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Fahrradprüfung der Viertklässler gestern vor dem Rathaus / Polizei: „Einige können nicht richtig radeln“

Viele Hamelner Kinder fahren auf unsicheren Rädern

Hameln (mau). „Fahrradfahren verlernt man nie!“ – aber auch nur, wenn man es mal richtig gelernt hat. Und da fängt das Problem bei vielen Kindern heutzutage schon an, so Hauptkommissar Andreas Hinz von der Hamelner Verkehrswacht: „Stützräder gehören in die Tonne und nicht an ein Fahrrad. Die Kinder können so ganz schlecht lernen, das Gleichgewicht zu halten.“ Bei der Fahrradprüfung der vierten Klassen vor dem Hamelner Rathaus stellt er fest, dass viele von den rund 500 Kindern nicht mehr gut genug fahren könnten, um im normalen Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein: „Es geht schon damit los, dass viele nicht vernünftig geradeausfahren und sich dabei umsehen können, ob vielleicht ein Auto kommt.“

veröffentlicht am 08.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 18:41 Uhr

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Handzeichen und Schulterblick

Der Fahrradtag wird von der Verkehrswacht und der Stadtsparkasse Hameln durchgeführt. In einem Geschicklichkeitsparcours und auf einer einen Kilometer langen Strecke können die Kinder beweisen, was sie mit dem Zweirad so alles draufhaben – oder auch nicht: Handzeichen geben, Schulterblick, Slalom – alles wird von den Beamten der Verkehrswacht genau beäugt. Aber nicht nur die Fähigkeiten am Lenker, sondern auch die Verkehrstauglichkeit der Fahrräder werden von Hinz und seinem Team unter die Lupe genommen.

Sehr auffällig sei es, dass viele Fahrräder zu groß gekauft würden: „Die Eltern scheinen extra falsche Modelle zu wählen, damit die Kinder, wenn sie wachsen, nicht zu schnell wieder ein neues Fahrrad brauchen.“ Eine optimale Größe hat das Rad, wenn die Fußspitzen den Boden gerade berühren, während man auf dem Sattel sitzt.“ Ansonsten bürgen die Fahrräder echte Risiken, so Hinz von der Verkehrswacht: „Bei zu großen Modellen kommen viele Kinder nicht schnell genug an die Bremshebel.“ Gerade das sei bei den neuen Fahrräder gefährlich, weil sie oftmals keinen Rücktritt mehr haben. „Ich empfehle, für Kinder bis zehn Jahren ein Fahrrad zu wählen, das nicht mehr als sieben Gänge hat.“ Dann hätten die Zweiräder eine Rücktrittbremse und nicht zu viele Gänge, denn die lenken ab: „Viele Kinder sind mehr mit dem Hin- und Herschalten beschäftigt als mit dem Straßenverkehr.“

Plakette nur für intaktes Fahrrad

Die richtige Gangschaltung, eine angemessene Fahrradgröße, funktionsfähige Bremsen und Licht gehören zu einem sicheren Fahrrad: „Diese Stecklampen sind eigentlich an normalen Fahrräder nicht erlaubt“, so Hinz, „lediglich bei Rennrädern müssen keine Dynamos angebracht sein.“ Er gibt aber zu, dass der Polizei Stecklampen immer noch lieber seien als gar kein Licht: „Das Hauptproblem an Stecklampen ist, dass meistens der Akku leer ist oder man sie gerade nicht dabei hat, wenn man sie braucht.“ Die Kinder bekommen bei der Fahrradprüfung vor dem Rathaus Hameln übrigens nur eine Plakette, wenn ihr Fahrrad einen Dynamo hat und das Licht funktionsfähig ist.

Den Eltern gibt Hinz noch den Tipp: „Die Kinder sollten bei Fahrradtouren im Weserbergland mal vorfahren.“ Nur wenn man den Kindern etwas zutraut, könne man auch mal sehen, was die Kleinen alles können und wo noch ein bisschen geholfen werden könnte.

Kinder warten auf ihre Fahrradprüfung auf dem Hamelner Rathausplatz.Foto: mau



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