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Eltern und Lehrer gehen auch

Versuchter Appell endet im Eklat

HAMELN. Eigentlich wollte Reiner Langeheine nur einen Appell an Hamelns Lokalpolitiker loswerden. Um gut überlegtes Handeln in der aktuellen Schuldiskussion, in der sowieso schon viele Emotionen mitschwingen, hatte der Vertreter der Landesschulbehörde ganz offensichtlich werben wollen am Donnerstag im Schulausschuss der Stadt. Doch der Appell geriet zum Eklat.

veröffentlicht am 15.11.2018 um 21:56 Uhr
aktualisiert am 16.11.2018 um 10:30 Uhr

Schiller-Gymnasium: Im Forum der Schule traf sich der Fachausschuss. Eine nicht alltägliche Sitzung. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Langeheine verließ nach einer Zurechtweisung durch den Ausschussvorsitzenden Kurt Meyer-Bergmann (SPD) die Sitzung früher als erwartet. Mit Langeheine gingen auch nahezu geschlossen die anwesenden Eltern, Kinder, Lehrer und Schulleiter. Knapp 50 an der Zahl.

Was war passiert? Im Schulausschuss sollten die künftigen Schulstandorte in Hameln zur Debatte stehen. Zur Sitzung am Donnerstag hatte die Verwaltung Beschlussvorlagen erarbeitet, in denen verschiedene Varianten (wir berichteten) zur Abstimmung hätten stehen können. Im Zentrum die Frage: Bleibt es so, wie es ist mit den weiterführenden Schulen – oder soll es künftig eine zweite Gesamtschule geben, Oberschulen und Realschule dann auf Sicht möglicherweise nicht mehr? Die Politik ist sich noch nicht schlüssig, sie hat noch weiteren Beratungsbedarf. Das war bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung deutlich geworden. „Eine Neuausrichtung erfordert Zeit“, sagte Birgit Albrecht (CDU). Eine Diskussion über das Für und Wider blieb denn am Donnerstag gänzlich aus. Nur ein Antrag der CDU/ DU-Fraktion, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt zu beraten, fand uneingeschränkt Zustimmung bei den Politikern.

Im Anschluss an die Abstimmung über die Vertagung erteilte Meyer-Bergmann dem beratenden Ausschussmitglied Langeheine zunächst das Wort. Dieser wiederum sagte: Die Beschlussvorlagen zur künftigen Schullandschaft hätten bereits „Unruhe in den Schulen ausgelöst“. Und weiter: „Ich möchte nur appellieren…“ Viel weiter kam Langeheine schon nicht mehr.

Meyer-Bergmann verwies auf die Geschäftsordnung: Der Tagesordnungspunkt sei abgeschlossen, das Thema vertagt, appellieren brauche Langeheine somit nicht mehr. Langeheine fühlte sich abgewürgt: „Dann gehe ich jetzt nach Hause“, lautete die Reaktion des Schulbehördenmitarbeiters, der sodann die Sachen packte. Ohne weitere Kommentare schloss sich die versammelte Zuhörerschaft an. Meyer-Bergmann rief zum nächsten Tagesordnungspunkt auf – auch ohne weiteren Kommentar.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Die Zukunft der Schulen – ein sensibles Thema, dazu mit vielen Emotionen behaftet. Das sollte wohl allen Beteiligten klar sein. Wenn Sorgen dann so vom Tisch gewischt werden, ist das einfach nur peinlich!



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