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„Unschöner Konflikt“

Versammlung des BUND von „persönlichen Angriffen“ geprägt

HAMELN. Eigentlich hätte Ralf Hermes allen Grund zur Freude gehabt. Die Jahresbilanz des BUND kann sich sehen lassen, es gibt mehrere Neueintritte. Doch was die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe am Mittwochabend drei volle Stunden lang prägte, waren vor allem „persönliche Verwerfungen“ (Ratsherr Gerhard Paschwitz, CDU) und Anfeindungen gegen Hermes als Vorsitzenden dieser Einrichtung, geäußert vor allem von Mitglied Rainer Sagawe.

veröffentlicht am 15.06.2017 um 18:45 Uhr
aktualisiert am 15.06.2017 um 19:40 Uhr

Die Jahresbilanz des BUND kann sich sehen lassen, es gibt mehrere Neueintritte. Doch die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe am Mittwochabend verlief nicht so erfreulich. Foto: pixabay
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Autor

Christa Koch Reporterin
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Der hatte sich unter anderem des Themas Naturwald angenommen. Dieses Areal oberhalb des Ravelin Camps möchte die Stadt gern wieder übernehmen, Forstamtsleiter Ottmar Heise hatte dazu ein Konzept ausgearbeitet, das Hermes als „gut“ bezeichnet. Sagawe hingegen, geprägt von einem tiefen Misstrauen gegenüber der Verwaltung, hatte sich dagegen ausgesprochen und sogar ein Beschwerdeverfahren auf Landes- und auf Bundesebene initiiert. In der Hauptversammlung hatte Sagawe das Thema erneut aufgegriffen, stand mit seiner Meinung aber offenbar allein da.

Weiterer Juckepunkt, zu dem sich eine Formalie ausgeweitet hatte: der Kassenbericht. Weil der Balkenmäher des BUND, der für Pflegearbeiten gebraucht wird, defekt war, eine Reparatur aber nicht mehr lohnte, hatte Vorstandsmitglied Thomas Hülsen seinen Schwager, gerade zu Besuch aus Südamerika und technisch versiert, für die Instandsetzung des Geräts gewinnen können. 50 Euro Aufwandsentschädigung und 20 Euro Benzingeld für den Mäher hatte er als Anerkennung bekommen. Eine Quittung gab es per Eigenbeleg.

Das wiederum hatten die Kassenprüfer Britta Kellermann und Christian Pardey (ein Parteigänger von Sagawe) bemängelt, eine Entlastung des Vorstandes sollte es dennoch geben. Aber nicht mit Sagawe: Der sprach sich dagegen aus und beantragte geheime Abstimmung. Mit dem Ergebnis, dass sich von 28 Anwesenden nur zwei gegen die Entlastung aussprachen. Thomas Hülsen reichte es trotzdem: Er zückte sein Portemonnaie, legte 70 Euro auf den Tisch und verließ den Saal.

Ralf Hermes Foto: Dana/Archiv
  • Ralf Hermes Foto: Dana/Archiv
Rainer Sagawe Foto: Wal/Archiv
  • Rainer Sagawe Foto: Wal/Archiv

Während Neumitglieder im Nachhinein von einer „verheerenden Sitzung“ sprachen, die von persönlichen Angriffen geprägt gewesen sei, nennt Hermes das Ganze einen „unschönen Konflikt“. Manchmal seien Mitglieder eben auch unbequem, das müsse man aber ertragen können. Allerdings legt der Vorsitzende Wert auf die Feststellung, dass Sagawe nicht die Meinung des Vorstandes oder gar der Kreisgruppe vertrete. Eine Zusammenarbeit mit Sagawe, dem er „destruktives Verhalten“ bescheinigt, lehnt er strikt ab.

Einig ist er sich dabei auch mit Gästen dieser Versammlung, neben Paschwitz vor allem Hans Wilhelm Güsgen (FDP). „Herr Hermes hat die Versammlung mit großer Distanziertheit und Ruhe geführt, trotz der persönlichen Angriffe gegen ihn. Mit Herrn Sagawe kann man einfach nicht zusammenarbeiten“, so der Liberale.

Der so Gescholtene indessen gibt nicht auf. Er bedaure, dass der BUND sich dafür ausgesprochen habe, den Naturerbewald an die Stadt zu geben, wo die doch „für Naturschutz nichts übrig“ habe. „Ein Umweltverband hat ein Klagerecht, und das muss man dann auch mal wahrnehmen“, sagt er. Im Übrigen sieht Sagawe einen Interessenkonflikt: Hermes habe sich just zu dem Zeitpunkt für das Projekt ausgesprochen, als dessen Frau bei der Stadt zur Abteilungsleiterin befördert worden sei. „Ich möchte geklärt wissen, ob es da einen Zusammenhang gibt. „Stimmt so nicht“, sagt Hermes. Das sei sachlich falsch und habe außerdem nichts mit dem BUND zu tun. Das sind einfach Unterstellungen.“ Sagawe aber beharrt darauf. „Und außerdem will ich Rehabilitation. Ich fühle mich gemobbt.“

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