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FDP sieht Kubicki-Äußerungen als Diskussionsgrundlage

„Unsere soziale Wärme in den Vordergrund rücken“

Hameln (HW). Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki wird oft als Machtmensch und Strippenzieher, aber auch als Heckenschütze tituliert. Immer wieder sorgt er mit Kommentaren und Provokationen bundesweit für Wirbel. Gestern hat der Liberale aus dem hohen Norden den nordrhein-westfälischen FDP-Chef Christian Lindner für die Rösler-Nachfolge ins Gespräch gebracht. „Lindner ist für mich der geborene neue Bundesvorsitzende“, sagte Kubicki, der sich zudem für eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP ausgesprochen und eine politische Neuausrichtung seiner Partei gefordert hat. Sätze, die an der Basis in Hameln durchaus auf Verständnis stoßen.

veröffentlicht am 02.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 20:41 Uhr

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„Kubicki ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und seine Meinung lautstark vertritt. Das darf er, denn wir sind eine liberale Partei und die lebt davon, dass diskutiert wird“, sagt Kathrein Bönsch. Die stellvertretende Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Hameln sieht in Christian Lindner ebenfalls einen geeigneten Parteichef: „Ich halte ihn für herausragend talentiert, und er hat sehr viel Tiefgang. Was er bislang gemacht hat, hat mir sehr gut gefallen.“ Bönsch hält jedoch nichts von einem kurzfristigen Personalwechsel an der Spitze ihrer Partei. Das brauche Zeit, meint sie. Ebenso wie ein Wechsel der Liberalen in eine Ampelkoalition auf Bundesebene: „Es ist aber eine Option, denn ich bezweifel, dass die FDP dauerhaft mit der CDU glücklich wird.“

Diese Meinung vertritt auch Hans Wilhelm Güsgen, Fraktionschef der Liberalen im Hamelner Rat: „Eine Öffnung zur linken Seite, sprich zu SPD und Grünen, begrüße ich, denn nur mit den Schwarzen geht auf lange Sicht nicht gut.“ Der FDP-Politiker ist jedoch überzeugt, dass der Bundesvorsitzende seiner Partei, Philipp Rösler, oft zu Unrecht gescholten werde. „Weil er von Haus aus eine viel ruhigere Person ist als andere“, begründet er.

Auch Güsgen sieht die Kubicki-Äußerungen als einen Vorstoß, der die Partei beleben soll. „Ich bin allerdings gegen eine Neuausrichtung, sondern für eine zusätzliche Ausrichtung, schließlich sind wir Liberalen nach allen Seiten offen“, betont Güsgen. Auch auf die Frage, wie eine zusätzliche Ausrichtung in der FDP aussehen könnte, hat der Fraktionsvorsitzende eine Antwort parat: „Wir dürfen nicht dauernd über Steuern reden, sondern sollten unsere soziale Wärme, die wir ja haben, viel deutlicher in den Vordergrund rücken.“

Sehen die Kubicki-Sätze als Diskussionsgrundlage innerhalb der FDP: Die liberalen Politiker Kathrein Bönsch und Hans Wilhelm Güsgen.



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