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Stadtverwaltung findet Kosten für zügigen Zugang zu hoch / Wie entscheidet die Politik?

Upnor offen für alle - daraus wird so schnell nichts

HAMELN. Aus der Traum vom kurzerhand erlaubten Zugang zur Weser? Die Stadtverwaltung jedenfalls steht einer schnellen Öffnung des Upnor-Geländes an der Fischbecker Straße für die Öffentlichkeit verschlossen gegenüber. Grund: die Kosten.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 13:18 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 21:10 Uhr

Spaziergänger schätzen den direkten Zugang zur Weser auf dem Upnor-Gelände. Irgendwann einmal soll hier ein Freizeitgelände mit schicken Angeboten entstehen – bis es so weit ist, hätten sich einige Hamelner gewünscht, dass es zumindest legal wird, Up
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Nach Berechnungen der Verwaltung wären einmalig 60 000 Euro fällig, um das ehemalige Wasserübungsgelände der britischen Soldaten so herzurichten, dass es genutzt werden kann. Hinzu kämen jährliche Unterhaltungskosten von 55 000 Euro. Außerdem müsste der Betriebshof einen neuen, geeigneten Schlegelmäher anschaffen, mit dem das Gras kurzgehalten werden könnte, heißt es. Dieser schlüge mit 8000 Euro zu Buche. Die Stadt möchte dieses Geld nicht ausgeben und „hat aufgrund der aktuellen Haushaltssituation von einer Mittelanmeldung für den Haushalt 2019 Abstand genommen“, heißt es in der entsprechenden Vorlage der Stadt für die Politik.

Uns ging es einfach nur darum, dass das Tor geöffnet wird.

Hans Wilhelm Güsgen, FDP-Fraktionsvorsitzender Stadtrat

Zum Hintergrund: Die FDP-Fraktion hatte im Juni letzten Jahres den Stein ins Rollen gebracht. Ihrem Antrag, dass die Stadt das Wesergrundstück bis zu einem Ankauf zunächst von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) pachten soll, damit Hamelner und Besucher das Gelände auch offiziell nutzen dürfen, folgte der Rat einstimmig im September. Kaufen will die Stadt das Gelände ohnehin, irgendwann, um dort ein attraktives Freizeitgelände zu gestalten. Doch bis zum Erklingen dieser noch weit entfernten Zukunftsmusik haben die Politiker schon eine frühere, legale Öffnung angestrebt – denn genutzt wird das Gelände ohnehin bereits von den Hamelnern.

Auch das Provisorium wäre mit Vorarbeiten und Kosten verbunden, wie die Stadtverwaltung jetzt vorrechnet. Zum einen wäre dort der Pachtvertrag mit der Bima, der möglich wäre – wenn die Stadt 4300 Euro jährlich zahlt. Dann wäre die Stadt in der Verkehrssicherungspflicht und müsste nach ihrer Darstellung die direkten Uferbereiche so absperren, dass dort keine Fahrzeuge fahren können – eine Parkplatzfläche müsste ausgewiesen und abgegrenzt werden. Weil das Gelände beliebt wäre und guten Zulauf hätte – davon geht die Stadt selbst auch aus – müssten Toiletten und Abfallbehälter bereitgestellt werden. Um Vandalismus zu unterbinden und auch sonst für Ordnung zu sorgen, hat die Stadt für die Kosten mit einem Sicherheits- und Ordnungsdienst gerechnet.

Außerdem müsste, so die Einschätzung der Verwaltungsmitarbeiter, der Betriebshof mit dem „Kurzschnitt“ der zentralen Grünflächen beauftragt werden, der wiederum eine extra halbe Stelle einplanen müsste – für diese Arbeiten veranschlagt die Stadt etwa 43 000 Euro.

Mit der Darstellung der Stadtverwaltung will die FDP-Fraktion sich nicht zufriedengeben, kündigt ihr Vorsitzender Hans Wilhelm Güsgen auf Nachfrage an: „Die Vorlage können wir so auf keinen Fall akzeptieren!“ Ihm und seinen Mitstreitern sei es einfach nur darum gegangen, „dass das Tor geöffnet wird“, führt Güsgen aus. Das wiederum gäbe es schon für 4300 Euro pro Jahr, wenn die Stadt lediglich die Pacht an die Bima zahlte – ohne alle weiteren Maßnahmen. Die FDP-Fraktion wolle die Kosten und die etwaige Bereitstellung des Geldes jetzt im Rahmen der Haushaltsberatungen behandeln.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Es scheint mal wieder komplizierter zu sein, als dass der Wunsch „Mach auf!“ einfach so erfüllt werden könnte. Aber: An anderen Stellen gehen die Menschen doch auch an die Weser, einfach so – Tündern, Ruderclub, Campingplatz. Vielleicht klappt es ja hier auch noch. Schön wär’s.



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