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Die neue Leitung, die Fusion, die Ziele: Ein Ausblick

VHS im Umbruch

HAMELN. Ein neuer Chef und bald ein neuer Name. Impuls-Geschäftsführer Roland Cornelsen (52) hat im Herbst die Geschäfte als VHS-Verbandsdirektor übernommen – als vierter „neuer VHS-Chef“ in nur sechs Jahren. Seine größte Aufgabe: das Zusammenführen der beiden Bildungsträger, deren Chef er nun ist.

veröffentlicht am 13.01.2019 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 13.01.2019 um 20:40 Uhr

Das VHS-Haus an der Sedanstraße soll verstärkt für Interessierte geöffnet werden. Foto: fh
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Doch auch sonst tut sich einiges bei der VHS. Ein Ausblick:


Die Fusion: Im Laufe des Jahres soll es formal so weit sein: „Zwei Träger, die ähnliche Sachen machen, viele Überschneidungen haben, sollen ein gemeinsamer schlagkräftiger Bildungsträger werden“, umreißt es Cornelsen. Der neue Name dann: vhs-Impuls. Noch allerdings seien beide Firmen in einer Phase des gegenseitigen „Beschnupperns“. Eine externe Beraterfirma soll helfen die beiden Partner sinnvoll zu vermählen. Die Auswahl laufe derzeit. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben – „circa 26“ bei der VHS, mehr als zehnmal so viel, rund 300, bei Impuls. Zunächst einmal würden sich durch die Zusammenführung „Vertretungssituationen entspannen“, erwartet Cornelsen. Auch der gewachsene Dozentenpool und das größere Raumangebot (Cornelsen: „Das VHS-Haus an der Sedanstraße ist rappelvoll.“) seien Vorteile.

Die Impuls gGmbH bietet aktuell an der Ohsener Straße etwa Qualifizierungs- und Beratungsangebote für Jugendliche, Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge. Die VHS steht für ein vielfältiges Angebot etwa in den Bereichen Sprachen, Gesundheit und Kreativität, aber auch Integrationskurse für Migranten oder Angebote für den zweiten Bildungsweg.

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Das Geld: Die VHS bekommt als Defizitausgleich jährlich 300 000 Euro von der Stadt Hameln, weitere 185 000 Euro kommen vom Landkreis. An den Summen rüttelt der neue Verbandsdirektor aktuell nicht. Sein Ziel jedoch: Aus der Defizitfinanzierung soll eine Leistungsfinanzierung werden, fordert er. „Dann rede ich nicht mehr über das Gesamtbudget, sondern über die Kosten einzelner Maßnahmen“, sagt der VHS- und Impuls-Chef. Heißt konkret: Wenn die Politik bestimmte Leistungen – beispielsweise zur Integration oder Digitalisierung – erwartet, kann sie selbst sehen, ob diese in die Finanzplanung passen. Die Signale aus der Verbandsversammlung seien positiv, sagt Cornelsen zu seinem Vorstoß.

Ein weiterer Kostenpunkt: Wie die Volkshochschulen insgesamt, profitierte auch die hiesige von der Ankunft der Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern. Weiterhin zählen Integrationskurse, gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), zum Angebot. Dieser Bedarf wird aber nicht ewig in diesem Maße bestehen. Eine zentrale Frage für die Volkshochschulen sei deshalb: „Wie schaffen wir es, uns von der BAMF-Abhängigkeit zu lösen?“, sagt Katrin Schöpe, Fachbereichsleiterin Fremdsprachen und Pressesprecherin der VHS Hameln-Pyrmont.


Das Publikum: Die VHS will vor allem die Jüngeren besser erreichen, nicht nur ein Stammpublikum der über 60-Jährigen. Allein mit einem Kursprogramm auf Papier und verbindlichen Anmeldungen schon Monate im Voraus ist da nicht viel zu holen, wissen Cornelsen und Schöpe. Flexiblere, kurzfristigere Angebote sollen her, neue Lehrmethoden in den Fokus gerückt werden. Die bundesweite „VHS-Cloud“ bietet viele Ansätze zum Online-Lernen. „Aber oft sind die Lehrmittelverlage noch nicht so weit“, schränkt Schöpe ein. Auch an den Schulen will sich die VHS bekannter machen. Das VHS-Haus soll – etwa an den Wochenmarkttagen – für Interessierte geöffnet werden.


Das Angebot: Ja, es gibt die Klassiker auch weiterhin: Töpferkurse, „Gitarre I“, „Italienisch für die Reise“. Doch eben nicht nur die, wie Cornelsen stärker herausstellen möchte: Auch Billardkurse im Papa Hemingway oder „Poetry Slam für Einsteiger“ finden sich im neuen Programm. Ein Höhepunkt soll die Reihe „Starke Frauen“ werden, in der Hamelner Schriftstellerin lesen. Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe macht am Mittwoch, 13. Februar, 18 Uhr, im Museum den Anfang.


Das Jubiläum: Ende 1919 begann die Geschichte der VHS Hameln, die Kurse starteten im Januar 1920. Das 100-Jährige soll mit diversen Veranstaltungen gewürdigt werden.



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