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Verbunden mit einem Unbekannten

veröffentlicht am 11.02.2010 um 16:12 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (jhe). Manchmal kommt es Lars Trant so vor, als werde er für etwas belohnt, wofür er eigentlich kaum etwas geleistet hat. Für den 23-jährigen Hamelner mit den kurzen aschblonden Haaren war es nur „eine weitere Möglichkeit, mit wenig Aufwand etwas zu bewegen und anderen Menschen zu helfen“, als er sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren ließ.

Wenn er am Freitag im Rathaus vom Ersten Stadtrat Eckhard Koss eine Urkunde für seine Stammzellenspende erhält, ist ihm das „ein bisschen unangenehm, so groß dargestellt zu werden“. Denn dass gerade er als bestmöglicher Stammzellenspender für einen leukämiekranken jungen Mann aus Frankreich infrage kam, sei schließlich nur Zufall.

Rund 11 000 Menschen erkranken nach Angaben der DKMS jährlich in Deutschland an Blutkrebs. Nur ein Drittel der Erkrankten findet einen geeigneten Spender innerhalb der Familie. Alle anderen Patienten sind auf die Hilfe eines Fremden angewiesen. „Da jeder Mensch ganz individuelle Gewebemerkmale hat, ist es sehr schwer, den passenden Spender zu finden“, heißt es auf der DKMS-Homepage.

Wie es dem Empfänger mit seiner Spende ergangen ist, weiß Trant noch nicht, weshalb er sich auch nicht als Lebensretter fühlt. „Das wird sich vielleicht ändern, wenn ich weiß, dass er es geschafft hat. Dann würde ich mich sehr für ihn mitfreuen“, sagt Trant, der sich seit der Spende „so ein bisschen verbunden“ mit dem unbekannten Franzosen fühlt und sehr am weiteren Leben des anderen interessiert ist.



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