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Ex-Frau bezichtigt Hamelner eines Sexualverbrechens / Opfer hat plötzlich Erinnerungslücken

Vergewaltigungsprozess endet mit Freispruch

Hameln (ube). Dem wegen Vergewaltigung seiner Ex-Frau angeklagten Mann war die Erleichterung anzusehen, als der Vorsitzende Richter des Schöffengerichts Hameln, Wolfgang Schöpe, im Namen des Volkes verkündete: „Der Angeklagte wird freigesprochen.“ Eigentlich war das Urteil keine Überraschung mehr, denn am Schluss der Hauptverhandlung hatte sogar die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädiert.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 07:41 Uhr

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Das Verfahren gegen den Hamelner (44) war im Oktober 2006 ins Rollen gekommen – mehr als sieben Jahre nach dem angeblichen Sexualverbrechen. Der neue Lebensgefährte der Frau hatte den Ex-Mann seiner Freundin des Telefonterrors bezichtigt und ihn wegen Bedrohung angezeigt. Die Ermittler vernahmen daraufhin die Hamelnerin (40), die zu Protokoll gab, sie sei von ihrem damaligen Mann während der Ehe vergewaltigt worden. Von Amts wegen leitete die Polizei Ermittlungen ein.

„So ein Erlebnis vergisst man nicht“

Uwe Behnsen, Strafverteidiger des Beschuldigten, beantragte kurz darauf bei der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens. Er stellte seinen Mandanten als Opfer dar, erklärte, die Frau sei nachweislich psychisch krank. Der Anwalt behauptete damals, das vermeintliche Opfer suche aus Sicht des mutmaßlichen Täters „nach einer Entschuldigung dafür, dass es nicht imstande ist, sein Leben allein zu meistern“.

Die Staatsanwaltschaft ließ die mittlerweile nach Hannover verzogene Frau noch einmal von einem Spezialisten des Zentralen Kriminaldienstes in der Landeshauptstadt vernehmen. Die 40-Jährige schilderte dem Beamten recht genau, was vor vielen Jahren geschehen war. Diese Aussage reichte der Staatsanwaltschaft aus, um Anklage zu erheben.

Im Prozess stritt der Hamelner den Vorwurf der Vergewaltigung ab. Er meinte, die Anschuldigung müsse mit den psychischen Problemen seiner Ex-Frau zu tun haben. Das Opfer konnte sich plötzlich vor Gericht nicht mehr an Details erinnern. Warum die Hamelnerin fast gar nichts mehr wusste, konnte sie nicht erklären. Der Staatsanwalt schien ihr nicht so recht zu glauben, denn er sagte: „So ein einschneidendes Erlebnis vergisst man nicht.“

Das Schöffengericht folgte dem Plädoyer der Verteidigung und dem Antrag der Staatsanwaltschaft und sprach den Angeklagten frei. Richter Schöpe sagte zur Begründung, das Kerngeschehen des Verbrechens habe von dem Opfer nicht detailliert geschildert werden können. Zudem habe die Frau offensichtlich psychische Probleme.



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