weather-image
22°

Augenstein nach Bad Pyrmont / Schmidt geht heute, Vonnahme im Herbst

Ungesunde Entwicklung bei Sana: Klinikum verliert drei Chefärzte

Hameln (CK). Frustriert? Verbittert? Resigniert? Jedenfalls ein weiterer Verlust für das Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont: Zum 1. Juli verlässt Dr. Ulrich Augenstein, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, das Krankenhaus an der Weser, um ins Bathildiskrankenhaus nach Bad Pyrmont zu wechseln. Dort war der gebürtige Pforzheimer bereits einmal tätig: Seit 1997 arbeitete er zunächst als Funktionsoberarzt in der Visceral- und Gefäßchirurgie und wurde schon bald Leitender Oberarzt. Im Jahre 2004 nahm er seine erste Chefarztstelle in Bad Pyrmont an. Als er zu Beginn des Jahres 2010 ans Sana Klinikum nach Hameln wechselte, sprach der Mediziner von einer „großen Herausforderung, eine neu geschaffene Klinik zu gestalten“.

veröffentlicht am 05.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:21 Uhr

270_008_5453212_hm210_0505.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Augenstein hatte sich damals viel vorgenommen, wollte die Klinik unter einem berufsgruppenübergreifenden Teamgedanken entwickeln, gemeinsam mit seinen ärztlichen Kollegen inhaltlich zu einem Gefäßchirurgischen Zentrum ausbauen und das bereits bestehende Leistungsspektrum der Gefäßchirurgie in Hameln noch um zusätzliche Aspekte erweitern. Geschäftsführer Marco Kemka damals: „Mit Dr. Augenstein haben wir einen versierten Mediziner gewinnen können, der unsere Zukunftsplanungen in idealer Weise unterstützt und unseren Patienten mit Thorax- und Gefäßerkrankungen den Weg in oft weit entfernte Spezialkliniken ersparen kann.“

Zu den Gründen, warum Augenstein mit seinem dreiköpfigen Team wieder zur Konkurrenz zurückwechselt, lässt sich viel spekulieren. Augenstein selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – er stand den ganzen Tag über am OP-Tisch. Die Geschäftsführung des Klinikums wird allerdings relativ deutlich: „Wir haben versucht, das Warum herauszuarbeiten“, räumt Geschäftsführer Dr. Ralf Parland ein. Nach seinen Worten hat Augenstein („er ist in der Region bekannt“) von Anfang an einen schweren Stand gehabt unter den niedergelassenen Fachärzten. In Hameln habe der Krankenhaus-Mediziner nur eine eingeschränkte Ermächtigung gehabt, die seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) erteilt wird. Ähnliche Probleme gab es am Klinikum bereits bei der Ermächtigung für die Brustkrebsnachsorge – daraufhin hatte sich eine Patienteninitiative gebildet, die mit mittlerweile 13 000 Unterschriften gegen das Verhalten der KVN protestiert. „Als Dr. Augenstein einen entsprechenden Antrag gestellt hat, haben zwei Fachärzte, die ihm kritisch gegenüberstanden, Widerspruch dagegen eingelegt“, so Parland. Außerdem glaubt der Geschäftsführer, dass seinen Chefarzt auch die „ständigen Rivalitäten“ im Haus mürbe gemacht hätten.

Dass Augenstein nun wieder nach Bad Pyrmont zurückgeht, führt er aber auch auf Folgendes zurück: Im Bad Pyrmonter Bathildiskrankenhaus gebe es eine unterdurchschnittliche Auslastung. Deswegen habe man Augenstein angesprochen, um ihn für seine alte Klinik zu gewinnen. „Ich bedaure das sehr. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis“, versichert Parland. Dass der scheidende Chefarzt auch seine Mitarbeiter mitnimmt, führt er auf „extrem gute Angebote“ aus Bad Pyrmont zurück; womöglich sei das sogar eine Bedingung für die Anstellung gewesen. Parland: „Dr. Augenstein versteht es außerdem, Menschen auf sich zu prägen. Er ist eine Art Galionsfigur.“

3 Bilder
Schmidt

Die Leistungsangebote, die unter dem Chefarzt Augenstein am Sana Klinikum vorgehalten werden konnten, soll es nach den Aussagen des Geschäftsführers aber weiterhin geben. „Die Stelle ist bereits ausgeschrieben, außerdem haben wir einen Headhunter beauftragt.“ Die Befürchtung mancher Patienten, nun im Falle eines Falles in weiter entfernt liegende Kliniken reisen zu müssen, sei deshalb grundlos.

Ein weiterer kompetenter Chefarzt wird heute übrigens offiziell verabschiedet: Prof. Dr. Helmuth Schmidt, langjähriger Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie (und ehemaliger ärztlicher Direktor), verlässt ebenfalls Sana. Schmidt hat sich zu seiner beruflichen Zukunft noch nicht konkret geäußert, wird aber wohl weiterhin als Onkologe arbeiten. Zu vermuten ist ferner, dass er sich weiter im Bereich Knochenmarkspende engagieren wird, zumal der Aufbau einer entsprechenden Datei zum größten Teil ihm zu verdanken ist. Und im September kehrt ein dritter Chefarzt dem Sana-Klinikum den Rücken: Privatdozent Dr. Franz Josef Vonnahme – er leitet die Klinik für Hepato-Gastroenterologie, erreicht im Herbst das 65. Lebensjahr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?