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Steine weg, Pflanzen hin – es gibt Kritik an Wiederbegrünung bei Hamelner Behörde

Verschwendet Finanzamt Steuergeld?

HAMELN. Nachdem die groß angelegte Steinfläche vor dem Finanzamt in die Kritik geraten war, wurde vor einiger Zeit angekündigt, dass es dort wieder grüner werden soll. Die geplante Umgestaltung des Platzes sorgt jedoch ebenfalls für eine Kontroverse - immerhin werden dafür erneut Steuermittel aufgewendet.

veröffentlicht am 09.05.2019 um 15:26 Uhr
aktualisiert am 09.05.2019 um 18:40 Uhr

Die Schotterfläche vor dem Finanzamt sorgt für Kritik – die Kosten für die anstehende Begrünung allerdings auch. Foto: dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Mit Schotter hat das Finanzamt Hameln täglich zu tun, im fiskalen Sinne – und seit einiger Zeit mit dem echtem Schotter vorm Gebäude. Die groß angelegte Steinfläche mit wenig Grün an der Süntelstraße hat es bis in den Landtag geschafft, wo angekündigt wurde, dass sie so nicht bleiben kann. Die Grünen-Politikerin Anja Piel hatte sich dafür stark gemacht, nachdem sich durch Dewezet-Berichte angedeutet hatte: Das, was da gemacht wurde, entspricht nicht geltendem Recht, sondern verstößt gegen die Landesbauordnung. Wer Bienen will, muss Pflanzen säen – vor diesem Hintergrund soll die Hamelner Steinwüste zurückgebaut und die Fläche begrünt werden. Daran bricht sich die nächste Kontroverse Bahn: „Steuergeldverschwendung!“-Rufe werden laut.

Wie viel die Umgestaltung den Steuerzahler kosten wird, ist noch völlig unklar. Ein konkreter Kostenrahmen stehe noch nicht fest, erklärt die Pressesprecherin Ute Stallmeister vom Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL). „Die Umgestaltung soll im Zusammenhang mit weiteren Arbeiten am Parkplatz mitgeplant und durchgeführt werden. Die Planung und Ausschreibung wird jedoch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Daher können wir noch nichts zur Art der Bepflanzung sagen.“

Auf die Steine hatte die Behörde im Jahr 2013 gesetzt, um Kosten in der Grünpflege zu sparen – einige Bäume, die „mit ihrem Wurzelwerk die Pflasterung des Parkplatzes beschädigten, so dass Stolperfallen zu entstehen drohten“, wurden gefällt, hatte das Landesamt für Steuern Niedersachsen erklärt. „Hohe Kosten für die Verwaltung und Pflege“ seien ursächlich für die Entscheidung gegen neuerliche Bepflanzung gewesen, heißt es weiter. Die Kosten werden jedoch nicht beziffert.

Dass jetzt erneut Steuermittel für die Umgestaltung eingesetzt werden müssen, schmeckt manchem nicht, wie auch an den Kommentaren im Internet deutlich wird. Auch der Landtagsabgeordneten Anja Piel nicht, wie sie auf Anfrage der Dewezet deutlich macht: „Mich ärgert der ganze Vorgang: Die auszugebende Summe und auch aufgewandte Arbeit hätte man sich sparen können. Es ist ärgerlich, wenn durch Nichtbeachtung wichtiger Vorgaben Steuergelder verschwendet werden.“ Trotzdem ist sie der Ansicht, dass dieser Schritt jetzt gegangen werden muss.

Es gehe hier schließlich auch ums Prinzip, sagt sie, „das Land hat eine Vorbildfunktion, was Grünflächen angeht. Insekten und Tiere brauchen Lebensraum. Wir können es uns eben nicht leisten, Insekten, Reptilien und Vögel durch Schottergärten noch weiter zu gefährden“. Vielleicht falle ein einzelner Schottergarten nicht so ins Gewicht, „aber wenn viele Bürgerinnen und Bürger dem schlechten Beispiel der öffentlichen Hand folgen, schwindet der Lebensraum“. In Zukunft freue sie sich aber, auch als Steuerzahlerin, „wenn solche überflüssigen Mehrkosten vermieden werden“.



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