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Heiko Brede: „Jungwölfe sind jetzt unterwegs“

Ungewöhnliche Notiz im Riepen: War da wirklich ein Wolf?

HAMELN. Stimmt das, was dort an der Schutzhütte im Riepen auf dem Boden steht? Auf das Fundament hat jemand mit Kreide „Wolfssichtung 29.04.17“ geschrieben. Wer? Keine Ahnung. Wann? Lässt sich vielleicht erahnen. Und hat die- oder derjenige dort tatsächlich einen Wolf gesehen? Wo? Im Wald? Auf den Wiesen, auf die man von dort blickt? Viele Fragen, keine Antwort.

veröffentlicht am 08.05.2017 um 15:06 Uhr
aktualisiert am 08.05.2017 um 19:00 Uhr

Birte Hansen

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Reporterin zur Autorenseite

Stimmt das, was dort an der Schutzhütte im Riepen auf dem Boden steht? Auf das Fundament hat jemand mit Kreide „Wolfssichtung 29.04.17“ geschrieben. Wer? Keine Ahnung. Und hat die- oder derjenige dort tatsächlich einen Wolf gesehen? Wo? Im Wald? Auf den Wiesen, auf die man von dort blickt? Viele Fragen, keine Antwort. Auch Heiko Brede, Wolfsberater des Niedersächsischen Forstamts Oldendorf, kann zu dem ungewöhnlichen Eintrag nichts Konkretes sagen.

Brede seinerseits werde dem Eintrag nicht nachgehen, sagt er auf Anfrage der Dewezet. „Man kann so was nicht nachweisen“, erklärt er, warum er das lediglich zur Kenntnis nimmt. Trotzdem wolle er das „auf die Liste setzen“, in die er die gemeldeten Sichtungen einträgt. Selten allerdings lasse sich im Nachhinein klären, ob es sich bei einem vermeintlich entdeckten Wolf tatsächlich um eben jenen handelt. „Die Male, in denen ich es gegenchecken konnte“, erzählt Brede, – zwei Mal sei das der Fall gewesen –, habe sich herausgestellt, dass der „Wolf“ ein „Fuchs“ gewesen sei. Obwohl die Betrachter beteuert hätten, „100 Prozent sicher zu sein“, sagt Brede.

Wie häufig er Hinweisen nachgeht, variiere. Die sichersten seien immer „frische Rehrisse“ oder „Nutztierrisse“. Alle zwei, drei Wochen fahre er aus diesem Anlass innerhalb seines Gebietes (Hameln-Pyrmont/Deister) raus, um die Risse zu prüfen. Nicht immer lasse sich sagen, welches Tier zugeschlagen hat. Manchmal ist es unklar, manchmal war es laut Brede ein Fuchs. Oft seien es aber Hunde. „Hunderisse machen mich nachdenklich“, sagt Brede und spielt damit auch auf den Umstand an, dass seit Anfang April für Hunde wieder die Leinenpflicht gilt. Während der Brut- und Setzzeit vieler Tiere – von April bis 15. Juli – dürfen Hunde in Hameln nicht frei herumlaufen. Dass etliche Hundehalter das nicht befolgen, bedeutet für ein Reh im schlechtesten Fall einen qualvollen Tod. Hunde töten sie nicht durch einen Biss in den Kehlkopf, sondern verletzen sie am gesamten Körper.

Hat jemand tatsächlich am 29. April einen Wolf im Riepen gesehen? Foto: pr

Zurück in den Riepen zur Notiz auf Stein. Zwar kann Brede keine Sichtung bestätigen; er sagt aber auch: „Würde mich nicht wundern“, wenn dort ein Wolf unterwegs ist.“ Jetzt verlassen laut Brede die jungen Wölfe ihre Eltern, um sich neue Reviere zu suchen. Die jüngste bestätigte Sichtung habe es zu Ostern im Deister gegeben, sagt Brede – also in leicht überwindbarer Entfernung zu Hameln. Pro Tag könne ein Wolf um die 40 Kilometer zurücklegen.

Doch vielleicht war am Riepen alles ganz anders: Am Montagnachmittag erreichte die Redaktion per Facebook-Nachricht zumindest der Hinweis es habe in diesem Fall „KEINE Wolfssichtung“, dafür aber „eine lustige kleine Gruselgeschichte“ gegeben. Wir warten gespannt auf Details …


Bitte melden: Wir, die Dewezet, würden gerne wissen, wer die Notiz an der Schutzhütte im Riepen hinterlassen hat und was sich dahinter verbirgt. Einfach melden bei Birte Hansen, per Mail an b.hansen@dewezet.de.



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