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Landrat und OB plädieren dafür, dem Terror zu trotzen

Viele Besucher beim „Tag der Kulturen“

HAMELN. „Vielfalt ist eine unserer Stärken im Landkreis“, betonte der Landrat am Samstag beim „Tag der Kulturen“ in der Innenstadt. „Lassen wir uns diese Stärke nicht durch Terror kapputtmachen“, erinnerte er an die Anschläge der vergangenen Tage in Spanien.

veröffentlicht am 20.08.2017 um 13:56 Uhr

Gute Stimmung herrschte auch am Stand der Eziden. Am Ende des Tags der Kulturen waren auch bei ihnen fast alle Schüsseln leer. Mitglieder der seit Jahrzehnte in Hameln ansässigen Familie Tarak strahlen in die Kamera. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Die Reden von Landrat Tjark Bartels und Oberbürgermeister Claudio Griese waren kurz und knapp, als sie den zum zehnten Mal veranstalteten Tag der Kulturen auf der Terrasse am Hochzeitshaus mit einer herzlichen Begrüßung eröffneten. „Vielfalt ist eine unserer Stärken im Landkreis“, betonte der Landrat. „Lassen wir uns diese Stärke nicht durch Terror kapputtmachen“, erinnerte er an die Anschläge der vergangenen Tage in Spanien. Der OB forderte dazu auf, „angesichts des Terrors aufeinander zuzugehen, miteinander und nicht übereinander zu reden. Wir müssen uns Hameln als offene Stadt mit einer großartigen kulturellen Vielfalt erhalten“.

Und die Menschen gingen aufeinander zu, genossen das bunte Treiben rund um die aufgebauten Stände, kosteten bei den Aleviten, bei der Islamischen Gemeinde und den Eziden, was dort an orientalischen Köstlichkeiten angeboten worden war. Gleichzeitig moderierte Jan Hampe von Radio Aktiv ein buntes Programm auf der Hochzeitshausterrasse mit vielen Tänzen und Liedern und der Musik aus den Heimatländern der Migranten. Besonders beklatscht wurde der Chor der liberalen Jüdischen Gemeinde. Kommentar eines Zuschauers beim Lied „Bei mir biste scheen“: „Bei mir bleibste scheen – gut dass wir wieder jüdisches Leben in der Stadt haben.“ Viel Beifall gab es auch für die vietnamesische Frauengruppe, die von Vinh Khuat begleitet wurde, der im Jahr 2009 sein Abitur am Vikilu gemacht hatte und inzwischen seinen Bachelor im Fach Komposition geschafft hat. Und dass sich deutsches Liedgut bestens mit fremden Harmonien verträgt, demonstrierte die Gruppe mit „Hänschen klein“ zu vietnamesischen Klängen.

Die Vielfalt der Kulturen zeigte sich auch an der Präsenz des Migrationsrates, der nach den Kurzansprachen des Landrats und des Oberbürgermeisters den Besuchern und Mitwirkenden des Tags der Kulturen unter anderem auf Mongolisch, Ungarisch, Albanisch, Türkisch und Polnisch „Viel Spaß“ wünschten.

„Schön, dass es dieses Fest gibt“, kommentierte die Hamelnerin Gesine Nieswandt die Atmosphäre. „Es ist einfach gut, von Stand zu Stand zu gehen und mit den Leuten zu reden. Unglaublich, wie gut Deutsch vor allem die Kinder sprechen und wie kompetent sie erklären, was an ihren Ständen angeboten wird.“

Claudio Griese zeigte sich im Gespräch mit Rashid Khalil, einem 30-jährigen irakischen Flüchtling, der am 11. September 2015 in der Linsingen-Kaserne angekommen war, beeindruckt, wie gut der studierte Historiker inzwischen Deutsch gelernt hat. Rashid Khalils nächstes Ziel: „Ich würde gerne eine handwerkliche Ausbildung machen, um später medizinische Geräte betreuen zu können oder etwas Ähnliches.“ Sein syrischer Freund Mohammad Bajboj, studierter Stadtplaner, hat es inzwischen geschafft, befristet und auf Probe im Planungsbüro eines Unternehmens zu arbeiten, das Lärmschutzwände errichtet. Seine Hoffnung – „dass es nach den sechs Monaten Befristung dort weitergeht“.

Die Zuschauerscharen waren ebenso bunt gemischt, wie das Programm und das Angebot der vielen teilnehmenden Vereine und Verbände. Japaner, Chinesen, viele Hamelner und Deutsche aus dem Landkreis – alle zeigten sich offen, die Vielfalt der Kulturen zu genießen. Auch Murat Bas, der Vorsitzende der Ditib-Gemeinde, äußerte sich am Ende sehr zu frieden: „Ja“, sagte er, „es hat auch kritische Fragen zur Rolle des Ditib gegeben, aber es war alles wunderbar friedlich.“



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