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Neue Therapien gegen Inkontinenz

Verschwiegenes Leiden

Hameln. Im buchstäblichen Sinne das Wasser nicht halten zu können – das ist eine Krankheit, die Betroffene oft ins gesellschaftliche Abseits drängt. Und die meist schamhaft verschwiegen wird. Inkontinenz nennen Mediziner dieses Leiden, mit dem Erkrankungen des Beckenbodens oder des Enddarms bezeichnet werden. Mit einer ganz besonderen Patientenveranstaltung am Montag, 24. Juni, von 17.30 bis 20 Uhr im Vortragsraum des Sana-Klinikums will das dort angesiedelte zertifizierte Beckenbodenzentrum auf Möglichkeiten der modernen Therapie aufmerksam machen und Betroffene zu einem offenen Umgang mit ihrer Krankheit ermutigen.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:41 Uhr

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„Ab dem 50. Lebensjahr leidet jede dritte Frau und später auch ein Viertel der Männer unter Inkontinenzbeschwerden“, weiß Dr. Thomas Noesselt, Leiter der Frauenklinik am Sana-Klinikum. Jede beteiligte Fachdisziplin habe für sich eigene Diagnostik- und Therapiemethoden entwickelt, die meist parallel und ohne Abstimmung mit der Nachbardisziplin ausgeübt würden. „Da die Beckenbodenerkrankungen aber häufig komplex und insbesondere fachübergreifend vorliegen, benötigen Patienten eine interdisziplinär abgestimmte Diagnostik und Therapie. Dieses ist die Hauptaufgabe der zertifizierten Beckenbodenzentren“, sagt er. Das zentrale Entscheidungsgremium dafür sei die interdisziplinäre Beckenbodenkonferenz, in der die Fälle interdisziplinär diskutiert und gemeinsam entschieden würden. Über die Ambulanzen könnten konservative Therapien und Mehrschritt-Therapien initiiert werden.

Im November vergangenen Jahres wurde das interdisziplinäre Beckenbodenzentrum der Sana-Kliniken – Hameln ist das erste Zentrum dieser Art im Verbund – zertifiziert. Das Besondere liegt laut Noesselt in der gleichberechtigten interdisziplinären Zusammenarbeit der Fachgebiete Gynäkologie, der Klinik für Urologie, der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Proktologie und in Hameln mit einer Praxis für Viszeralchirurgie und Proktologie. Noesselt: „Jeder Kooperationspartner muss selbstständig die Zertifizierungsanforderungen nachweisen. Darüber hinaus muss eine real funktionierende und gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit nachgewiesen werden.“

Das Beckenbodenzentrum Hameln hat für die abgestimmten Therapien ein Netzwerk von externen Kooperationspartnern aufgebaut, die an der Behandlung beteiligt werden. So wird bei den Harn- und Stuhlinkontinenzen häufig zunächst eine konservative Therapie mit Physiotherapie, Verhaltenstraining und gegebenenfalls medikamentösen Behandlungen initiiert. Bei fortbestehenden Beschwerden kann eine fachspezifische oder interdisziplinäre Operation erfolgen. Parallel wird eine Hilfsmittelversorgung durch ein Sanitätshaus, eine Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und eine psychosoziale Beratung ergänzt.

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Weitere Informationen im Internet unter www.sana-hameln.de.CK



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