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25 Mitarbeiter sind betroffen – der Konzern will ihnen aber neue Jobs anbieten

US-Multi schließt Werk in Hameln

HAMELN/NEUSS. Der US-amerikanische Mischkonzern 3M schließt seine Betriebsstätte in Hameln: Der Konzern trennt sich von seiner Schleifmaschinen-Produktion und will zudem seine Herstellung von Schleifmitteln an einem Standort konzentrieren – und das wird nicht Hameln sein. Von diesen strategischen Entscheidungen betroffen ist die Hamelner 3M-Tochter Wendt GmbH: Der hiesige Betrieb wird geschlossen – 25 Mitarbeiter verlieren hier ihren Job.

veröffentlicht am 27.06.2017 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 27.06.2017 um 18:05 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Das Schleifmaschinengeschäft des milliardenschweren Konzerns 3M ist seit Jahren einem zunehmenden Preisdruck ausgesetzt – Umsatz und Gewinn sind rückläufig, wie Unternehmenssprecher Stephan Rahn auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Grund für die Umstrukturierung seien letztlich die sinkende Nachfrage, der hohe Preisdruck und der gesättigte Markt. 3M stellt die Maschinen für die Werkzeugindustrie und die Metallbearbeitung her. In einer Pressemitteilung heißt es dazu in wohlfeilem Unternehmensdeutsch: „Da keine Änderung dieses Negativtrends absehbar ist, werden jetzt strukturelle Anpassungen erwogen.“

Strukturelle Anpassungen, das bedeutet: Neben dem Ausstieg aus dem Geschäft mit Schleifmaschinen erwägt das Unternehmen, seine Produktions-, Test- und Forschungskapazitäten für keramisch gebundene Schleifmittel, die derzeit in Hameln, Meerbusch und Jena hergestellt werden, in Meerbusch zu konzentrieren. Der Standort Meerbusch mit seinen aktuell 220 Mitarbeitern soll zu einem Kompetenz-Center für keramisch gebundene Schleifmittel ausgebaut werden. Das Geschäft mit Schleifmitteln bezeichnet 3M als Wachstumsmarkt – hier will 3M investieren.

3M geht davon aus, „dass bei der Umstrukturierung für einen Großteil der betroffenen Mitarbeiter ein Wechsel an andere Unternehmensstandorte möglich wäre“. Im Konzern gäbe es so viele offene Stellen, dass vermutlich ein Großteil der von den Schließungen in Hameln, Jena und Reutlingen betroffenen 120 Mitarbeiter eine andere Stelle finden könne. „Angebote für die Mitarbeiter soll es geben – ob sie angenommen werden, klärt sich in den nächsten Wochen“, sagt 3M-Sprecher Rahn.

Information

Der Konzern 3M

Das US-Unternehmen 3M – der Name steht für Minnesota Mining and Manufacturing – ist ein weltweit agierender Multi-Technologiekonzern mit Sitz in St. Paul/Minnesota. Der Konzern produziert mit 91 500 Mitarbeitern 50 000 verschiedene Produkte auf der Basis von 47 Technologieplattformen und 100 000 Patenten. Die Aktie von 3M ist einer der am stärksten gewichteten Titel im Dow-Jones-Index.

Im Jahr 1902 gegründet, beschäftigte sich 3M anfangs mit Abbau und Weiterverarbeitung von Mineralien zur Herstellung von Schleifpapier für die Automobilindustrie. Aufgrund von Kundennachfragen erweiterte das Unternehmen allmählich seine Produktpalette. So entwickelten beispielsweise unternehmenseigene Forscher das erste Abdeck-Klebeband für die Zweifarben-Lackierung der damals in Mode kommenden Automobile. Auf dieser Basis begann das Unternehmen bald, sich zu diversifizieren und international aufzustellen. Heute hat es Niederlassungen in über 70 Ländern.

Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete die 3M Company einen Umsatz von 30,1 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn belief sich auf rund 4,2 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland hat 3M seine Hauptverwaltung in Neuss, beschäftigt 6700 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen stellt unter anderem Klebeprodukte her. Bei Verbrauchern ist 3M unter anderem durch seine Marken Post-it und Scotch bekannt.

Das Hamelner Werk wurde im Jahr 1995 eröffnet und gehört seit dem Jahr 2004 zur Wendt GmbH. Auf einer Werksfläche von 4300 Quadratmetern stellen 25 Mitarbeiter Schleischeiben her.

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