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Was diese Früchte der Saison verbindet – und wo die feinen Unterschiede liegen

Vergleichen Sie ruhig mal Äpfel mit Birnen

Eigentlich soll man ja Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Zumindest fordert das der Volksmund. Und meint damit, dass man Dinge nicht vergleichen soll, die (angeblich) nicht vergleichbar sind. Vom Ernährungsstandpunkt aus aber macht es durchaus Sinn, Äpfel mit Birnen zu vergleichen; denn obwohl beide Kernobstgewächse eine ganze Menge verbindet – es gibt auch viele feine Unterschiede, die für die Birne (oder den Apfel) sprechen.

veröffentlicht am 05.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:41 Uhr

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Eins vorweg: Gesund sind beide. Und reich an Vitamin C. Dabei sitzen die meisten Vitamine direkt unter der Schale, weshalb man sich das Schälen schenken sollte: Gründlich abwaschen reicht. Und möglichst zu ungespritzten Äpfeln und Birnen greifen. Zwar sind Birnen bei den meisten Deutschen lange nicht so populär wie Äpfel – von Kindern aber werden sie wegen ihrer Süße bevorzugt. Dicker machen sie trotz ihres höheren Fruchtzuckergehaltes nicht. Mit 73 Kalorien liegt eine Birne nur knapp über einem Apfel mit etwa 68 Kalorien. Für Diäten sind Birnen sogar besser geeignet, da sie mehr Mineralien als Äpfel enthalten, deshalb entschlackend und entwässernd wirken und den Stoffwechsel ankurbeln. Ihr hoher Gehalt an Ballaststoffen fördert die Verdauung. Dank ihres deutlich niedrigeren Säuregehaltes sind sie überdies magenfreundlicher als Äpfel.

Als Vitamin C-Lieferant schneidet der Apfel besser ab. Er enthält bis zu doppelt so viel dieses Vitamins wie die Birne. Dafür ist diese wiederum ein guter Vitamin-B2-Lieferant. Und wenn es um den Saft der beiden Kernobstgewächse geht, wissen Kinder genau, was sie wollen: „Wenn unsere Tochter die Wahl zwischen Apfel- oder Birnensaft hat, greift sie zum Birnensaft“, erzählt Katarina Lehmgrübner, die gemeinsam mit ihrem Mann Bioprodukte auf dem Hamelner Wochenmarkt anbietet und neben Früchten aus den Mittelmeerländern auch schon die ersten Äpfel aus dem Alten Land im Programm hat. „Bei den Birnen dauert es noch“, sagt Moos Lehmgrübner, „die brauchen etwas länger.“ Momentan wird im Alten Land nur die Frühsorte Clapps Liebling geerntet. Erst Mitte September ist die als Lagerbirne gut geeignete Conference so weit.

Ohnehin ist das Birnen-Angebot meist nur auf wenige Sorten beschränkt. Zwar ist von weltweit 1500 Birnensorten bei uns gut die Hälfte heimisch. Aber nur ein knappes Dutzend ist für den Handel von Bedeutung. Dazu zählen so bekannte Sorten wie die aromatische Abate, die milde Conference, die weiche und süße Gute Luise oder die sehr empfindliche, aber besonders feine und leckere Williams Christ.

Bei den Griechen galt die Birne als die Liebesfrucht. Dort wurden vermutlich auch die ersten Birnen gezüchtet. Heute wird dieses Obst in allen Gebieten mit gemäßigtem Klima angebaut. Da die deutsche Ernte allein nicht ausreicht, kommen viele Früchte aus Italien. Oder aus Frankreich. Wie auch die schmackhafte Williams Christ, die Moos Lehmgrübner auf dem Wochenmarkt anbietet. Dabei bevorzugt er ganz persönlich – wie viele Deutsche auch – den Apfel. Der Birnentorte seiner Frau aber kann auch er nicht widerstehen: „Ich lege dafür eingekochte Birnen auf Mürbeteig, bedecke sie mit einer Mischung aus Sahne und Gelatine. Darüber kommt noch einmal geschlagene Sahne und das Ganze wird mit Walnuss-Krokant garniert“, erzählt Katarina Lehmgrübner. Klingt nach purer Verführung. Das Rezept kann man übrigens bei ihr auf dem Wochenmarkt bekommen.

Wer Herzhaftes bevorzugt, muss trotzdem auf Birnen nicht verzichten. Sehr lecker sind Schweinefiletmedaillons mit Birnen und Ziegenkäse in Marsala-Soße. Für vier Portionen braucht man dafür: 12 Schweinemedaillons, Balsamico, 250 ml Marsala, 400 ml Sahne, 3 TL gekörnte Brühe, 2 TL Tomatenmark, 150 ml Sherry, 300 ml Wasser, Soßenbinder, 8 halbierte weiche Birnen, 8 Scheiben Ziegenkäse, Salz und Pfeffer. Schweinemedaillons würzen und mit etwas Balsamico beträufeln. Von beiden Seiten anbraten und warm stellen. Sherry in einen Topf geben, das Tomatenmark und die Hühnerbrühe einrühren, kurz köcheln lassen und den Marsala zugießen. Die Soße reduzieren, bis sie sämig ist und einen würzigen Geschmack hat. Sahne und Wasser dazugeben, alles gut verrühren und mit Soßenbinder andicken. Birnenhälften ohne Fett mit etwas Zucker in einer Pfanne glasieren. In der Pfanne mit dem Bratfett die Ziegenkäsescheiben zart anschmelzen. Schweinemedaillon mit je zwei Birnenhälften und zwei Scheiben Ziegenkäse garnieren und mit Soße begießen. Dazu munden Nudeln, Reis oder Ciabatta. Und als Getränk passt ein fruchtiger Landwein.

Vom Hamelner

Wochenmarkt berichtet Karin Rohr



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