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Gründonnerstag einer der wichtigsten Tage für den Einzelhandel

„Viel zu tun, Stimmung ist gut“

HAMELN. Volle Parkplätze, lange Schlangen an den Kassen und Regale, die kaum so schnell wieder aufgefüllt werden können, wie sie geleert werden: Vor dem langen Osterwochenende gehört der Sturm auf die Supermärkte auch in den Hamelner Supermärkten zum alljährlichen Ritual.

veröffentlicht am 15.04.2017 um 08:00 Uhr

Voller Parkplatz am Multimarkt: Viele Hamelner wollten sich am Donnerstag noch einmal für das lange Wochenende eindecken. Foto: Dana
Michael Zimmermann

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„Nach zehn Stunden Arbeit bin ich froh, jetzt alles zu haben“, erzählt eine Kundin am Multimarkt, die ihren Einkaufswagen prall gefüllt hat. „Jetzt will ich nur noch weg.“ Schließlich waren am gestrigen Karfreitag die Geschäfte geschlossen, und wer es bis heute Abend nicht in die Läden schafft, hat erst am Dienstag wieder die Gelegenheit dazu. Entsprechend voll wird es auch heute noch einmal werden: Vor allem auf dem ohnehin gut frequentierten Wochenmarkt werden Besucher an vielen Ständen länger warten müssen, um ihre letzten Besorgungen zu erledigen.

So vorhersehbar die Situation ist, so unvermeidlich ist der Spott im Internet: „Achtung: Ab Morgen tritt eine Lebensmittelknappheit ein. Bitte hamstern Sie heute noch, so viel sie können!“, lautet zum Beispiel der Hinweis eines Twitter-Nutzers. Wohl dem, der sich schon vorher mit allem Lebenswichtigen eingedeckt hat. „Man sollte meinen, dass sich das irgendwann einmal ändert, aber seit ich im Einzelhandel bin, ist es vor Feiertagen immer so“, berichtet Richard Maul, der in der Region elf „nahkauf“-Märkte betreibt. Andererseits seien aber auch einige Tage zu überbrücken, und vieles kauften die Kunden auch lieber frisch. Die Geschäfte waren aber gut vorbereitet, das große Chaos blieb in den meisten Geschäften aus.

Er und seine Mitarbeiter müssten besonders gut im Feinkostbereich vorbereitet sein, sagt Maul. Hochwertige Waren, die gern etwas teurer sein dürfen, würden zu Ostern mehr nachgefragt. „Die Leute achten in dieser Zeit verstärkt auf Qualität und gönnen sich was.“ Für diejenigen, die beim Einkauf den großen Andrang umgehen wollen, hat der Einzelhändler einen Rat: „Bevor am Mittwoch die Vorräte wieder aufgefüllt werden müssen, ist es am Dienstag eher ruhig“, sagt Maul. Und für die letzten Besorgungen am Samstag ist in der Regel der Nachmittag besser geeignet. Wie viel am Ostersamstag los ist, hänge ohnehin vom Wetter ab: Regnet es, kauften die Kunden mehr für zu Hause ein.

Dinge des Grundbedarfs dürfen im Oster-Einkaufskorb nicht fehlen. Foto: Dana
  • Dinge des Grundbedarfs dürfen im Oster-Einkaufskorb nicht fehlen. Foto: Dana

Für Kay-Uwe Hermasch vom E-Center in der Nordstadt ist das Ostergeschäft reine Erfahrungssache, auf die man sich gut einstellen könne. „Wir wissen, zu welchen Zeiten besonders viel los ist und planen unseren Personaleinsatz danach.“ Dann seien alle Kassen offen. Falls es doch zu längeren Wartezeiten kommt, würde auch kein Kunde schimpfen. Dabei helfen sicher auch die kleinen Schokoladentäfelchen, die er dann verteilt.

Gerade für den Lebensmitteleinzelhandel sei das Ostergeschäft wichtig, heißt es vom Handelsverband Deutschland. Die Umsätze in der Woche vor den Feiertagen lägen demnach knapp ein Fünftel über denen der Vorwoche. Auch für Hermasch ist der Gründonnerstag einer der wichtigsten Tage im ganzen Jahr. „So viel ist sonst nur los, wenn Weihnachten besonders arbeitnehmerfreundlich ausfällt“, weiß er. Auch im Biomarkt an der Deisterstraße war mehr los als sonst. „Wir haben viel zu tun, aber die Stimmung ist gut“, sagt Marktleiterin Katarina Jendralski. Schließlich seien besonders viele Mitarbeiter da.

Neben Obst und Gemüse, Milch und natürlich Eiern geben die Kunden vor allem für Süßwaren in dieser Zeit mehr Geld aus als sonst. Im Gegensatz zum Weihnachtsgeschäft konzentriert sich der Kauf von Osterleckereien auf die wenigen Tage vor dem fest. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindurstrie wurden allein 202 Millionen Schoko-Hasen für das Osterfest in diesem Jahr produziert.

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