar“ Wiemann (Gesang, Gitarre), Kai Papenfuß (Schlagzeug), Marc Schwekendiek (Gitarre) und Michael Bock (Bass).

veröffentlicht am 22.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:21 Uhr

Ein Plattenvertrag ist für Talkin‘ Wire nicht mehr das Wic
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Wie kommt es, dass nach 15 Jahren Pause nun doch noch ein Album mit neuen Songs von Talkin’ Wire erscheint?

Kai Papenfuß: Wir haben uns seit Jahren gesagt: Einmal machen wir noch eine CD, und dann graben wir uns ein. Oder wir machen eine Platte für Leute wie dich, die uns seit zehn Jahren nach neuen Songs fragen! Aber im Ernst: Nach der letzten Absage einer Plattenfirma 1997 haben wir unsere Probetermine sehr reduziert und uns auf unsere Familien und Berufe konzentriert. Der Wunsch, eine neue Platte zu machen, war aber immer da.

Mirko Wiemann: Der Anstoß, wirklich ins Studio zu gehen, kam durch unseren Produzenten Jörg Matusczyk. Jörg hatte bei unseren Weihnachtskonzerten 2007 Keyboards gespielt. Er brachte frischen Wind in die Band und produzierte für seine „Christmas For Everyone“-CD einen Song mit uns. Danach wollte Jörg mit uns einen alten Titel neu aufnehmen. Als wir „Big Whale“ neu eingespielt hatten, wollten wir die Songideen, die sich über die Jahre angesammelt hatten, doch einmal aufnehmen.

Herausgekommen ist mit „Believe“ ein eher ruhiges Album, vom Songwriting her ist es aber ein großer Schritt nach vorn. Hat das mit der langen Zeit zu tun, die ihr an neuen Songs gearbeitet habt?

Marc Schwekendiek: Wir haben bewusst auf ein ausgefeiltes Songwriting geachtet und uns diesmal im Studio auch viel Zeit gelassen, so dass wir mehr Spuren, Instrumente und Effekte aufgenommen haben als vorher. Jeder hat sich über die Jahre weiterentwickelt, und wir wollten diesmal alle Songs „warm“ und „voll“ klingen lassen.

Laut dem CD-Booklet waren erstmals auch Gastmusiker an einem Album beteiligt …

Kai Papenfuß: Richtig, zum einen spielt Jörg Keyboards und war auch für Samples verantwortlich, zum anderen ist Oscars Cousin Sebastian Töteberg von „Punish My Heaven“ Shouter auf „Indifference“. Und der Kinderchor bei „Believe“ sind unsere Kinder!

Talkin’ Wire gibt es seit 25 Jahren, und seit 1989 in derselben Besetzung. Damit seid ihr so etwas wie die „Urväter“ der Hamelner Musikszene. Wie beurteilt ihr die heutige lokale Szene?

Mirko Wiemann: Die Szene hat sich sehr gut weiterentwickelt. Was so manche junge Band musikalisch abliefert, ist fantastisch. Vielleicht liegt es daran, dass heute noch viel mehr Jugendliche Musik machen als in unserer Jugendzeit, was wohl auch daran liegt, dass Instrumente und auch Equipment viel günstiger geworden sind.

Habt ihr noch den Wunsch nach einem Plattendeal? Wie sieht eure Zukunft aus?

Mirko Wiemann: Wenn es passiert, passiert es. Für uns ist es nicht mehr das Wichtigste, einen „Plattenvertrag“ zu bekommen, zumal ein Plattenvertrag heutzutage schon bedeutet, seine CD bei irgendeinem Kleinvertrieb unterzubringen.

Michael Bock: Wir werden in der nächsten Zeit einige Konzerte spielen und wollen zu einem Song auch ein Video drehen.

Kai Papenfuß: Wir haben durch diese neue CD wieder richtig Spaß daran, Songs zu schreiben und können uns durchaus vorstellen, in gar nicht allzu ferner Zukunft sogar ein weiteres neues Album in Angriff zu nehmen.

Welche „großen“ Bands inspirieren euch heute?

Marc Schwekendiek: Nur sehr wenige. Uns geht es wie vielen aus unserer Generation: Das, was heute zum Beispiel im Radio zu hören ist, ist wenig neu und kaum kreativ.

Mirko Wiemann: Heute entscheidet – leider –, ob ein Song klingeltontauglich ist, über den Erfolg. Und dann noch diese schrecklichen Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“ – das ist Volksverdummung. Kein einziger Musiker, der längere Zeit erfolgreich ist, kommt aus einer dieser Shows!

Und was können die Zuschauer beim Konzert in der Sumpfblume erwarten?

Michael Bock: Wir werden sieben bis acht Songs vom neuen Album spielen, also einen großen Querschnitt aus der neuen Platte bieten. Zudem haben wir auch einige Titel ausgepackt, die wir schon ganz lange nicht mehr live gespielt haben. Es wird aber auch unsere „Klassiker“ geben. Für viele „alte“ Fans wird es interessant sein, Talkin‘ Wire das erste Mal mit Keyboards zu hören, denn Jörg spielt bei allen Songs mit. Und dann sind ja auch die beiden anderen Bands „Pie Rats“ und „Burdocks“ nicht zu vergessen. Es wird sicherlich ein toller Abend!

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