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Eigentlich wollte sie erneut für den Stadtrat kandidieren – doch ihre Partei ist offenbar dagegen

Ursula Wehrmann tritt nicht mehr an

Hameln. Die Verbitterung ist verständlich. Denn die grüne Kommunalpolitik war und ist ihr Leben. Doch jetzt soll Ursula Wehrmann bei den im September anstehenden Kommunalwahlen nicht noch einmal kandidieren – so jedenfalls die Stimmung im Ortsverband der Grünen. Offenbar wünschen sich viele Mitglieder einen Neuanfang.

veröffentlicht am 06.04.2016 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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„In einem Gespräch hat mir der Vorsitzende Sven Kornfeld gesagt, dass vermutlich die Hälfte der Hamelner Mitglieder meiner Partei gegen meine erneute Kandidatur ist – mit der Begründung, ,die Grünen wollen einen Neuanfang ohne Uschi Wehrmann’“, sagt die Bürgermeisterin, die seit 24 Jahren im Hamelner Rat sitzt und seit 1998 die Funktion einer Fraktionsvorsitzenden innehat. Auch im Kreistag war Ursula Wehrmann vertreten.

Ob sie noch einmal antreten solle, in dieser Frage sei sie selbst lange unentschlossen gewesen, räumt Ursula Wehrmann ein. „Aber mein Mann, meine Kinder und viele Bürger haben mich ermutigt, sodass ich mich entschlossen hatte, wieder meinen Hut in den Ring zu werfen.“ Außerdem habe sie gern an vielen noch anstehenden Themen mitwirken wollen, darunter die Linsingen-Kaserne, die Stadtentwicklung einschließlich Weserufer, die Verkehrsentwicklung, das Rathaus oder die Verwaltungsstrukturreform.

„Kann sie doch. Politik endet nicht, nur weil man aus dem Rat ausscheidet“, sagt Kornfeld und meint damit, Ursula Wehrmann könne ihre langjährige Erfahrung künftig ja in die Parteiarbeit einbringen. Im Übrigen sei es immer „grünes Statement“ gewesen, Demokratie auf viele Schultern zu verteilen, eine gewisse Rotation sei ausdrücklich erwünscht. Er selbst, so der Ortsvereinsvorsitzende, würde eine Ratstätigkeit sogar grundsätzlich auf zwei Perioden begrenzen. In seiner Partei, so räumt er ein, gebe es Wehrmann-Kritiker und auch Wehrmann-Unterstützer; wer sich durchsetzt, darüber entscheidet am 28. April die Wahlversammlung.

Diesen Termin wird Ursula Wehrmann allerdings nicht abwarten. Sie habe sich letztlich entschlossen, nicht mehr zu kandidieren, denn: „Ich möchte einem Neuanfang nicht im Wege stehen“, so die Bürgermeisterin nicht ohne Wehmut. Bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober werde sie aber ihre Arbeit wie bisher in der Fraktion, der Mehrheitsgruppe und im Rat fortsetzen. Was danach kommt? „Erstmal werde ich mehr Zeit für meinen Mann, meine Kinder, Enkel und Freunde haben. Aber es wird mit Sicherheit auch wieder ein neues Betätigungsfeld für mich geben. Wenn eine Tür sich schließt, wird sich eine andere öffnen.“

Ob damit die von Kornfeld so nachdrücklich angesprochene Parteiarbeit gemeint ist? Die hätten die Grünen vermutlich bitter nötig. Denn mit Ursula Wehrmann verlieren sie nicht nur ihr unbestrittenes Zugpferd – auch deren Stellvertreter im Fraktionsvorsitz, Jürgen Mackenthun, tritt zur Kommunalwahl nicht wieder an. Und die grüne Ratsfrau Jennifer Weidner strebt ebenfalls kein neues Mandat an. Die Grünen mussten mit neuem Personal also rund 1600 Stimmen kompensieren.

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