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Nach weniger als einem halben Jahr: Stadt will umstrittene Neuregelung kippen

Verkürzte Parkzeit in Hamelns Innenstadt vor dem Aus

veröffentlicht am 14.09.2016 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Der Vorschlag soll bereits am Donnerstag (14. September) im Umweltausschuss diskutiert werden, teilte ein Stadtsprecher mit. Dem Entschluss vorausgegangen sei laut Verwaltung eine Befragung zu den Erfahrungen und Wünschen der Kaufmannschaft.

In der vergangenen Woche hatten rund 60 Einzelhändler mit einer Unterschriftenaktion gegen die Parkdauer protestiert. Sie befürchten ein Ausbluten der Geschäfte in der Altstadt. Die Unterzeichner, die allesamt Läden in der Emmern-, Ritter- oder Baustraße betreiben, forderten eine Rückkehr zur alten Regelung. Auch Holger Wellner, Sprecher des Einzelhandelsverbands Hameln-Pyrmont, bezeichnet die verkürzte Parkzeit als „wenig kunden- und handelsfreundlich“.

Klaus Pfisterer, Geschäftsmann aus der Emmernstraße, hatte die Aktion initiiert. Er sagt, dass viele Kunden ihn angesprochen und sich über die neue Parkdauer beschwert hätten. „In einer halben Stunde kann man nichts in der Stadt erledigen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, meint er. Menschen, die bummeln oder etwas in den Geschäften anprobieren wollten, könnten nicht mehr ruhigen Gewissens innenstadtnah parken. Auch der Einkauf und Transport schwerer Gegenstände sei kaum noch möglich, meint Pfisterer. Die Angst vor einem Knöllchen vertreibe die Kunden aus der Innenstadt, es seien bereits Umsatzeinbußen bemerkbar, berichtet er.

Im April hatte die Stadt zwölf neue Parkscheinautomaten installiert und dabei auch das Konzept verändert. In Zehn-Cent-Schritten können Autofahrer seitdem eine Parkzeit von jeweils sechs Minuten auswählen, bis maximal 50 Cent für eine halbe Stunde erreicht sind. Länger als eine halbe Stunde parken kann man nur noch am Kastanienwall, auf dem Parkplatz des Baustoffunternehmers Klaus-Peter Othmer, in der Stadtgalerie oder in den Parkhäusern.

Ursprünglich habe die Stadt die Autofahrer motivieren wollen, die städtischen Parkhäuser zu nutzen. Gleichzeitig sollte der Parksuchverkehr in der Baustraße reduziert und so mehr Parkraum für Kunden geschaffen werden, sagt der Stadtsprecher.

Doch Pfisterer glaubt, dass sich die Verwaltung mit der Umstellung ins eigene Fleisch geschnitten habe. „Die Kunden suchen sich Alternativen – und die finden sie in der Stadtgalerie und auf dem Othmer-Parkplatz. Diese Einnahmen gehen der Stadt im Endeffekt verloren“, sagt er. Bei einem genauen Blick auf die betreffenden Parkplätze erhärtet sich der Vorwurf; viele bleiben seit der Neuregelung oft längere Zeit unbesetzt.

Die Einzelhändler wollen die alte Regelung zurück. Bislang zahlten Autofahrer 50 Cent für 30 Minuten, eine ganze Stunde kostete einen Euro. Wellner berichtet, dass es im Vorfeld der Einführung des neuen Parkraumkonzepts zwei Gespräche mit der Stadt gegeben habe. Die Resultate seien jedoch nicht im Sinne der Händler. „Für ein Brötchen beim Bäcker oder einen kurzen Apothekenbesuch mag eine halbe Stunde reichen. Aber ansonsten kann man nichts erledigen“, meint er.

Der Protest scheint erfolgreich gewesen zu sein, wenngleich die Stadt betont, dass die Evaluation bereits zuvor vorgenommen worden sei. Im Umweltausschuss will die Stadt nun eine Vorlage vorstellen, in der die Folgen der Neuregelung, die Effekte auf die Auslastung der Parkhäuser, die Einnahmeentwicklung an den Parkscheinautomaten, die Erfahrungen von Kunden und Einzelhändlern aufbereitet und zusammengefasst wurden. „Am Ende muss der Rat über eine Änderung der Parkregelung entscheiden“, heißt es aus dem Rathaus.



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