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VHS will die Jugendmusikschule nicht haben

veröffentlicht am 08.03.2011 um 10:07 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (ni). Jedes Jahr steckt die Stadt Hameln rund 430 000 Euro in ihre Jugendmusikschule. Die Politik wäre diesen finanziellen Brocken gern los und hat auf der Suche nach einer Lösung auf die Volkshochschule geschielt. Doch VHS lehnt dankend ab und will sich das defizitäre Geschäft nicht ans Bein binden.

Bereits im April des vergangenen Jahres hatte der Hamelner Rat der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Möglichkeiten einer „Übertragung der Jugendmusikschule an die VHS“ auszuloten. Der Auftrag ist jetzt abgearbeitet – und brachte nicht das von den Fraktionen erhoffte Ergebnis. Die Volkshochschule zeigt nämlich kein Interesse daran, die mit Steuergeldern hoch subventionierte Jugendmusikschule in eigene Regie zu übernehmen. Allenfalls die Betriebsführung, sprich die Kassengeschäfte sowie An- und Abmeldung der Schüler und den Schließdienst für das Gebäude wäre die VHS bereit zu erledigen. Allerdings nicht gratis, sondern gegen eine Kostenerstattung in Höhe des entstehenden Aufwandes. Eine Entlastung des städtischen Haushaltes brächte dieses Verfahren wohl kaum, sagt die Verwaltung und empfiehlt darum, davon abzusehen. Donnerstag befasst sich der Schul- und Kulturausschuss mit dem Thema (ab 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses).

Die Politik hatte im Stillen eine ganz andere Rechnung aufgemacht: Bei einer Übernahme der Jugendmusikschule durch die VHS, so ihr Kalkül, würden auf längere Sicht die Personalkosten der Einrichtung sinken. Denn im Unterschied zur Stadt wäre die Volkshochschule nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebunden und könnte zumindest bei Neueinstellungen niedrigere Gehälter für die Musikpädagogen aushandeln, als die Stadt sie derzeit bezahlt. Damit würde sich im Laufe der Jahre auch der Zuschuss reduzieren, den die Stadt der VHS durchaus überweisen wollte, damit diese das außerschulische Musikangebot für Kinder und Jugendliche aufrecht erhalten kann.

Der Jahresetat der Jugendmusikschule mit ihren 27 Mitarbeitern auf 18 Planstellen umfasst 922 000 Euro. Der Löwenanteil des Betrages entfällt auf die Personalkosten. Den Ausgaben stehen Einnahmen aus den Gebühren der Eltern in Höhe von rund 487 000 Euro gegenüber. Die Differenz geht zulasten der Stadt, die somit jeden Musikschüler im Jahr mit durchschnittlich 500 Euro aus Steuergeldern fördert.



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