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Nicht nur die ältere Generation ist begeistert

Vicky Leandros: „Ich bin wie ich bin“

HAMELN. „Tolle Stimme, tolle Frau“, sagt die 66-jährige Veronika Seifert. „Ich hoffe auf viele alte Titel“, ergänzt Dieter Heidenreich aus Bad Pyrmont. Mehr als 600 Besucher sind erwartungsvoll in die Rattenfänger-Halle gekommen, um das „Neujahrskonzert“ von Vicky Leandros zu erleben.

veröffentlicht am 03.02.2019 um 20:05 Uhr
aktualisiert am 04.02.2019 um 12:40 Uhr

„Ich liebe das Leben“, „Theo“, „Halleluja“ – das Finale hatte es in sich. Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Und die blieb ihren Fans keine Sekunde lang etwas schuldig. Schon nach der Anfangsnummer „Tu t´en va“, ihrem Siegertitel des Eurovision Song Contests 1972, tosender Applaus und Bravorufe. Leandros, Jahrgang 1952, hat nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt, gab mit ihrer unvergleichlichen Stimme den Titeln einen nachhaltigen Ausdruck. Was die begeisterten Hamelner zu hören bekamen, war eine inhaltlich wie stilistisch ausgewogene Programmabfolge. Dabei vermied die Künstlerin es aufs Sorgfältigste, ihre mainstreamigen Schlager-Erfolge in den Vordergrund zu schieben und konzentrierte sich ganz auf die, in Deutschland vielleicht nicht so bekannten, internationalen Titel, sang auf Griechisch, Englisch, Französisch, stellte sogar einen japanischen Titel vor. Und überzeugte mit dieser internationalen Programmgestaltung in jeder Hinsicht. Wer einen in die Jahre gekommenen Schlagerstar erwartet hatte, der wurde aufs Angenehmste enttäuscht.

Auch das Friseurmeisterinnen-Duo aus Aerzen, Karin und Birgit in der ersten Reihe, das sich bei fast allen Titeln als überaus textsicher und mitsingefreudig erwies, zollte Leandros Leistungen großen Respekt. „Die steht doch mitten im Leben, ist sehr stilsicher, steht für Mode und Jugend, und hat sehr tiefgründige Texte“, beschrieben die beiden Frauen das Nachmittagskonzert. „Sowas hätte eigentlich eine große Abend-Gala verdient“ bemängelten die beiden allerdings.

Umwerfend dann ein Medley griechischer Lieder von Miki Theodorakis. Die Leandros stieg zu ihren Fans hinab, inszenierte ohne jegliche Berührungsängste eine kleine Karaoke-Show, bei der sich der Bariton Horst Bode, ein Saxophonist aus Göttingen, für seinen stimmgewaltigen Vortrag von „L´amour est bleu“ Extra-Applaus einzuheimsen wusste, und auch der 31-jährige Florian Warnecke, ein Hamelner Buchhalter, konnte mit toller Stimme glänzen.

„Die steht doch mitten im Leben, ist sehr stilsicher, steht für Mode und Jugend, und hat sehr tiefgründige Texte“, finden die beiden Friseurmeisterinnen aus Aerzen, Karin und Birgit. Foto: eaw

Im zweiten Teil präsentierte sich Vicky Leandros dann im Glitzerkleid mit teils sehr nachdenklichen Liedern über die Liebe, zerbrochene Beziehungen, mit ihren großen Erfolgen aus den 70ern, einem mitreißenden „Tango d´amour, und der Geschichte von „Valentin“, einem Schwulenpärchen, aufgenommen 1978, von dessen Aufnahme die Plattenfirma seinerzeit als „Tabuthema“ abgeraten hatte.

An ihrer Seite langjährige Weggefährten: Johannes Wennrich an Banjo, Buzuki und Gitarre, Lothar Atwell, Bass und Flöte sowie der musikalische Direktor und Arrangeur Bo Heart am Piano.

Gefühlsschwanger sang die Halle mit, und lauschte andächtig Texten, die Leandros zusammen mit Xavier Naidoo produziert hatte, allesamt anspruchsvoll und ausdrucksstark. Bei anderen Künstlern übliches Bühnenbeiwerk wie Nebel oder Kulissen fehlte erfreulicherweise. Den Zuruf nach dem Gassenhauer „Theo“ bremste sie mehrfach beschwichtigend aus, gab ihm erst nach dem prächtigen, emotionsreichen Finale mit „Ich liebe das Leben“ nach. Da aber hatten sich die Konzertgäste längst vor der Bühne versammelt, ein Meer von Handys filmte, die Friseurmeisterinnen tanzten, und der „Theo“, 1974 viele Wochen auf Platz 1 der Hitparade, fungierte als erste Zugabe – aufs Ergreifendste durch Leonard Cohens „Halleluja“ in den Schatten gestellt. Jubel, große Emotion, der Saal bebte, und mit griechischen Klängen von Theodorakis gab‘s ein grandioses Zugabenfinale. „Die war gut, die ist gut“, stellte ein den Tränen naher Endvierziger fest. Stimmt. Vicky Leandros hat recht. „Ich bin wie ich bin.“ Unverändert stark.



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