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Tag der offenen Tür zum 100-jährigen Bestehen lockt viele neue Leser in die Pfortmühle

Viel mehr als nur Bücher

Hameln. Dass junge Leute im Zeitalter von Internet, Smartphone und Facebook kaum noch zum guten alten Buch greifen, das ist – zumindest in Hameln – ein Vorurteil, das beim Tag der offenen Tür zum 100-jährigen Bestehen der Stadtbücherei glänzend widerlegt wurde. „Wir sind freudig überrascht“, kommentierte die stellvertretende Bücherei-Leiterin Susanne Wilhelm die Fluten von Besuchern aller Altersgruppen, die am Samstag ab 10 Uhr die Stockwerke der Stadtbücherei nahezu überschwemmten.

veröffentlicht am 10.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Mit viel Mühe und sehr kreativen Ideen hatten Bücherei-Chef Bernhard Greten, Wilhelm und ihr Team ein abwechslungsreiches und zielgruppenorientiertes Programm auf die Beine gestellt. Das umfasste nicht nur die herkömmliche Form des zwischen zwei Buchdeckeln gebundenen Buches, sondern auch eine Vielzahl von neuen Medien. So fand etwa das im Erdgeschoss von Kaffee- und Waffelduft umwaberten „Hörgenuss-Café“ großen Anklang.

Der Anteil von Hörbüchern wachse ständig, erklärte Greten. Mittlerweile bewege er sich auf die Hälfte der rund 30 000 jeden Monat ausgeliehenen Medien zu. Aber auch moderne E-Books seien im Kommen. Greten: „Die liegen derzeit bei gut zwei Prozent.“ Deren Ausleihe funktioniert so: der Nutzer lädt sich ein Buch vom Server der niedersächsischen Bibliotheken herunter, kann es dann drei Wochen nutzen, ehe es sich automatisch wieder löscht. Vorteil: Die Rückgabe des Buches kann nicht mehr vergessen werden. Diese und andere Details verriet der Bücherei-Leiter bei seinem „Blick hinter die Kulissen“.

Dass der Umgang mit gedruckten Medien aber auch eine Vielzahl kreativer Spiele freisetzen kann, bewiesen die angehenden Erzieherinnen und Erzieher der Elisabeth-Selbert-Schule. Angeleitet von ihrer Lehrerin Annette Kessler hatten sie sich in ihrer „book-play-station“ eine Menge Spiele und Aufgaben rund ums Buch einfallen lassen: dazu waren Schätzaufgaben à la „wie viele Seiten hat dieses Buch?“, Lesespiele und andere pfiffige Spiele-Ideen im ersten Obergeschoss aufgebaut worden – mit durchschlagendem Erfolg. Der fünfjährige Timo beispielsweise konnte gar nicht genug vom „Turmbau mit Büchern“ bekommen, schichtete dicke und dünne Bücher ein ums andere Mal begeistert übereinander, und ließ den angehenden Erzieher Patrick Meißner die Höhe mit einem Zollstock ausmessen. Bei den kleinen Leserinnen dagegen fand vor allem die „Show für Modebegeisterte“ großen Anklang, bei der verschiedene Print-Formen wie Zeitung, Buch und Kataloge im modischen Zeitungs-Outfit präsentiert wurden. Über das Thema „Glück“ sinnierten Schülerinnen und Schüler des Albert Einstein-Gymnasiums in einer „poetischen Lesung“ eigener Texte nach, und die Tanzschule „Für Sie“ zeigte beim „Tanz zwischen Büchern“, dass Büchereien auch mal völlig anders genutzt werden können.

Mit einer über 100 Jahre alten Handdruckmaschine fand auch der Erfinder der „Schwarzen Kunst“, Johannes Gutenberg, im Erdgeschoss viele kleine Bewunderer. Und wer die Stille liebte, konnte sich einfach in die ruhige Bilderbuchecke zurückziehen und sich von Mama oder Papa etwas vorlesen lassen.

„Ich habe heute viele neue Gesichter entdeckt. Mancher hat heute seinen Erstkontakt mit der Bücherei gehabt und wir sind zuversichtlich, dass viele von denen, die heute mit uns das Hundertjährige gefeiert haben, bald zum festen Leserstamm der Stadtbücherei gehören werden“, bilanzierte Bernhard Greten den gelungenen Tag der offenen Tür.

Turmbau zu Hameln: Timo (5) stapelt gewissenhaft dicke und dünne Bücher zu einem Turm. Erzieher Patrick Meißner misst per Zollstock die Höhe. eaw



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