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Leserin sorgt sich um Reiher an Schliekers Brunnen

Verletztes Wildtier – wer leistet Hilfe?

veröffentlicht am 04.10.2016 um 18:27 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:24 Uhr

Frank Neitz

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Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Silke Symann wusste nicht, an wen sie sich noch wenden sollte. Die Holtenserin war ratlos. Symann hatte in der Nähe von Schliekers Brunnen einen verletzten Fischreiher entdeckt. Der Flügel des Vogels hing herunter. Offenbar war die Schwinge gebrochen. Fliegen konnte das Tier nicht mehr. Als die Frau näher kam, flüchtete das Tier in Richtung des Waldes.

Symann rief bei einer Kontaktadresse des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) an. Hier erklärte man der Tierfreundin, dass schon jemand anderes wegen des verletzten Vogels angerufen habe. Doch statt, die erwartete Hilfe zu erhalten, bat man die Frau, mit dem Tier einen Tierarzt aufzusuchen. Silke Symann wandte sich daraufhin an die Dewezet.

Die gegebene Auskunft bestätigt Christian Weidner von der Nabu-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln. Der Nabu sei eine Organisation von Freiwilligen, die sich nahezu ausschließlich dem Schutz der Natur verschrieben haben. „Es zählt nicht das einzelne Tier, der Erhalt der Artenvielfalt ist für uns entscheidend“, erklärt Weidner. Bei seltenen Arten greifen die Nabu-Mitglieder dagegen schon ein – etwa bei einem Uhu, so der Hilligsfelder.

Bei aller Tierliebe: Für die Naturschützer gehören Krankheit und Tod zum natürlichen Kreislauf. Wenn allerdings mitleidige Bürger helfen wollen, müssen sie geltenden gesetzlichen Regelungen beachten, vor allem die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Es besteht beispielsweise eine Meldepflicht für streng geschützte Arten.

Bleibt die Frage: An wen muss man sich wenden, wenn ein verletztes oder in Not geratenes Wildtier gefunden wird? Thomas Breitkopf, Brandoberinspektor bei der Hamelner Feuerwehr, kennt die passende Telefonnummer: „Das ist die 112. Die Tierretter der Feuerwehr nehmen sich der Tiere an.“ Übrigens hat Silke Symann sich am gleichen Tag noch an einen Förster gewandt. Daraufhin rückte die Feuerwehr aus und suchte an den Fischteichen bei Schliekers Brunnen nach dem verletzten Reiher. Gefunden haben sie den Vogel nicht.



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