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Ungewöhnlicher Anblick

Verwaiste Frischlinge

Schon mehrere Autofahrer haben die Frischlinge im Vorbeifahren am Zaun entdeckt. Die Tiere leben derzeit dort auf einem befriedeten Gelände der Firma Eon. Doch gewünscht sind sie dort eignetlich nicht.

veröffentlicht am 09.04.2017 um 16:20 Uhr

Besonders in den Morgenstunden sind die hellbraunen Frischlinge mit den Streifen an der Hastenbecker Landstraße oft zu sehen. foto: ju

Autor:

Julia Beermann
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HAMELN. Schon mehrere Autofahrer haben sie im Vorbeifahren am Zaun entdeckt. Besonders in den Morgenstunden sind sie oft zu sehen. Hellbraun, gestreift und mit Steckdosennase: Frischlinge – gleich mehrere – und das außerhalb des Waldes. Der Anblick ist ungewohnt und erst einmal putzig. Doch gewünscht sind die Frischlinge an diesem Ort nicht. Im Normalfall hätte ein Jäger den Auftrag erhalten sie zu erschießen, heißt es. Doch das Gelände gehört nach Aussage des zuständigen Jagdpächters der Firma Eon und ist befriedetes Besitztum. Dieses darf nicht betreten werden und für einen Abschuss oder den Einsatz von Lebendfallen fehlen die Genehmigungen. Schwarzwild darf zudem nicht ohne Weiteres eingefangen werden und Frischlinge werden im Normalfall erst geschossen, wenn sie die markanten braunen Streifen im Fell verloren haben. Noch mal Schwein gehabt.

Dennoch: „Die Wildschweine müssen weg“, sagt der Jagdpächter. Die Situation sei so zu gefährlich.

Erst Anfang Januar war bei einem Wildunfall auf der Hastenbecker Landstraße zwischen Afferde und Hameln eine Bache – das Muttertier – getötet worden. Sie war wahrscheinlich durch ein Loch im Zaun auf die Straße gelangt und wollte sich an Rüben, die auf der anderen Seite der Fahrbahn auf einem Feld zurückgelassen worden waren, laben. Ein in der Dunkelheit herannahendes Fahrzeug hatte keine Chance mehr zu bremsen.

„Voll vors Auto“, sagt ein Zeuge, „das war ein Totalschaden“. Unfälle mit Wildschweinen oder Rehen verursachen oft große Schäden.

Die Tiere betreten die Straße oft unerwartet. Plötzliches Ausweichen sei sehr gefährlich und solle unbedingt vermieden werden, raten Unfallexperten.

Die kaum zehn Tage alten Frischlinge wurden damals mithilfe von Unfallhelfern zurück durch das Loch im Zaun ins Waldgebiet gesetzt, um sie von der Straße fernzuhalten. Das Loch wurde zwar verschlossen, doch finden Wildtiere oft neue Wege um an Futter zu kommen, das sie besonders in der Morgendämmerung oder am Abend auf den Feldern finden.

So erfreuen sich die sechs Schweine bester Gesundheit. Über den Zaun hinweg bekommen sie manchmal Mais und Getreide, davon können sie gut leben.

Doch das Risiko, dass es an der viel befahrenen Straße erneut zu einem Unfall kommen könnte, ist groß. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Tiere an den Menschen gewöhnen. Man sollte sich von Wildtieren unbedingt fernhalten, raten Fachleute.

Wie die Frischlinge weggeschafft werden, bleibt abzuwarten. Inzwischen sind die sechs Schweine zu groß, um sie einfach einzufangen. Vorsicht ist also geboten auf der Hastenbecker Landstraße.

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